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SDN: Drei Vorteile für kleine Unternehmen

Software-defined Networking wird immer ausgereifter. Die SDN-Vorteile, etwa bessere Sichtbarkeit, Sicherheit und Effizienz, können somit auch kleine Unternehmen kaum ignorieren.

Mittlere und große Unternehmen begrüßen Software-defined Networking (SDN) als eine Möglichkeit, um Prozesse zu automatisieren, Konsistenz durchzusetzen, flexibler zu sein und Zeit für das Troubleshooting zu reduzieren. Da sich SDN jedoch weiterentwickelt und neu ausrichtet, können auch kleine Unternehmen zunehmend von den Vorteilen durch SDN profitieren.

SDN-Architekturen richteten sich traditionell an Unternehmen mit großen Data Centern beziehungsweise Hunderten oder Tausenden von Netzwerkgeräten, denn ihnen kamen die Vorteile am ehesten zugute. Als SDN erstmals aufkam, lautete die gängige Meinung tatsächlich, dass sich die Vorteile von SDN ausschließlich für Unternehmen ergeben würden, die Tausende von Netzwerkgeräten einsetzen.

Diese Auffassung änderte sich im Laufe der Zeit allerdings, da SDN sich kontinuierlich fortentwickelte und immer ausgereifter wurde. Die größere Reife war das Ergebnis von Erkenntnissen, die man bei Data-Center-Bereitstellungen mit sehr hohen Volumen gewann. Unternehmen wie Amazon, Facebook und Google wurden im Umgang mit SDN immer kompetenter, und ihr Know-how wirkte sich wiederum auf den übrigen Markt aus.

SDN sorgt für Abstraktion zwischen der Hardware und dem eigentlichen Business Intent. Dadurch werden Netzwerk-Management-Aufgaben vereinfacht.

Außerdem erweiterte sich die Definition von SDN über die frühen Architekturen hinaus, die sich darauf konzentrierten, die Infrastruktur von Layer 3 Switches zu verwalten. SDN verfolgte statt eines hardwarezentrierten Fokus zunehmend einen softwarezentrierten Ansatz, mit einem größeren Schwerpunkt auf Automatisierung und Management.

SDN: Einfacheres Netzwerkmanagement durch Abstraktion

Verwaltete Netzwerkgeräte besitzen zwei grundlegende Schichten: eine Control Plane, die den Zugriff regelt, und eine Forwarding Plane, die Daten von einem Punkt zum anderen sendet. Traditionell werden diese zwei Schichten innerhalb eines Gerätes kombiniert, und jedes Gerät wird individuell programmiert. Wenn im Netzwerk eine Zugriffsänderung stattfinden muss, ist es die Aufgabe des Administrators, diese Änderung auf mehreren Geräten vorzunehmen – häufig per Kommandozeile.

SDN verschiebt die Control Plane zu einer zentralen Stelle, an der ein einzelner Controller Zugriff und Provisioning für alle Geräte regelt, während jedes physische Gerät nach wie vor seine eigene Forwarding Plane verwaltet. Mit zentral verwaltetem Zugriff und Intelligenz kann SDN Änderungen an einem Ort vornehmen und diese Änderungen auf alle Netzwerkgeräte übertragen, anstatt auf viele einzelne Konfigurationen angewiesen zu sein. SDN sorgt für Abstraktion zwischen der Hardware und dem eigentlichen Business Intent. Dadurch werden Netzwerkmanagement-Aufgaben vereinfacht.

Abbildung 1: SDN trennt die Control Plane von der Forwarding Plane und ermöglicht so ein vereinfachtes Netzwerkmanagement.
SDN trennt die Control Plane von der Forwarding Plane und ermöglicht so ein vereinfachtes Netzwerkmanagement.

Während große Unternehmen möglicherweise durch einen zentralisierten Einkauf profitieren, ist in vielen kleineren Unternehmen und Zweigstellen weniger standardisiertes Equipment anzutreffen. Dieses stammt oft von verschiedenen Anbietern, und aufgrund der niedrigeren Kosten finden sich darunter gelegentlich auch Consumer-Geräte.

Das daraus resultierende zusammengewürfelte Equipment lässt sich nur schwierig verwalten und führt – selbst beim Outsourcing an einen Service-Provider – zu höheren Support-Kosten und einer geringeren Produktivität.

