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SD-LAN: Software-defined LAN, SD-WAN und SDN im Vergleich

SDN und SD-WAN sind keine übergreifenden Technologien, meint Martin Scheller von Aerohive Networks. SD-LAN bedient dagegen Netzwerk und WLAN.

Dies ist der erste Artikel einer dreiteiligen Reihe zu softwaredefinierten LANs. In den weiteren Artikeln werden wir uns mit den Vorteilen von SD-LANs und den entsprechenden Voraussetzungen beschäftigen.

Die Entwicklung neuer Netzwerktechnologien schreitet rasant voran. Genauso schnell muss die nächste Generation der Netzwerkinfrastruktur entwickelt werden, einer Infrastruktur, die mehr Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Skalierbarkeit denn je bietet und zugleich extrem effizient ist.

Software-defined Networking (SDN) wird seit geraumer Zeit als bahnbrechende Technologie gehandelt, die die Planung, Implementierung und Nutzung als auch das Management von Netzwerken grundlegend verändert. Wer mit SDN nicht im Detail vertraut ist, findet hier Hintergrundinformationen zum Thema.

Auch wenn Flexibilität zu mehr Anpassungsfähigkeit, einer schnelleren Reaktion auf neue Gegebenheiten, mehr Sicherheit, einfacheren Fehlerbehebungen und zahlreichen weiteren Verbesserungen führt, gilt doch: SDN ist vielmehr eine Lösung für Rechenzentren als eine übergreifende Technologie für das gesamte Netzwerk. Daraus ergibt sich, dass SDN zwar ein Ansatzpunkt, nicht jedoch das Netzwerkprotokoll per se ist und daher auch nicht als alleiniger Wegweiser in die Zukunft des Networking taugt.

In dieser Situation stellen viele Analysten zu Recht die Frage, wie sich die Vorteile softwaredefinierter Konzepte auf die Peripherie von Netzwerken übertragen lassen? Konkret auf die zwischengeschalteten und am Netzwerkrand angeordneten Switches und Access Points (APs), die als Eintrittsstelle in das Netzwerk und damit zu allen nachgelagerten Komponenten dienen?

Fortschritte bei der Netzwerktechnologie lassen sich am besten bewerten, wenn nicht nur herkömmliche Kennziffern wie Durchsatz und Kapazität, sondern auch Kriterien wie Personalbedarf für den Betrieb und Produktivität für den Endanwender betrachtet werden.

SD-WANs und SD-LANs im Vergleich

Das Software-defined WAN (SD-WAN) trennt die Steuer- und Datenebenen von WANs und erlaubt ein Ausmaß an Kontrolle über mehrere (physische und virtuelle) WAN-Elemente, wie es ohne diese Trennung nicht möglich wäre.

Ein Teil der WAN-Community hat zudem erkannt, dass die Softwaredefinition von WANs nicht unbedingt so erfolgen muss, wie dies durch die aktuellen SDN-Protokolle vorgegeben wird. Die beiden Technologien sind zwar verwandt, aufgrund ihrer inhärent verschiedenen Anforderungen jedoch nicht identisch.

„In dieser Situation stellen viele Analysten zu Recht die Frage, wie sich die Vorteile softwaredefinierter Konzepte auf die Peripherie von Netzwerken übertragen lassen?“

Martin Scheller, Aerohive Networks

Die Frage lautet also: Sind softwaredefinierte LANs, das heißt die Erweiterung von SD-Verfahren auf die Zugriffsschicht von Switches, Access Points und womöglich über Treiber sogar auf Client-Geräte, überhaupt sinnvoll?

Um hierauf eine Antwort zu geben, sind zwei Dinge zu bedenken: Welche Anforderungen müssen an eine SD-LAN-Implementierung gestellt werden? Inwiefern können Netzwerk-Manager und Endnutzer von einer per Software definierten Netzwerkperipherie profitieren beziehungsweise welche Vorteile entstehen daraus?

Erfolg und Misserfolg eines SD-LANs sind in hohem Maße von der Architektur der betreffenden WLAN-Lösung abhängig. In der Vergangenheit sollte mit der Architektur eine möglichst gute Gesamtleistung einer Installation erzielt werden. Heute sorgt sie für mehr Kapazität, Zuverlässigkeit, betriebliche Produktivität, Sicherheit und Skalierbarkeit, senkt die Gesamtbetriebskosten und übernimmt viele weitere Aufgaben. Nachdem der technologische Fortschritt dem Motto Wireless First folgt, wird sich auch die WLAN-Branche immer weiterentwickeln.

Als neu aufkommende Architektur bietet SDN viele Möglichkeiten in einer Zeit, die durch die Nachfrage nach immer mehr Bandbreite bestimmt sein wird. Softwaredefinierte LANs dürften daher noch für einige Überraschungen gut sein.

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Nächste Schritte

Wie steige ich am besten in SDN-Technologien ein?

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Artikel wurde zuletzt im April 2017 aktualisiert

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