Definition

P2V-Migration (physisch zu virtuell)

Physisch zu virtuell (P2V) bezeichnet die Migration von physischen Maschinen zu virtuellen Maschinen (VMs). Sie wird auch als Hardwarevirtualisierung bezeichnet. Um diesen Prozess durchzuführen sind verschiedene Softwarewerkzeuge zur Unterstützung erhältlich.

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Sie speichern die vom physischen Computer gesammelten Daten als Image, das dann von einem Hypervisor auf einer Virtuellen Maschine neu installiert wird. Mit P2V migrierte Daten umfassen ein Betriebssystem, Anwendungen, Programme und Daten von der Hauptfestplatte eines Computers auf eine VM oder eine Festplattenpartition. Das Endergebnis einer P2V-Migration ist eine VM mit denselben Daten, Anwendungen und Systemkonfigurationen wie der physische Server.

Mit P2V können Entwickler ihre physische Umgebung mit weniger Hardware und physischem Speicherplatz in eine digitale Umgebung übertragen und Entwicklern die Vorteile von VMs bieten, zum Beispiel mehr Flexibilität, da virtuelle Maschinen auf mehreren Plattformen ausgeführt werden können.

Wie physisch zu virtuell funktioniert

Bevor Sie P2V verwenden, müssen Sie zunächst bestimmen, wie viele Ressourcen Ihre zukünftigen VMs benötigen werden, basierend auf der Menge der Ressourcen, die das physische System verwendet. So finden Sie heraus, ob die Host-VM genügend Ressourcen umfasst, um die virtualisierte Plattform erfolgreich zu betreiben. Das Ermitteln des Ressourcenverbrauchs kann mit Tools zur Leistungsüberwachung erfolgen. Informationen wie benötigter Arbeitsspeicher, Speicherplatz und Rechenleistung können Aufschluss über den aktuellen Ressourcenverbrauch eines Servers geben und darüber, wie dieser Ressourcenverbrauch in einer VM aussehen würde.

Ein P2V-Tool speichert den Status einer physischen Maschine als Image. Dies bedeutet, dass die Daten, aus denen ein physischer Server oder ein physisches System besteht, elektronisch kopiert werden, ähnlich wie ein Docker-Container Daten durch Erstellen eines Images speichert. Das Image wird von einem Hypervisor am angegebenen Speicherort installiert. Eine Person oder ein Hypervisor kann dann den Standort jeder erforderlichen Ressource bestimmen.

Einige ältere Hardwarekomponenten können in einer virtuellen Infrastruktur einfach nicht emuliert werden. Das Durchführen einer P2V-Migration mit einem DOS-basierten Abrechnungspaket, das beispielsweise auf 16-Bit-Hardware ausgeführt wird, ist keine Option, da keine der wichtigsten Virtualisierungsplattformen 16-Bit-Gastbetriebssysteme unterstützt.

P2V wird üblicherweise verwendet, um die Servervirtualisierung durchzuführen. P2V ist auch eine beliebte Möglichkeit für Mac-Benutzer, Windows-Anwendungen auszuführen.

Manuelles, halbautomatisches und vollautomatisches P2V

Es gibt drei Möglichkeiten für die P2V-Migration: manuell, halbautomatisch und vollautomatisch. P2V lässt sich manuell durchführen, indem eine virtuelle Umgebung erstellt oder definiert und anschließend das Betriebssystem, die Anwendungen und die Daten darauf neu installiert werden. Dies kann ein langwieriger und unsicherer Prozess sein, insbesondere wenn die neue Umgebung wesentlich andere Hardware verwendet als die alte.

Um den Vorgang zu rationalisieren, kann ein Teil oder die gesamte Migration automatisch mit speziellen Programmen durchgeführt werden. P2V mit einem Migrationstool ist viel schneller als das manuelle Wiederherstellen des Inhalts eines physischen Systems in einer VM. P2V-Tools können beispielsweise automatische Erkennungsfunktionen enthalten, so dass der Übergang von physischen zu virtuellen Systemen mit eingeschränkter oder keiner Hilfe geschehen kann. Jede zusätzliche Anpassung wird dann am Bild vorgenommen.

Ein halbautomatisches Tool unterstützt den Benutzer bei der Migration einer physischen Maschine auf eine VM. Beispielsweise konvertiert VMware vCenter Converter sowohl Windows- als auch Linux-basierte physische Maschinen und unterstützt zahlreiche Image-Formate. VMware vCenter Converter verfügt über eine zentrale Verwaltungskonsole und kann sowohl lokale als auch Remotecomputer konvertieren. Durch die lokale Installation kann ein Benutzer lokale Computer auf eine VM migrieren, während durch die Remote-Installation ein Benutzer ein System remote über ein Client-System migrieren kann. VMware vCenter Converter kann auch Hot- und Cold-Migrationen durchführen. Bei einer Hot-Migration befindet sich das zu migrierende System in einem laufenden Zustand, und eine Cold-Migration erfordert, dass das System offline ist. Einige physische Computer, zum Beispiel ein Active Directory Controller, sollten nicht über eine Hot-Migration konvertiert werden. Kalte Migrationen werden für Systeme wie SQL Server empfohlen, die regelmäßig aktualisiert werden. Darüber hinaus konvertiert vCenter Converter physische Maschinen, Hyper-V-VMs und mehr. Von VMware vCenter Converter erstellte VMs unterstützen jedoch nur andere VMware-Software als Ziel.

Vor- und Nachteile von P2V

P2V-Methodologien bieten konsistente Möglichkeiten für die Migration physischer Hardware auf VMs. Jemand, der eine physische Maschine manuell in eine VM konvertiert oder P2V-Software verwendet, sollte diese Vor- und Nachteile berücksichtigen.

Ein Vorteil der P2V-Migration ist, dass weniger Hardware, physischer Speicherplatz, Energiezufuhr und Reparaturen erforderlich sind, um eine VM auszuführen. Aus diesem Grund spart die Migration auf VMs Betriebskosten. Außerdem können VMs auf mehreren Plattformen ausgeführt werden, was die Migrationsoptionen erweitert. Bei P2V-Migrationen kann alte Hardware ausrangiert und Speicherplatz gespart werden, da mehrere VMs auf einem einzigen Server laufen können. Wenn die Hardware, auf der sich eine VM befindet, ausfällt, kann die VM mit minimalen Ausfallzeiten auf einem funktionierenden Server platziert werden.

P2V überträgt bei der Migration eventuelle Konfigurationsprobleme mit dem System oder den Anwendungen mit. Außerdem kann einige ältere Hardware nicht in einer virtuellen Infrastruktur emuliert werden. Schließlich erfordert spezielle Hardware wie USB-Geräte oder Grafikkarten möglicherweise erhebliche Konfigurationen oder wird möglicherweise nicht ordnungsgemäß migriert.

Diese Definition wurde zuletzt im Mai 2021 aktualisiert

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