Wenn jedes Gerät seine eigene Managementkonsole und -parameter benötigt, können Support-Teams keinen gesamtheitlichen Blick auf das Netzwerk gewinnen. Das Troubleshooting wird zu einem komplexen und zeitaufwendigen Prozess, der Budgets und Gewinne schmälert.

Wie kleine Unternehmen von den Vorteilen durch SDN profitieren können

Kleine Firmen können diese Herausforderungen bezüglich Management und Troubleshooting durch die folgenden SDN-Vorteile minimieren:

1. Bessere Sichtbarkeit. Mit einer konsolidierten Konsole können Unternehmen Routing-, Switching-, Remote-Access- sowie drahtgebundene und kabellose Komponenten besser erkennen. Gleiches gilt für potenzielle Bedrohungen und Einbruchversuche von außen. Durch nur einen SDN-Controller fällt es leichter, Probleme zu identifizieren und, noch wichtiger, sie in eine für Nichttechniker geeignete Form zu übersetzen.

Üblicherweise verfügen kleine Unternehmen über wenig IT vor Ort. Daher können SDN-Tools dabei helfen, das Networking in nachvollziehbarere Aktionen zu abstrahieren. Zum Beispiel wird WLAN-Traffic letztlich hinter dem Access Point auch über Kabel übertragen. Deshalb lassen sich Probleme schneller lokalisieren, wenn man die gesamte Kette im Blick hat, als wenn man versucht, Daten über mehrere Konsolen zu korrelieren.

2. Bessere Sicherheit. Die meisten Sicherheitsprobleme entstehen durch die inkonsistente Anwendung von Regeln. Es ist wahrscheinlicher, dass eine schlecht ausgeführte Regel zufällig eine Ressource gefährdet als ein krimineller Hacker außerhalb der Firewall. SDN zentralisiert Funktionen und automatisiert ihr Provisioning über das Netzwerk. Falls etwa die Produktion nicht auf die Daten der Buchhaltung zugreifen soll, können IT-Teams diese Regel konfigurieren. Der SDN-Controller teilt dann die Anweisungen allen entsprechenden Geräten mit und stellt damit Konsistenz und Zuverlässigkeit sicher.

3. Bessere Effizienz. Ein wesentlicher Vorteil von SDN besteht darin, die Zeit vom Troubleshooting bis zur Lösung zu verkürzen. SDN-Konsolen können kleine Unternehmen ohne internen IT-Support oder mit wenig technischem Personal dabei unterstützen, das Problem rascher zu identifizieren oder zumindest einige Möglichkeiten auszuschließen. Durch diese Vorauswahl lässt sich die Troubleshooting-Zeit reduzieren, so dass die Anwender schneller wieder produktiv arbeiten können, mitunter sogar bevor ein Remote-Techniker vor Ort sein kann. Der zentralisierte SDN-Controller kann sich auch in der Cloud befinden und einem Remote-Support-Anbieter das Monitoring von einem beliebigen Ort aus ermöglichen, selbst wenn das Netzwerk nicht erreichbar ist.

Managementkonsolen unterstützen Support-Teams durch Netzwerksichtbarkeit und -Monitoring.
Abbildung 2: Managementkonsolen unterstützen Support-Teams durch Netzwerksichtbarkeit und -Monitoring.

SDN-Optionen für kleine Unternehmen

Kleine Firmen können auf SDN-Angebote von Unternehmen wie Aerohive Networks, Aruba Networks (eine Marke von Hewlett Packard Enterprise), Cisco, Dell, Ubiquiti Networks, Lancom Systems und anderen zurückgreifen. Diese hochintegrierten Optionen geben dank Tools, die sich einfacher konfigurieren und nutzen lassen, den kleinen Unternehmen wieder die Kontrolle zurück.

Kleine Firmen sollten das Maß der Integration zwischen Wired und Wireless berücksichtigen sowie die Benutzerfreundlichkeit der Managementkonsole. Wenn Ihr Unternehmen eine intelligentere, einheitlichere Möglichkeit sucht, Netzwerkressourcen bereitzustellen und zu verwalten, ist es vielleicht an der Zeit, sich mit den Vorteilen von SDN zu beschäftigen und zu entscheiden, ob SDN die Anforderungen Ihrer Organisation abdeckt.

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Die Wahl zwischen kommerziellem SDN und Open Source

Essential Guide: Einführung in Software-defined Networking

Artikel wurde zuletzt im Februar 2019 aktualisiert

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