VDI-Software für KMU: Citrix VDI-in-a-Box im Vergleich mit XenDesktop

Citrix VDI-in-a-box ist eine kostengünstige und leicht zu verwaltende Alternative zu XenDesktop, gerade für kleine und mittlere Unternehmen.

Viele Kunden entscheiden sich noch immer für Citrix XenDesktop als VDI-Software, doch einiges spricht für ein anderes Citrix-Produkt: VDI-in-a-Box verspricht leichtere Administration, einfachere Installation und eine bessere Preisstruktur.

Citrix hat VDI-in-a-Box 2010 durch die Übernahme von Kaviza Software ins Haus geholt. Das Produkt richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), von denen viele nach wie vor XenDesktop als VDI-Software der Wahl ansehen. Einige Funktionen von VDI-in-a-Box und XenDesktop überschneiden sich, was die Dinge weiter verkompliziert.

Um zu entscheiden ob VDI-in-a-Box für Ihre Organisation geeignet ist müssen Sie die jeweilige Herangehensweise der beiden Pakete verstehen. Preisgestaltung, Administration und Support sind dabei wichtige Faktoren.

XenDesktop vs. VDI-in-a-Box: Preise

Für die meisten kleinen VDI-Kunden sind die Kosten ein Hauptfaktor bei der Auswahl, daher beginnen wir damit. Citrix’  Preisgestaltung für VDI-in-a-Box ist ziemlich aggressiv, bringt Kunden aber gleichzeitig dazu, die Software ohne Add-ons zu kaufen. VDI-in-a-Box kostet prinzipiell nur die Hälfte von XenDesktop, aber es gilt einige Nachteile zu beachten:

- Citrix VDI-in-a-Box enthält keine Lizenz zur Nutzung von XenServer Enterprise als Hypervisor. Sie können es aber auf der kostenlosen Version von XenServer ausführen.

- Wollen Sie Anwendungen unter XenApp betreiben, müssen Sie XenApp separat erwerben. Das macht VDI-in-a-Box teurer als XenDesktop, weil XenDesktop die XenApp-Lizenz bereits enthält.

- Device Licensing wird nicht angeboten, was VDI-in-a-Box weniger kosteneffektiv für Umgebungen mit vielen Benutzern macht, die Geräte gemeinsam nutzen (zum Beispiel in der Fertigung oder in Schulen).

Komplexität von VDI-Software

Laut Citrix können Sie VDI-in-a-Box in weniger als zwei Stunden einrichten und sofort Desktops provisionieren. Das mag stimmen, aber Sie werden deutlich mehr Zeit vor einem Whiteboard mit dem Entwurf des Systems verbringen – nicht vor einer Tastatur bei der Installation. Trotzdem ist VDI-in-a-Box einfacher zu installieren als die verschiedenen Ebenen von XenDesktop (PVS, XenApp, DDC, das Web-Interface und so weiter), da Sie nur ein einzelnes Paket einrichten.

Nachdem Sie die VDI-Software in Betrieb genommen und Desktops provisioniert haben, müssen Sie noch die Umgebung einrichten, Desktop-Pools definieren sowie Zugriffe und Ressourcen-Verteilung festlegen. Dank der Einfachheit von VDI-in-a-Box wird Sie das jedoch viel weniger Zeit kosten als die Anpassung von XenDesktop.

Citrix VDI-in-a-Box: Handhabbarkeit und Support

Diese Einfachheit macht auch Verwaltung und Support bei VDI-in-a-Box leichter. Da es keine Hochverfügbarkeit unterstützt, ist die Überwachung der Ressourcen-Allokation zum Beispiel kein Thema. Auch neue Desktop-Images sind mit ein paar Klicks provisioniert. Desktop-Administratoren ohne Erfahrung mit virtueller Infrastruktur lernen daher schnell, mit dieser VDI-Software umzugehen.

Darüber hinaus verwalten Sie Citrix VDI-in-a-Box über eine einzelne URL, die auf nur eine Konsole zugreift. Die Überwachung von XenDesktop-Umgebungen dagegen erfordert mindestens vier Konsolen: XenDesktop, XenApp, PVS und Edgesight.

Oft finden Helpdesk-Mitarbeiter die Konsole von VDI-in-a-Box so einfach zu benutzen, dass sie virtuelle Desktops selbst überwachen, statt auf Infrastruktur-Admins zurückzugreifen. Das verbessert nicht nur die Antwortzeiten des Supports, sondern senkt auch Kosten, weil Sie nicht auf teureres Personal angewiesen sind.

Nachteile von VDI-in-a-Box

Wie bereits erwähnt, unterstützt Citrix VDI-in-a-Box keine hohe Verfügbarkeit. Das liegt daran, dass die Server kein Shared Storage nutzen und ein Failover von einem Host zum anderen daher nicht möglich ist. Ein Server-Ausfall führt also unweigerlich zum plötzlichen Shutdown eines Desktops. Verbindet sich der Benutzer neu, wird der Desktop auf einen verfügbaren Server umgelegt, doch die vorherige Sitzung ist nicht wiederherstellbar.

Darüber hinaus ist die Integration mehrerer Standorte in einer einzelnen Farm bei VDI-in-a-Box nicht möglich.

Insgesamt hat Citrix VDI-in-a-Box in der Praxis bewiesen, dass es einfacher einzurichten, zu administrieren und zu supporten ist. Außerdem ist seine Preisgestaltung attraktiv für kleine Unternehmen. Es bestehen jedoch Einschränkungen im Hinblick auf Geschäftsanforderungen, die für manche KMUs wichtig sein könnten. Zusammenfassend: VDI-in-a-Box bringt geringere Kosten pro Nutzer, sowohl sofort als auch dauerhaft, erfordert aber ein paar Kompromisse.

ÜBER DEN AUTOR:

Eugene Alfaro leitet das IT-Engineering bei Cornerstone Technologies, einem kalifornischen Ingenieurbüro für IT-Services. Seit 1998 entwickelt, verwaltet und betreibt er IT-Umgebungen für multinationale Unternehmen. Als Redner hat Alfaro Vorträge über Themen wie Virtualisierung, WAN-Optimierung, Enterprise Storage und Voice-over-IP gehalten. Sie können ihm auf Twitter unter @Eugenealfaro folgen.

Artikel wurde zuletzt im April 2012 aktualisiert

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