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So verwalten Sie hybride oder Multi-Cloud-Umgebungen

Infrastrukturmanagement ist mehr als das lokale Rechenzentrum. Softwareauswahl, Architekturkonfiguration und Governance sind Schlüsselkomponenten jeder hybriden IT-Installation.

Nur wenige Unternehmen kommen mit lediglich einer geschäftsunterstützenden IT-Umgebung aus. Je stärker sich Organisationen Cloud-basierten Applikationen zuwenden, desto öfter müssen IT-Administratoren hybride oder Multi-Cloud-Umgebungen verwalten.

„Früher hatten wir alles in der Hand: Wir bauten diverse maßgeschneiderte Infrastrukturkomponenten und -technologien zu perfekten Lösungen. Heute stehen wir immer öfter vor diesen verteilten Monstern“, sagte Angelina Troy, Senior Director bei Gartner während ihrer Präsentation „Technical Insights: Manageing It in a Hybrid and Multi-Cloud World“ (Technische Einblicke: IT in einer hybriden und Multi-Cloud-Welt managen“) auf der jährlichen Gartner-Konferenz zu IT-Infrastruktur, -Betrieb und Cloud-Strategien.

Eine Multi-Cloud-Strategie bewahrt Organisationen vor der ungewollten Bindung an einen Anbieter, unterstützt einen ununterbrochenen Betrieb, verringert Risiken, vereinfacht IT-Anpassungen nach Aufkäufen und Zusammenschüssen und vereinfacht die Integration von Office 365. Solche Strategien entwickeln sich mit der Zeit, während Organisationen immer mehr Technologien und Softwareprodukte anschaffen.

„Der konzeptionelle Prozess hinter Multi-Cloud-Ansätzen verläuft organisch“ erklärt Amr Ahmet, Executive Director Infrastructure und Service Resiliency USA bei EY. „Niemand legt alle Eier in einen Korb, soll heißen, niemand verlagert all seine Daten an nur einen Standort.“

Bei Multi-Cloud und Hybrid IT müssen sich Administratoren um vier Ebenen kümmern: Infrastruktur, Cloud/Virtualisierung, Anwendungen und Management. Dazu gehören die Themen Netzwerk- und Storage-Hardware, ausreichend Leistung für Lastspitzen, Verschiebbarkeit virtueller Maschinen, Datenintegration, Kostenkontrolle, ein funktionierendes  Sicherheitskonzept und Kapazitätsmanagement.

Die Infrastrukturebene überlagernde Management-Tools sorgen für Ordnung. Das ist besonders wichtig, wenn sich Organisationen in Richtung eines serviceorientierten oder produktzentrierten Bereitstellungsmodells bewegen.

Die Umstellung auf ein serviceorientiertes Betriebsmodell ermögliche ihnen, ihre Kosten zu optimieren und ihre IT-Services zu industrialisieren, berichtet Troy. Das hilft IT-Abteilungen, sich vom Silo- und Pipeline-Denken zu verabschieden, das primär um Technologien kreist. Statt dessen müssen sie sich darum kümmern, wie die Infrastruktur einer Organisation deren Betrieb unterstützen kann.

Aufbau hybrider und Multi-Cloud-Architekturen

Beim Management einer hybriden IT gibt es laut Troy eine Reihe von Optionen: von anwendungsbezogenen Provider-Silos bis zu flexibel zusammengesetzten Multi-Cloud-Systemen.

Die meisten Organisationen steigen ein, indem sie die unterstützende Infrastruktur oder Cloud-Technologie für eine bestimmte Anwendung organisieren. So können sie schneller den Betrieb aufnehmen. Sie haben mehr Auswahl bei den Cloud-Services, und die Administratoren müssen nicht mehrere Applikationen kombinieren.

Am anderen Ende des Spektrums befinden sich Multi-Cloud-Architekturen. Sie vereinfachen die Bereitstellung einer hochverfügbaren Infrastruktur, bieten Kostentransparenz, lassen Anwender von hochgradig modularen Anwendungsservices profitieren und sorgen für portierbare Workloads.

