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Kamerahersteller erschließt neue Geschäftsfelder mit Qumulo

Kamerahersteller und Provider hochauflösender Luftbildaufnahmen Vexcel nutzt eine Implementierung von HPE-Hardware und Qumulo-Software, um neue Angebote für Kunden zu schaffen.

Dass gerade im Bereich der Bildverarbeitung, erst recht von hochauflösenden Images, die in kurzer Zeit ausgewertet und verteilt genutzt werden sollen, leistungsfähige Lösungen gefragt sind, ist nichts Neues.

Neu sind allerdings die Produktangebote, die Speicherhersteller zur Verfügung stellen, um selbst hochanspruchsvolle Umgebungen zu bedienen. In einigen Fällen kooperieren Storage-Anbieter, um spezifischen Kundenanforderungen gerecht werden zu können.

Die Firma Vexcel Imaging arbeitet in einem sehr speziellen Geschäftsfeld, was wiederum zu sehr individuellen Herausforderungen in der IT führt. Vexcel ist eine global agierende Firma mit Hauptsitz in Graz (Österreich), die Luftbildkameras herstellt, die hochauflösende Bilder von der Erdoberfläche aufnimmt.

Diese kommen beim Erfassen von Städten/Straßen (beispielsweise in Autos für Google Street View), geografischen Gegebenheiten, oder speziellen Einsatzfällen (Schafe zählen in Irland) zum Einsatz. Dabei wird eine Region von 1x1,5 km erfasst und mit Kameras mit bis zu 500 Megapixel fotografiert. Jedes Objekt, das zwei Zentimeter oder größer ist, ist auf diesen Aufnahmen sichtbar. Laut Christian Lackner, Head of IT bei Vexcel, ist das Unternehmen auch in der Lage, in Zukunft noch bessere Auflösung zu bieten.

Die Kameras und die dazugehörende Software werden vom Unternehmen selbst hergestellt. Die Kameras wiegen zwischen 30 und 70 Kilogramm und können bis zu zehn beziehungsweise 20 Terabyte an Daten speichern. In der Regel werden täglich fünf bis sieben Flüge von 20 bis 25 Flugzeugen durchgeführt.

Vexcel Data Programm ermöglicht durch Qumulo und HPE

Pro Flug speichert jede Kamera zwischen fünf und zehn Terabyte an Daten (Raw Data). Diese werden zwar im lokalen Storage mit sieben Petabyte, aber das Unternehmen wollte mehr erreichen. Vexcel rief das Vexcel Data Programm ins Leben, das eine Cloud-basierte Datenbank ist, welche die Luftbildaufnahmen für Kunden zur Verfügung stellt.

„Zum einen waren wir dafür auf der Suche nach einer Lösung, die zuverlässig und ausfallsicher läuft und rasch hoch skalierbar ist“, erklärt Christian Lackner. „Zum anderen muss sie reibungslosen Datenaustausch in der Cloud ermöglichen und die passende Performance bieten.“

Das Unternehmen betreibt für sein Labor eine Serverfarm aus 80 Systemen verschiedener Hersteller. Die Cloud-Lösung sollte als zusätzliches Repository dienen, um den neuen Service anbieten zu können. „Das Datenwachstum war das größte Problem“, erklärt Lackner. „Darüber hinaus sind die Wartung sowie die Berechnung und Konsolidierung der Daten eine große Herausforderung.“

Der Kamerahersteller rechnete damit, mindestens 50 Petabyte an Daten verwalten zu müssen, was die gesuchte Lösung natürlich erfüllen muss. Die Firma benötigte die geeignete IT-Infrastruktur, die High Performance Computing und Big Data Analytics liefert und zudem mit Storage-intensiven Applikationen umgehen kann.

„Wir haben verschiedene Angebote überprüft, darunter auch Isilon“, erklärt der IT-Leiter. „Die Lösung von Qumulo schien uns der bessere Weg und im Zusammenspiel mit der HPE-Hardware erfüllt sie genau unsere Anforderungen.“

Die gewählte Kombination besteht aus HPE Apollo und ProLiant Servern sowie der Qumulo-Software Hybrid Cloud File Storage. Vexcel installierte ein Cluster mit 1,8 Petabyte an Speicherkapazität, die sich auf 10 HPE Apollo 4200 Server mit entsprechenden Qumulo-Lizenzen und 30 HPE ProLiant DL360 Server verteilen.

