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Mit dieser Roadmap meistern CIOs die Cloud-Migration

Die Migration von Workloads in die Cloud kann eine entmutigende Aufgabe sein. Mit einem Fahrplan können CIOs die richtigen Entscheidungen treffen und häufige Fehler vermeiden.

Um die Vorteile der Cloud auch wirklich nutzen zu können, benötigen CIOs eine strategische Roadmap für die Cloud-Migration. Das mag offensichtlich klingen, aber eine überraschend große Anzahl von IT-Verantwortlichen migriert weiterhin nach Gutdünken und mit minimaler Vorbereitung in die Cloud.

Viele Unternehmen nutzen eine hybride Umgebung für die Bereitstellung von Diensten, in der mehrere Haupt- und Nebenservices aus der Cloud als SaaS-Apps (Software as a Service) oder über IaaS-Systeme (Infrastructure as a Service) bereitgestellt werden. Der durchschnittliche CIO hat jedoch immer noch etwa 40 Prozent der IT-Workloads in einem Rechenzentrum.

Viele CIOs wollen mehr Cloud-Ressourcen nutzen oder vorhandene besser nutzen. Unternehmen, bei denen ein großer Prozentsatz der Workloads noch On-Premises läuft, stehen unter großem Druck, sich mit einer Cloud-Migration auseinanderzusetzen.

Dieser Druck hat verschiedene Ursachen: Führungskräfte möchten möglicherweise alles in die Cloud verschieben, um den Fokus der IT-Abteilung von der Verwaltung ihrer Hardwareressourcen wegzulenken. Andere möchten ihre Workloads migrieren, um IT-Ausgaben zu optimieren, das Risiko zu minimieren oder die Agilität und Skalierbarkeit zu verbessern.

Das unorganisierte Verschieben von Anwendungen und Diensten in die Cloud führt jedoch auf geradem Wege ins Chaos. Aus diesem Grund benötigen CIOs ein planvolles Vorgehen für die Cloud-Migration.

Bestimmen Sie die Geschäftsziele für die Cloud-Migration

Bevor Sie mit einer Cloud-Migration beginnen, müssen Sie sich einige wichtige Fragen stellen:

1. Was ist der gewünschte Endzustand? Es gibt Organisationen, die von ihrem Vorstand oder der Geschäftsführung die Anweisung erhalten, komplett auf die Cloud umzusteigen. Andere wollen genau das nicht. Die Aufgabe des CIO ist es, den Prozess anzuführen, wo es keine festen Vorgaben gibt und beratend einzugreifen, wenn es eine klare Richtschnur für die Vorgehensweise gib. Es ist nicht zielführend, sich einen festen Prozentsatz für den Anteil der Cloud-Nutzung vorzunehmen, sondern das Unternehmen sollte sich auf die Optimierung der Workload-Platzierung konzentrieren, um ein bestmögliches Ergebnis für das Geschäft und die IT-Abteilung zu erreichen.

2. Was sind die primären Geschäftsziele der Cloud-Migration? Wenn der Schwerpunkt auf dem Senken der Kosten liegt, wird das Endergebnis der Migration anders aussehen, als wenn es um das Verringern des Risikos, die Verbesserung des Kundenerlebnisses (CX) oder das Erleichtern von Akquisen geht. Es ist von entscheidender Bedeutung zu verstehen, welche geschäftstreibende Faktoren die Cloud unterstützen soll.

3. Welche Designprinzipien unterstützen diese Geschäftsziele am besten? Im IT-Bereich gibt es eine Vielzahl von Designprinzipien, gemäß derer eine Cloud-Migration gestaltet werden kann, zum Beispiel Erstellen statt Kaufen oder Konfigurieren statt Codieren. Bevor die Wahl auf bestimmte Technologien oder Produkte fällt, müssen IT-Führungskräfte eine klare Vorstellung von den Designprinzipien haben, die sie berücksichtigen möchten, damit sie klare Kriterien bei der Entscheidung für oder gegen bestimmte Technologien und Produkte haben. Hier ein paar Beispiele:

