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Vier Herausforderungen beim Betrieb von VDI in der Cloud

VDI in der Cloud unterscheidet sich vom Betrieb On-Premises. Der Wechsel bedeutet für Admins eine Umstellung – selbst dann, wenn Infrastruktur per Lift-and-Shift migriert wurde.

Ist die Cloud das dominierende Thema im IT-Betrieb eines Unternehmens, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch vorhandene VDI-Ressourcen (Virtuelle Desktop-Infrastruktur) früher oder später in die Cloud migriert werden. Das hat viele Vorteile, kann aber auch für einige unvorhergesehene Probleme sorgen.

Dieser Artikel zeigt einige der Unterschiede und Gemeinsamkeiten beim Hosting von VDI in der Cloud und On-Premises auf. Der Fokus liegt dabei auf den Herausforderungen, die nach dem Übergang auf IT-Administratoren zukommen.

Dasselbe, nur ganz anders

Eine virtuelle Maschine ist und bleibt eine virtuelle Maschine, oder? Nicht ganz. Die Bereitstellung einer neuen VM in der Cloud ist im Grunde genommen dasselbe wie On-Premises. Doch die administrative Schnittstelle und die Funktionalität ist bei jedem Cloud-Anbieter ein bisschen anders. Admins müssen mit einer Lernkurve rechnen, unabhängig davon, für welchen Anbieter sich ihr Unternehmen nun konkret entscheidet.

Eine Option für den Wechsel mit der VDI in die Cloud ist die Verwendung einer Lift-and-Shift-Strategie. Während dieses Prozesses migrieren Administratoren Workloads und Daten von ihrer On-Premises-Umgebung in die Cloud, ohne Änderungen an Anwendungen oder Authentifizierungsmethoden vorzunehmen. Auf diese Weise bleibt die Umgebung im Wesentlichen die gleiche und wird nur in einem anderen Rechenzentrum untergebracht.

Admins müssen mit einer Lernkurve rechnen, unabhängig davon, für welchen Anbieter sich ihr Unternehmen nun konkret entscheidet.

Das ist zwar oft der einfachste und schnellste Weg, langfristig sollte jedoch trotzdem die zweite Option in Betracht gezogen werden. Wer beispielsweise plant, von VDI On-Premises auf Citrix Cloud umzusteigen, kann sich durch den Einsatz von Managed Services die Arbeit bei der Wartung von Authentifizierungsanwendungen und Oberflächen wie Citrix Gateway, StoreFront und anderen Teilen der Infrastruktur sparen.

Weniger Kontrolle

Während die Vorteile die Nachteile bei weitem übertreffen, handelt es sich bei der Cloud im Wesentlichen um das Anmieten von Teilen eines Rechenzentrums, das einem anderen Unternehmen gehört. Das bedeutet, dass Rechenressourcen nicht mehr unter der vollständigen Kontrolle des Admins eines Unternehmens stehen.

Sie können Cloud-basierte virtuelle Desktops und Server bereitstellen, sie neu starten und Netzwerkkonfigurationen zuweisen, aber letzten Endes ist der Anbieter der eigentliche Eigentümer des Rechenzentrums mit allen Vor- und Nachteilen. Wenn beispielsweise ein Rechenzentrum des Public-Cloud-Anbieters einen größeren Ausfall erleidet, kann der Kunde wenig dagegen unternehmen, außer sich auf einen langen, anstrengenden Tag am Helpdesk einzustellen.

Probleme bei der Fehlerbehebung

Die Fehlerbehebung kann sich außerdem im Zweifelsfall komplizierter gestalten, wenn Admins keinen direkten Zugriff auf den zugrunde liegenden Hypervisor oder die Einstellungen für die Mandantenfähigkeit haben. Wenn Infrastrukturserver von einem Drittanbieter gesteuert werden, ist es nicht möglich, sich selbst zu helfen, indem man die Protokolle überprüft, um ein Problem zu beurteilen. Stattdessen müssen Administratoren beim Troubleshooting oft mit dem Servicemitarbeiter ihres Cloud-Anbieters zusammenarbeiten.

Die Kosten abwägen

An sich sind die Ressourcen in der Cloud für den Betrieb der VDI erst einmal nicht günstiger als On-Premises. Die eigentliche Kostenersparnis errechnet sich aus dem tatsächlichen Verbrauch von Ressourcen.

Viele Betriebe arbeiten 40 Stunden pro Woche, eine volle Woche umfasst jedoch 168 Stunden. Während der Betrieb von Servern On-Premises 24 Stunden am Tag für die volle Last gezahlt werden muss, bieten viele Cloud-Anbieter eine automatische Skalierung und Minimierung der aktiven virtuellen Maschinen.

Wenn man also die Ressourcen für den Betrieb der VDI in 50 bis 75 Prozent der Zeit abschalten kann und nur das bezahlen muss, was man auch wirklich verbraucht, kann das die Kosten erheblich senken. Diese Funktion muss aber angepasst an den eigenen Betrieb eingerichtet und die Kosten überwacht werden, um versteckte Zusatzgebühren zu vermeiden.

Außerdem tritt dieser Vorteil eben nicht ein, wenn beispielsweise im Schichtbetrieb gearbeitet wird und eine gleichbleibende Menge der Zugriffe auf die VDI rund um die Uhr zu erwarten ist.

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