Enterprise-Vergleich: Cisco Webex Teams vs. Microsoft Teams

Cisco und Microsoft konkurrieren seit langem im Collaboration-Bereich. Doch welches Tool – Webex Teams oder Microsoft Teams – eignet sich besser für den Enterprise-Einsatz?

Cisco und Microsoft sind im Collaboration-Segment seit langem Konkurrenten – zunächst beim Instant Messaging, später bei Telefonie und Meeting-Plattformen. Mittlerweile konkurrieren sie auch im Team-Collaboration-Bereich miteinander. Beide Konzerne bieten ähnlich benannte und auch ähnlich funktionierende Anwendungen an: Cisco Webex Teams und Microsoft Teams.

Wenn man Webex Teams genauer mit Microsoft Teams vergleicht, sieht man viele Ähnlichkeiten: Beide bieten Collaboration Tools mit permanenter Nachrichtenübermittlung in Kanälen oder virtuellen Räumen. Beide stellen Möglichkeiten bereit, ein Chatgespräch - mit oder ohne Video - in eine Telefonkonferenz umzuwandeln. Und beide integrieren Teambereiche in eine Vielzahl von Drittanbieteranwendungen.

Die Funktionen können bei Webex Teams und bei Microsoft Teams auch auf Touchscreens genutzt werden – was Cisco Webex Board beziehungsweise Microsoft Surface Hub möglich machen. Beide Dienste sind Cloud-basiert, bieten aber auch hybride Bereitstellungsmodelle zur Integration von Funktionen für die Zusammenarbeit im Team an, zum Beispiel dauerhafte Chats und Besprechungen mit firmeninternen Telefonieplattformen.

Ein ähnlicher Name und ähnliche Funktionen stellen für IT-Einkäufer allerdings auch eine Herausforderung dar: Wenn sie über Teams reden, sprechen sie dann über Cisco Webex Teams oder Microsoft Teams? Und ganz Grundsätzlich stellt sich für Einkäufer die Frage: Was ist die richtige Wahl, wenn sie eines der beiden Systeme kaufen möchten?

Cisco Webex Teams versus Microsoft Teams: Die Unterschiede

So ähnlich die Apps auch sind – in einigen Bereichen unterscheiden sie sich erheblich:

Zusammenarbeit und Produktivität: Wie bereits erwähnt, bieten beide Teams-Anwendungen permanente Chats, die Integration von Drittanbieteranwendungen und die Möglichkeit, textbasierte Chats zu Rich Voice, Video und Screen-Sharing-fähigen Meetings zu erweitern. Cisco geht hardwareseitig sogar einen Schritt weiter und integriert sein Webex Board Touchscreen-Gerät in Webex Teams. Damit können Team-Mitglieder das Board auch als Endpunkt für Videokonferenzen verwenden.

Das zentrale Versprechen von Microsoft ist die Integration in Office 365. Benutzer können damit direkt in Microsoft Teams auf Dokumente zugreifen, diese bearbeiten, kommentieren und freigeben. Voraussetzung ist, dass die Dokumente auf OneDrive gespeichert sind.

Abbildung 1: Nachrichten übermitteln und Dokumente teilen mit Microsoft Teams.
Abbildung 1: Nachrichten übermitteln und Dokumente teilen mit Microsoft Teams.

Telefonie: Das Modell von Cisco basiert auf drei Ansätzen. Für kleine und mittlere Unternehmen bietet Cisco über mehrere Partner Webex Calling an. Größeren Kunden stellt Cisco lokale Plattformen sowie Single-Tenant-Anwendungen zur Verfügung, die von einem Partner gehostet werden.

Das Webex-Calling-Modell verwendet die Webex-Teams-Schnittstelle oder einen vereinfachten Dialer. Letzterer erlaubt es Kunden, Chat und Telefonie zu integrieren.

On-Premises und gehostete Kunden können Teams in Cisco Jabber integrieren und für permanente Teamchats und Meetings verwenden. Die Legacy-Plattform von Cisco lässt sich dann für Anrufe verwenden.

Microsoft bietet ein ähnliches Modell an. Kunden können Microsoft Teams als Telefonplattform verwenden, oder sie können Teams in lokale oder gehostete Skype for Business Serverbereitstellungen integrieren. Cisco bietet PSTN-Zugang über Partner wie IntelePeer, West und ThinkTel. Microsoft bietet Calling hingegen als Festpreisangebot, das direkt von Microsoft bereitgestellt wird. Microsoft ermöglicht es Kunden auch, ihre eigenen Session Initiation Protocol Trunking Services zu verwenden.