„Dieser Mix gewährleistet Vexcel die richtige Balance zwischen Performance, Kapazität und Sicherheit“, so Ingmar Löke, Director Sales DACH und Eastern Europe bei Qumulo. „Unsere Software wurde für hybride Cloud-Umgebungen konzipiert und ermöglicht unkomplizierte und massive Skalierbarkeit, ohne die Performance oder Sicherheit zu beeinträchtigen. Die Vexcel-Lösung ist exakt auf die bestehenden Anforderungen abgestimmt worden, um höchstmögliche Leistung zu gewährleisten.“

Die Qumulo-Software verbindet alle relevanten Systeme der Infrastruktur. Damit sollen nahtlose Workflows und umfassende Kontrolle mittels Echtzeitüberwachung bereitgestellt werden. Für Vexcel ist dies nur einer von vielen Schritten zur digitalen Transformation.

Seit 2018 ist diese Lösung in den USA und seit Anfang 2019 auch in Europa installiert und bietet den Vexcel-Kunden nun Cloud-basierten Zugriff auf die hochauflösenden Luftbildaufnahmen, darunter unter anderem Versicherungen. Insgesamt nutzt das Unternehmen zwischen 50 und 70 PByte an Daten in der Amazon-Cloud.

„Wir machen diesen neuen Service nicht nur kommerziellen Zielgruppen zugänglich“, erklärt Lackner. „Bei Naturkatastrophen wie Tornados oder Überschwemmungen bieten wir unsere Vorher-Nachher-Aufnahmen den beteiligten Hilfsorganisationen kostenfrei an, so dass diese ihre Hilfe schneller und effizienter planen und umsetzen können. Uns ist es wichtig, in solchen Situationen einen essentiellen Beitrag zu leisten und die Hilfe vor Ort zu unterstützen.“

Da die Installation derzeit reibungslos und ausfallfrei funktioniert, plant der Kamerahersteller bereits, auch andere Projekte mit Qumulo umzusetzen.

Qumulo Hybrid File Software v3

Anfang 2020 führte Qumulo die dritte Generation seiner Hybrid File Software ein, die das zentrale Element bei der Installation Cloud-basierter Qumulo-Lösungen ist. Zu den wichtigsten Neuerungen der dritten Version gehören Verschlüsselung, rollenbasierte Zugangskontrolle und integrierte Backups.

Die Qumulo-Software-Architektur im grafischen Überblick.
Abbildung 1: Die Qumulo-Software-Architektur im grafischen Überblick.

Die Software gewährleistet SMBv3-Verschlüsselung für Daten während des Transfers (In-Flight). Anwender, die zusätzlich eine Data-at-rest-Verschlüsselung benötigen, können diese mit der Kombination der Software mit HPE Apollo-Servern umsetzen.

Als integrierte Backup-Funktionalitäten stehen nun Snapshots für Replikationen zur Verfügung. Der Anbieter stellt das gleiche File System sowie einen einheitlichen Namensraum (Namespace) sowohl für aktive als auch Backup-Daten zur Verfügung. Somit sind keine zusätzlichen Anwendungen notwendig.

Die Software wurde zudem so konzipiert, dass sie die Performance aller NVMe-Plattformen optimal nutzt. Sie ist optimiert für den Einsatz mit GPUs und kleinen Dateien für hohe Performance. Darüber hinaus unterstützt sie unlimitierte All-NVMe-Cluster in der Cloud.

Auch die Benutzeroberfläche erhielt ein Update, das Echtzeitvisualisierung mit integrierten Analysen zulässt. Das REST API dient dazu, programmatisch zu konfigurieren sowie die Systemnutzung, die Kapazität und die Performance zu verwalten. Mittels der programmierbaren Infrastruktur lassen sich Automatismen für die Systemadministration realisieren.

Das Start-up Qumulo wurde von ehemaligen Isilon und Dell-EMC-Mitarbeitern gegründet, was den direkten Wettbewerb zu den Isilon-Produkten erklärt.

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