Ahmed fügt hinzu, die Führungskräfte von Organisationen sollten entscheiden, warum sie Workloads in der Cloud verlagern wollen und wo spezifische Workloads laufen.

Beispielsweise kann eine Organisation Produktions-Workloads auf AWS betreiben oder Daten auf VMware-Produkten oder -Services sichern. Zu derartigen Plänen sollten immer auch Kostenerwägungen gehören, weil die Verlagerung an externe Standorte auf eine hybride oder Multi-Cloud-Infrastruktur meist auch veränderte Finanzprozesse bedeutet.

„Bei Infrastructure as a Service (IaaS) bedeutet Kostentransparenz, nicht automatisch Kosteneffizienz“, warnt Ahmed.

Strukturiertes Management von Hybrid und Multi Cloud

Managementwerkzeuge gehören zum IT-Betrieb, egal, ob eine Organisation bereits eine hybride IT und Multi-Cloud-Architekturen nutzt oder dabei ist, sie aufzubauen.

„Kaum ein Management-Tool kann alles,“ sagt Troy. „Aber man muss nicht alles integrieren. Es ist besser, sich auf das Wesentliche für das angepeilte Ziel zu konzentrieren.“

Die beiden wichtigen Optionen für das Multi-Cloud-Management sind ein zentrales oder mehrere verteilte Managementzentren. Organisationen sollten ihr Modell entsprechend ihrer Abteilungsstruktur, den vorhandenen Tools, Lizenzbestimmungen und langfristigen Zielen wählen.

Ein zentralisiertes Toolset bietet eine konsistente Sicht auf die Infrastruktur über alle Cloud-Instanzen hinweg. Der IT-Betrieb kann sich so auf die Betriebsaufgaben konzentrieren. Anwender in den Geschäftsbereichen müssen weniger schnell dazulernen.

Zu den Vorteilen eines verteilten Managements gehört, dass man kein zentrales Support-Team braucht, auch keine neuen Management-Tools. Die Implementierung vollzieht sich schneller und es gibt mehr Auswahl bei der Software. Allerdings hat dieser Ansatz Team-Silos und eine fragmentierte Tool-Landschaft zur Folge.

VMware, AWS und HPE haben ein breites Angebot für die Schicht über der Produktionsumgebung und liefern Metriken, von denen Administratoren bei den täglichen, monatlichen und jährlich abzuwickelnden Managementaufgaben profitieren, berichtet Ahmed. Solche Produkte einzusetzen, kann die Informationsgewinnung durch die Administratoren signifikant vereinfachen.

Hierzu rät Ahmed: „Man sollte niemals unterschiedliche Tools für Management und für Produktionsumgebung verwenden.“

Die übergeordneten Steuerungsregeln sind, so Troy, ein weiteres wichtiges Thema beim hybriden IT-Management. Möglich sind die programmierte Steuerung, deskriptive Regeln oder etwas dazwischen, je nach Applikation oder den Anforderungen der Anwendungssoftware.

Mit programmierter Steuerung reduzieren Organisationen das Risiko von Sicherheitszwischenfällen, von überhöhten Ausgaben für Cloud-Ressourcen und von Ressourcenverlusten. Derartige Steuerungsmechanismen erzwingen auch die Einhaltung jedweder Compliance-Anforderung. Daher verwendet man diese Methode für Hochrisiko- oder geschäftskritische Workloads.

In weniger kritischen Bereichen reicht ein deskriptives Regelwerk. Es ermöglicht Anwendern auf einer allgemeinen Ebene ein Verständnis der Prozesse, erfordert weniger Implementierungsplanung und man muss nicht unbedingt programmieren oder APIs definieren. Derartige Regeln sind auch für Endanwender leichter verständlich und bei Bedarf einfacher veränderbar.

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