Definition

VMware vSphere 6

Mitarbeiter: Stephen J. Bigelow

VMware vSphere 6 ist eine für Konzerne geeignete Virtualisierungsplattform, die von VMware entwickelt und unterstützt wird und seit Februar 2015 offiziell erhältlich ist.

Die tatsächliche Virtualisierungsebene – der Hypervisor – wird durch die Komponente VMware ESXi abgebildet. Ein verteilter Ressourcen-Scheduler (DRS, Distributed Resource Scheduler) kann Compute-Ressourcen mit dem Geschäftsbedarf abgleichen und Host-Systeme nach wechselndem Bedarf ein- und ausschalten. VMware vMotion dient ebenfalls dem Ressourcen-Management in vSphere und ist in vSphere 6 als Cross vSwitch vMotion, Cross vCenter Server vMotion und als Long Distance vMotion verfügbar. Letztere vMotion ist neu in vSphere 6 und kann aktive Arbeitslasten auf virtuellen Maschinen zwischen Systemen und Clustern in größerer Entfernung mit Latenzzeiten bis zu 100 Millisekunden Round Trip Time (RTT) verlagern. Allen vMotion-Varianten liegt die Storage vMotion zugrunde.

VSphere 6 bearbeitet auch Hadoop-Workloads und ermöglicht es VM-Instanzen, sich an Big-Data-Clustern zu beteiligen. Mit vSphere 6 ist auch die Nutzung hardwarebeschleunigter Grafik auf Servern (vGPU) möglich.

VSphere 6 unterstützt verschiedene wichtige Belastbarkeitsszenarien einschließlich Hochverfügbarkeit (VMware HA, High Availability), mit der VMs auf anderen Hosts innerhalb eines Clusters schnell neu gestartet werden können, wenn ein Problem mit der Hardware oder dem Betriebssystem entdeckt wird. VMware Fault Tolerance sichert dagegen die unterbrechungslose Bearbeitung von Workloads ohne Downtime durch redundante Instanzen für wichtige Arbeitslasten auf anderen Servern und das automatische Failover auf eine synchronisierte Kopie. Der Datensicherheit und –verfügbarkeit dienen Funktionen wie Deduplizierung und native Replikation.

VSphere 6 bietet ein Verwaltungs-Dashboard, das wichtige Kennzahlen überwacht, Compute- und Storage-Analysen durchführt, den Kapazitätsbedarf abschätzt, mögliche Optimierungen vorschlägt und zusammen mit anderen VMware-Tools (vCenter Server oder vRealize Orchestrator) potenzielle Risiken meldet. Administratoren können auch automatisch Systeme bereitstellen und patchen, neue Hosts gemäß vorgegebener Profile konfigurieren und mit VM Templates, vApps und ISO-Images aus einer zentralisierten Inhaltsbibliothek arbeiten.

Storage nutzt das VMware vStorage Virtual Machine File System (VMFS) und Features wie Storage DRS, das die VM-Platzierung und Load Balancing aufgrund von Faktoren wie Storage-Kapazität und benötigter Speicher-I/O-Latenzzeit leistet. VMware Virtual Volumes (VVOLs) machen die Speicherressourcen auf SAN- und NAS-Geräten VM-tauglich. Storage vMotion kann Speicherinhalte unterbrechungsfrei zwischen lokalen Speichermedien oder über das gesamte WAN hinweg verschieben, während Thin Provisioning Speicherkapazität einteilen kann, ohne dass das Speichermedium physisch vorhanden sein muss. Storage kann über Richtlinien gesteuert werden, womit Administratoren Storage-Zugriff auf die wichtigeren VMs priorisieren können. Lokales Lese-Caching beschleunigt die VM-Anwendungsleistung durch Caching von Speicherinhalten auf dem Host-Server.

VSphere 6 bietet auch Network-I/O-Control, mit deren Hilfe Administratoren den VM-Zugriff auf das Netzwerk auf Basis etablierter Richtlinien konfigurieren können, während Distributed vSwitches die Steuerung der Netzwerk-Provisionierung und die Administration über das gesamte Rechenzentrum hinweg zentralisieren.

VSphere 6 unterstützt überdies Storage-APIs, über die Drittanbieter Storage-Funktionen, Datensicherheit und Leistungsverbesserungen für virtuelle Umgebungen integrieren können. Die Enterprise Plus Version von vSphere 6 bietet auch APIs für eine Integration von OpenStack.

VSphere 6 war anfangs in den Editionen Standard, Enterprise und Enterprise Plus verfügbar, zum 30. Juni 2016 wurde allerdings die Enterprise-Edition abgekündigt. Die Lizenzkosten werden, für die Editionen unterschiedlich hoch, auf Basis physischer Prozessoren taxiert. Kosten für vCenter Server und Verträge für Service und Support (SnS) kommen fallen zusätzlich an. VSphere 6 wird innerhalb von Konzern-Rechenzentren üblicherweise von IT-Personal bereitgestellt, das meist über formale Zertifizierungen von VMware in den Bereichen vSphere Installation, Konfiguration und Administration besitzen.

Ende 2015 wurde vSphere 6 Update 1 veröffentlicht, das neue Funktionen für vCenter Center sowie für ESXi und vSAN mit sich brachte.

Diese Definition wurde zuletzt im Juli 2016 aktualisiert

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