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Dell erweitert KI-Produktportfolio um Nvidida-Technologien
Dell präsentiert AI Data Platform mit NVIDIA für agentische AI mit Data Orchestration Engine sowie NemoClaw-Desktops, skalierbares Storage und Server und feiert seine AI Factory.
Dell nutzt die Nvidia-Konferenz GTC als Bühne um etwa 30 Neuerungen seines Angebotsportfolios vorzustellen. Natürlich stehen auch bei Dell KI-Workloads im Mittelpunkt, die mit einer neuen KI-Plattform sowie leistungsstarken Storage-, Server- und Netzwerklösungen adressiert werden sollen.
AI Data Platform automatisiert Datenlebenszyklus
Dell stellt gemeinsam mit NVIDIA die AI Data Platform als zentrales Element der AI Factory vor. Ziel ist es, den gesamten Datenlebenszyklus für KI-Anwendungen zu automatisieren – von Discovery, Labeling und Transformation bis zur Bereitstellung von Governance-konformen, KI-optimierten Datensätzen. Unterstützt werden strukturierte, unstrukturierte und multimodale Daten.
Kernkomponente ist eine Data Orchestration Engine, die aus der Dataloop-Akquisition hervorgegangen ist. Sie setzt auf No-Code-/Low-Code-Ansätze und integriert NVIDIA NIM-Microservices, einen Modell-Marktplatz mit mehr als 200 Einträgen sowie den AI-Q-Blueprint und das Nemotron-3-Supermodell.
Ergänzend kommen NVIDIA RTX Pro Blackwell Server Edition GPUs zum Einsatz. In Kombination mit cuDF für die Verarbeitung strukturierter Daten und cuVS für die Vektorisierung sollen sich laut Hersteller SQL-Abfragen um den Faktor drei beschleunigen lassen, während das Vector-Indexing bis zu zwölfmal schneller erfolgt.
Speicherlösungen für hohe Skalierung
Dell erweitert sein Storage-Portfolio, um Engpässe bei der Skalierung von KI-Workloads in der Produktion zu adressieren. Im Mittelpunkt steht das neue Lightning File System, ein paralleles Dateisystem, das bis zu 150 GB/s Durchsatz pro Rack erreichen soll. Durch direkten Zugriff auf den Speicher zielt die Lösung darauf ab, die Auslastung von GPUs zu maximieren.
Für größere Umgebungen positioniert Dell eine Exascale-Storage-Architektur, die File-, Object- und parallele Storage-Dienste in einem System kombiniert. Dazu gehören PowerScale für File-Storage, ObjectScale für Objektspeicher sowie das Lightning File System, betrieben auf PowerEdge-Servern und angebunden über NVIDIA-CX8- und CX9-SuperNICs mit bis zu 800 GbE. Laut Hersteller sind so bis zu 6 TB/s Leseleistung pro Rack möglich, ausgelegt auf multimodale KI- und HPC-Workloads.
Ergänzend integriert Dell Funktionen wie pNFS in PowerScale sowie Unterstützung für NVIDIA CMX. Letztere ermöglicht das Auslagern von Key-Value-Caches auf gemeinsam genutzten Speicher, um insbesondere langkontextbasierte KI-Agenten effizienter zu betreiben.
Nvidia CMX für Agentic Workloads
Dell unterstützt die Nvidia CMX Context Memory Storage Platform quer über PowerScale, ObjectScale und Lightning File System, um KV-Cache (Key-Value-Cache) von GPU-Speicher auf Dell CMX Storage oder High-Speed-Shared-Network-Storage auszulagern. Dies verbessert die GPU-Nutzung bei langkontextuellen und agentischen KI-Workloads, da KI-Systeme Kontext über erweiterte Interaktionen halten können, ohne GPU-Speicher zu erschöpfen. Die Funktion eignet sich besonders für KI-Agenten, die umfangreiche historische Daten referenzieren oder lange Conversation-Threads aufrechterhalten müssen, und rollt im Laufe des Jahres aus
Hardware für Agentic AI bis Exascale
Dell adressiert mit neuen Systemen unterschiedliche Einsatzszenarien für agentenbasierte KI – vom lokalen Prototyping bis hin zu skalierenden Produktionsumgebungen. An der Spitze steht ein Desktop-System der Pro-Max-Reihe mit GB300 Grace Blackwell Ultra Superchip. Die Plattform erreicht bis zu 20 PetaFLOPS (FP4) und bietet 748 GB kohärenten Speicher. Sie ist für die Entwicklung und Ausführung sehr großer, auch trillionenparameterbasierter KI-Agenten ausgelegt und unterstützt lokale, isolierte („air-gapped“) Deployments. Kühltechnisch setzt Dell auf ein neues MaxCool-Konzept.
Ergänzend positioniert Dell ein kompakteres Pro-Max-System auf Basis des GB10, das mit bis zu 1 PetaFLOP (FP4) und 128 GB Speicher für energieeffiziente, dauerhaft laufende Agenten vorgesehen ist.
Neuerungen im Server- und Netzwerk-Bereich
Im Rechenzentrum decken mehrere PowerEdge-Modelle unterschiedliche Leistungsstufen ab. Das flüssigkeitsgekühlte System XE9812 mit Vera-Rubin-NVL72-Architektur ist für die zweite Jahreshälfte 2026 angekündigt. Weitere Varianten der XE9800-Serie (XE9880L, XE9822L, XE9850L) mit HGX Rubin NVL8 sollen im dritten Quartal 2026 folgen. Bereits verfügbar sind Systeme der R770-, R760- und R750-Klasse mit RTX Pro 4500 Blackwell GPUs. Ergänzend sind Modelle mit Vera-CPUs für September geplant.
Auch das Netzwerk- und Interconnect-Portfolio wird erweitert: Der PowerSwitch SN6000 auf Basis von Spectrum-6 bietet bis zu 1,6 Tbit/s und soll ab Juli verfügbar sein. Für High-Performance-Cluster ist Quantum-X800 InfiniBand für das vierte Quartal vorgesehen. Zusätzlich integriert Dell NVLink und CUDA-Q, um perspektivisch auch hybride Szenarien mit Quantencomputing zu unterstützen.
AI Factory Meilenstein und Verfügbarkeit
Zum zweijährigen Bestehen der Dell AI Factory mit NVIDIA zieht das Unternehmen eine Zwischenbilanz: Mehr als 4.000 Kunden nutzen die Plattform, die einen End-to-End-Ansatz aus Datenmanagement, Infrastruktur und Services verfolgt. Laut Hersteller lassen sich damit im ersten Jahr bis zu 2,6-fache Return-on-Investment-Effekte erzielen.
Parallel baut Dell das Service- und Softwareangebot weiter aus. Dazu zählen ein neuer Accelerator für agentenbasierte KI, ein Knowledge Assistant sowie Integrationen mit Plattformen wie ClearML und Cohere North. Ergänzend kündigt Dell eine modular aufgebaute AI-Factory-Architektur an, die ab April verfügbar sein soll und den Einstieg in KI-Projekte vereinfachen soll.
Auch bei der Verfügbarkeit konkretisiert Dell den Fahrplan: Funktionen für Data Orchestration und ein zugehöriger Modell-Marktplatz sind für das erste Quartal 2026 geplant, das parallele Dateisystem Lightning FS soll im April folgen. Systeme im Exascale-Bereich werden für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Weitere Komponenten sind bereits verfügbar oder sollen im Laufe des zweiten Quartals bereitgestellt werden.
Neben Dell tummeln sich auch zahlreiche andere Unternehmen auf der GTC und stellen ihre Kooperationslösungen vor, so zum Beispiel HPE.