Abbildung 2: Mit Webex Teams lassen sich Nachrichten übermitteln und beliebige Dateien teilen.
Abbildung 2: Mit Webex Teams lassen sich Nachrichten übermitteln und beliebige Dateien teilen.

Video: Beide Apps erlauben Videokonferenzen für mobile und stationäre Benutzer. Cisco unterstützt nativ die Erweiterung von Meetings auf standardisierte Konferenzraumsysteme sowie eigene Videokonferenzendpunkte. Bei Microsoft bieten Partner Raumsysteme an, doch die Integration von Microsoft Teams in andere Raumsysteme erfordert zusätzliche Software – oder Dienstleistungen von Partnern wie BlueJeans, Pexip oder Poly.

Sicherheit: Cisco wirbt mit seiner Breach-Lock-Technologie, die eine End-to-End-Verschlüsselung aller Daten des Webex Teams bietet und es den Kunden ermöglicht, eigenen Schlüssel zu halten. Cisco bietet mit Webex Teams auch die Möglichkeit der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Unternehmen. Benutzer müssen so nicht mehr zwischen Arbeitsbereichen wechseln. Das Risiko von Gastkonten, die als Überträger für Datenlecks dienen können, wird damit reduziert. Microsoft Teams unterstützt nur die Verschlüsselung für Data at Rest und Data in Motion sowie die Verwaltung mobiler Geräte über Intune. Eine unternehmensübergreifende Zusammenarbeit oder kundeneigene Verschlüsselungscodes werden nicht unterstützt.

Pläne und Preise: Sowohl Cisco als auch Microsoft bieten Freemium-Versionen ihrer Team-Apps mit eingeschränkter Funktionalität an. Cisco offeriert seinen Kunden gebündelte Lizenzen für Webex Teams und Meetings sowie Lizenzen im Rahmen seines Flex-Plan-Angebots. Microsoft Teams ist für Nutzer von Office 365 E3- oder E5-Lizenzen grundsätzlich kostenlos. Calling-Funktionen erfordern eine E5-Lizenz oder sind für andere Lizenzen gegen Aufpreis erhältlich.

Abbildung 3: Cisco Webex Teams und Microsoft Teams verfügen über ähnliche Features, unterscheiden sich aber auch beim Funktionsumfang.
Abbildung 3: Cisco Webex Teams und Microsoft Teams verfügen über ähnliche Features, unterscheiden sich aber auch beim Funktionsumfang.

Vergleicht man Webex Teams mit Microsoft Teams, liegen die Hauptunterschiede in der Produktausrichtung. Cisco konzentriert sich weiterhin auf die Unterstützung von lokalen und von Partnern gehosteten Telefonplattformen und integriert dort Webex Teams für die Zusammenarbeit in Gruppen.

Microsoft hingegen hat seine Teams-Anwendung zum Mittelpunkt seines Unified-Communications-Universums gemacht. Das Tool bietet in Verbindung mit Messaging-, Meetings- und Drittanbieter-Integrationen ein umfassendes Telefonieerlebnis. Nachdem das Ende von Skype für Business Online für Juli 2021 angekündigt wurde, besteht die strategische Ausrichtung von Microsoft nun darin, seine Kunden - und hier vor allem Skype-Anwender - zu Microsoft-Teams zu locken. Während Microsoft weiterhin lokale Skype für Business Server unterstützt, ist Microsoft Teams das einzige Cloud-Team-Collaboration-Produkt des Anbieters.

Das Collaboration-Produkt von Cisco ist äußerst attraktiv für Nutzer mit installierten Cisco-Sprach- und Video-Endpunkten. Microsoft-Anwender schätzen hingegen die hohe Integrationsfähigkeit von Microsoft Teams in Office. Am besten erstellt man eine Due-Intelligence-Prüfung für beide Apps sowie für andere Alternativen, die für ein Unternehmen von Nutzen sein können.

Nächste Schritte

Microsoft Teams und Office 365 Gruppen: Willkommen in der neuen Arbeitswelt.

Skype for Business: Fragen zur Migration auf Microsoft Teams.

Integration von Microsoft Teams und Cisco Spark.

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