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Die besten Cloud-Monitoring-Tools der großen IaaS-Provider

Lernen Sie die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Cloud-Tools der drei großen Anbieter kennen: Amazons AWS CloudWatch, Googles StackDriver und Microsofts Azure Monitor.

Bei der Wahl eines Cloud-Anbieters müssen Unternehmen auf verschiedenste Aspekte achten. Ein vergleichsweise wichtiger davon ist es, dass die nativen Verwaltungs- und Überwachungswerkzeuge zu ihrem Bedarf passen.

Die bekanntesten Cloud-Monitoring-Tools sind AWS CloudWatch, Azure Monitor und Google Strackdriver. In der Grundausstattung ermöglicht jede dieser Lösungen das Erfassen von Daten, Verwalten von Protokolldateien sowie die Nutzung von Metriken und Dashboards für die Analyse von Anwendungsleistungen. Mit der Datengrundlage dieser nativen Tools arbeiten jedoch auch viele weitere Monitoring Tools für die Cloud von Fremdherstellern.

Natürlich gibt es aber auch Unterschiede zwischen diesen drei Werkzeugen. So hebt sich beispielsweise AWS CloudWatch in besonderer Weise in Bezug auf die automatische Skalierung von Anwendungen hervor, was auf die Kombination mit und Integration in andere AWS-Angebote wie etwa CloudFormation zurückzuführen ist. Auch die Anpassbarkeit dieses Tools ist besonders bemerkenswert. Dafür brillieren Microsoft und Google deutlicher bei der Behebung von Leistungsengpässen. Dabei kann Google Stackdriver auch Daten aus AWS erheben. Microsofts Azure Monitor kann das sogar sowohl aus AWS als auch aus der Google Cloud.

Begeben wir uns an einen Überblick einiger anderer wichtiger Funktionalitäten und Unterschiede dieser drei nativen Monitoring Tools für die Cloud.

AWS CloudWatch

Amazon CloudWatch kann sich auf die Fahnen schreiben, das am weitesten gediehene Monitoring- und Login-Tool der drei Kandidaten zu sein. Hier werden Metriken gesammelt und über anpassbare Dashboards und Alarme granulare Möglichkeiten geboten. Entwickler können damit eine große Bandbreite an Metriken über Ereignisse und Ressourcen erfassen.

Ermöglicht werden den Entwicklern auch einfach erstellbare Ansichten auf die Infrastruktur und Anwendungen innerhalb eines definierten Kontexts. So wäre etwa eine Ansicht für alle Komponenten einer bestimmten Geschäftsanwendung möglich, um damit die Quelle eines Leistungsengpasses eingrenzen und identifizieren zu können.

Amazons CloudWatch kann seine Daten aus AWS-IaaS-Diensten wie EC2 und S3 beziehen, aber auch von SaaS-Anwendungen und aus privater Unternehmensinfrastruktur. Nicht ganz so gelungen ist die Zusammenarbeit mit anderen Cloud-Plattformen wie Microsoft Azure oder von Google. Immerhin aber bietet CloudWatch anderen Analysewerkzeugen seine Dienste grundsätzlich über API an.

Die Hauptaufgabe von CloudWatch besteht natürlich in der Überwachung der Anwendungsleistung. Und doch sorgt ein umfassendes Ökosystem an begleitenden AWS-Tools für Autoscaling und Resilienz. Direkte Unterstützung zur Problembehebung bei Anwendungen wird hingegen nicht geboten, zumindest nicht direkt. Das besorgen dafür andere AWS-Tools wie etwa X-Ray. Defizite finden sich auch im Bereich des Code Profilings, mit dessen Hilfe Leistungsengpässe direkt bestimmten Codezeilen zugeordnet werden könnten – doch an dieser Stelle leider Fehlanzeige.

Azure Monitor

Der Azure Monitor ist ein Dienst. Er fasst die ehemaligen Cloud-Monitoring-Tools Log Analytics und Application Insights von Microsoft zusammen.

Das Dashboard von Azure Monitor bietet verschiedene Vorlagen für Einsteiger. Cloud-Administratoren können mit seiner Hilfe Metriken und Protokolldaten von Azure-Ressourcen visualisieren und organisieren. Möglichkeiten wie Diagnoseprotokolle erleichtern die Analyse unterschiedlicher Komponenten einer Infrastruktur, darunter unter anderen auch ein Application Gateway und ein Load Balancer. Auch Distributed Tracing und Code Profiling werden nativ unterstützt.

Dank der Unterstützung durch Alarme kann Konzerninfrastruktur in Abhängigkeit von der jeweiligen CPU-Auslastung oder von der Anwendungsleistung automatisch skaliert werden. Azure Monitor umfasst zudem auch einen Bereich, in dem der Zustand der Cloud-Dienste darstellt wird und der damit dabei hilft, Leistungsdefizite einer Anwendung im Zusammenhang mit Informationen über den Gesamtzustand von Azure zu bewerten. Allerdings sind die Möglichkeiten zur Korrelation von Serverless Azure Functions mit der gesamten Anwendungsleistung bislang noch recht eingeschränkt.

Google Stackdriver

Es wird Sie kaum überraschen zu lesen, dass auch Google Stackdriver eine Vielfalt von Fähigkeiten zur Erfassung von Protokollen, Ereignisdaten und anderen Metriken bereitstellt. Dieses Produkt bietet zudem die Gewinnung von Daten aus AWS-Infrastruktur, allerdings ist diese Möglichkeit vor allem für Diagnosezwecke vorgesehen und eignet sich damit nicht in gleicher Weise für das Autoscaling wie AWS CloudWatch.

Auf der Tool-Seite verfügt Google Stackdriver über Debugging, Distributed Tracing und Code Profiling. So wird die Korrelation von konkretem Code mit den Leistungsdefiziten einer Anwendung durch Google Stackdriver Profiler möglich. Dies funktioniert allerdings ausschließlich dann, wenn der Code der Anwendung in einem Google-Cloud-Source-Repository, einem GitHub-Repository oder einem Bitbucket-Repository gehostet und damit vertrauensvoll aus der Hand gegeben wird. Trotzdem bietet sich damit ein deutlich geradlinigeres Debugging von Live-Anwendungen an, und auch Anwendungsaufrufe und lokale Variablenüberwachung für Anwendungen wird transparent, sofern diese Anwendungen sich ausschließlich auf der Google Cloud Plattform befinden.

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