  • Legen Sie fest, ob der Schwerpunkt auf dem Aufbau von Cloud-Diensten als Ersatz für vorhandene On-Premises-Dienste oder auf dem Kauf und der Anpassung etablierter SaaS-Optionen liegen soll. Geht es Ihnen vorrangig darum, die Nutzererfahrung zu optimieren, sollten Sie wahrscheinlich lieber solide Lösungen zukaufen, statt an Ihren eigenen Anwendungen herumzudoktern. Möchten Sie Kosten minimiert, ist die Umstellung eigener, bereits vorhandener Anwendungen, wahrscheinlich die bessere Wahl.
  • Bestimmen Sie, ob Sie die bestmögliche Lösung brauchen, oder ob es wichtiger ist, eine einheitliche Plattform oder ein einheitliches Ökosystem zu betreiben. Wenn die Cloud-Migration von einem Bedürfnis nach Agilität getrieben ist, bevorzugen Sie wahrscheinlich die Speziallösung. Möchten Sie IT-Personal entlasten, setzen Sie lieber auf eine möglichst einheitliche Umgebung.

4. Welche Technologien verwirklichen Ihre Designprinzipien am besten? Lassen Sie spezifische Angebote einmal bei Seite und fragen Sie sich: welche Technologien unterstützen die gewählten Designprinzipien generell am besten? Wenn Ihr Entwurf vorsieht, dass alle Mitarbeiter an der Verwendung von Software beteiligt sein sollen, sollte das Einführen von Low-Code- und No-Code-Entwicklungs-Tools wahrscheinlich auf Ihrer Roadmap stehen. Das ist eher nicht der Fall, wenn der Schwerpunkt auf dem Kauf oder der Konfiguration liegt.

Sobald CIO und Unternehmen sich über diese Punkte einig sind, können sie eine Roadmap für die Migration von Systemen erstellen und die Plattformen auswählen, auf die sie migriert werden möchten sowie die Tools, mit denen sie die Migration durchführen wollen.

Abbildung 1: Es gibt verschiedene Methoden, wie Unternehmen Daten und Workloads in die Cloud migrieren können.
Abbildung 1: Es gibt verschiedene Methoden, wie Unternehmen Daten und Workloads in die Cloud migrieren können.

Bewerten Sie, ob Ihre Apps und Services bereit für die Cloud sind

Das Erstellen einer detaillierten Roadmap für systemweise Migrationen erfordert weitaus mehr Aufwand als ein schrittweiser Ansatz. Wenn Sie die Grundlagen durcharbeiten, sind die IT-Verantwortlichen in der Lage, die erfolgreichen Entscheidungen schneller und effizienter zu treffen.

Die wichtigste verbleibende Frage ist, in welcher Reihenfolge die Systeme migriert werden sollen. Viele Faktoren spielen bei dieser Entscheidung eine Rolle, aber der wichtigste darunter sollte das Geschäftsrisiko sein. Es ist sinnvoll, den Migrationsprozess mit Systemen mit geringerem Risiko zu beginnen und sich zu den Systemen mit höherem Risiko vorzuarbeiten, um auf diesem Weg Fachwissen Schritt für Schritt aufzubauen.

Die Risikobewertung sollte strukturiert und konsistent erfolgen und nicht nur die IT, sondern auch die anderen betroffenen Geschäftsbereiche sowie die Sicherheits- und Risikomanagementteams einbeziehen. Die verbliebene Arbeit zum Erstellen und Verwalten einer Cloud-Migrations-Roadmap hängt von folgenden Mechanismen ab:

  • spezielle Anforderungen an das Änderungsmanagement für die Migration;
  • ein Überblick über Systemabhängigkeite und Datenaffinitäten, um Sequenz- und Gruppenmigrationen zu unterstützen;
  • ein Workload-Platzierungsprozess, anhand dessen Mitarbeiter einheitliche Entscheidungen treffen können, welcher Workload wohin gehört;
  • ein Migrations-Dashboard für die Führung auf C-Ebene;
  • und Systemweise Aktualisierungskanäle für die Kommunikation mit den Personen, die von Änderungen an den einzelnen Systemen betroffen sind.

IT-Verantwortliche sollten sich aus unterschiedlichen Aspekten immer wieder mit einer Cloud-Migration beschäftigen. Eine erfolgreiche Durchführung hängt jedoch von der ordnungsgemäßen Vorgehensweise ab. Daher ist eine Roadmap unverzichtbar.

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