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Tipps für die Auswahl der USB-Geräte zur USB Redirection in VDI-Umgebungen

Die Weiterleitung von USB-Geräten erhöht die Zufriedenheit von VDI-Anwendern enorm. Dabei kann die USB Redirection aber auch zu Problemen führen.

Die Weiterleitung von USB-Geräten, auch USB Redirection genannt, sorgt für eine wesentlich verbesserte Nutzererfahrung virtueller Desktops, Administratoren sollten sich aber von Anfang an genau überlegen, welche Geräte den Mehraufwand wert sind. Netzwerkbeschränkungen und Hardwareanforderungen können es mitunter sogar gänzlich unmöglich machen, bestimmte Geräte weiterzuleiten.

Trotzdem ist die Unterstützung für USB-Peripheriegeräte so wichtig für eine gute Nutzererfahrung, dass viele IT-Abteilungen bereitwillig die Tests und Probleme der USB Redirection in Kauf nehmen. Per USB Redirection lassen sich am Client-Computer eingesteckte USB-Geräte mit virtuellen Desktops einer VDI-Umgebung (Virtual Desktop Infrastructure) nutzen. In den meisten Fällen sind hierzu Treiber sowohl auf dem Client-Rechner als auch auf dem virtuellen Desktop nötig.

Im Prinzip kann fast jedes USB-Gerät weitergeleitet werden, die meisten Tools zur USB-Weiterleitung blockieren aber aus gutem Grund bestimmte Gerätetypen. Manche Geräte eignen sich zum Beispiel schlicht nicht für die Weiterleitung, etwa USB-to-Ethernet-Adapter. In diesem Fall können Anwender ihre Netzwerkverbindung nicht weiterleiten, letztlich wäre so aber natürlich auch keine Verbindung mit dem virtuellen Desktop möglich.

Andere Beispiele betreffen unter anderem auch USB-Geräte, die bereits über die VDI-Plattform eingebunden sind, beispielsweise Maus oder Keyboard, oder USB-Geräte, deren Nutzung einfach nur unpraktisch wäre, etwa USB-Festplatten. Trotzdem können Administratoren natürlich auch diese Einstellungen überschreiben und fast jedes Gerät ihrer Wahl weiterleiten.

Die VDI-Branche unterstützt aber auch zunehmend USB-Geräte, die bisher nicht für die USB Redirection geeignet waren. Mit Horizon 6.1 unterstützt VMware jetzt zum Beispiel auch Massenspeicher für Windows Server 2012 R2 RDSH (Remote Desktop Session Hosts). Dabei sollten IT-Abteilungen aber natürlich sicherstellen, dass das Netzwerk diese Szenarien auch unterstützen kann, beispielsweise durch Bereitstellung ausreichender Netzwerkbandbreite.

Diese Geräte eigenen sich nicht für USB Redirection

Welche USB-Geräte tatsächlich weitergeleitet werden, sollte idealerweise von Fall zu Fall entschieden werden. Scanner beispielsweise führen häufig zu Problemen bei der USB-Weiterleitung, weil sie viel Bandbreite benötigen und nur unregelmäßig genutzt werden. Unzuverlässige Datenverbindungen können daher zu großen Verzögerungen bei Scan-Vorgängen führen.

Die USB-Weiterleitung von Scannern setzt daher eine moderne LAN-Umgebung (Local Area Network) voraus, die schnell und zuverlässig arbeitet. Selbst dann sind Probleme aber nichts Ungewöhnliches. Microsofts RemoteFX-Protokoll unterstützt beispielsweise USB Redirection von Scannern, obwohl Microsoft darauf hinweist, dass fortgeschrittene Funktionen nicht zwangsläufig funktionieren.

VMware versucht Probleme mit der Scanner-Weiterleitung zu umgehen, indem Horizon View eine Funktion erhalten hat, mit der gescannte Bilder auf dem Client zunächst komprimiert werden, und dann erst zum VDI-Host übertragen werden.

Auch Audio- und Video-Geräte benötigen mitunter viel Netzwerkbandbreite. Eine Webcam beispielsweise kann bis zu 60 Mbps liefern, wenn ein Video von einem Client zu einem virtuellen Desktop gestreamt wird. Die USB Redirection einer großen Anzahl an Audio- und Video-Geräten kann sich so schnell aufsummieren und zu einer enormen Latenz im Netzwerk führen.

Aus diesem Grund begrenzen VDI-Produkte oft die Möglichkeit zur USB-Weiterleitung von Audio- und Videogeräten. VMware beispielsweise unterstützt keine USB Redirection für Webcams, während Citrix in XenApp Audio-Geräte blockiert. RemoteFX wiederum unterstützt Webcams und VoIP-Telefone, gleichzeitig warnt Microsoft seine Kunden aber davor, dass diese Art der Weiterleitung zu Latenz- und Netzwerkproblemen führen kann.

Grenzen der USB-Weiterleitung

Die Weiterleitung von USB-Geräten bringt allerdings noch weitere Beschränkungen mit sich. Die meisten der heutigen USB-Geräte lassen sich in irgendeiner Form weiterleiten, gerade bei älteren oder Boot-Geräten stoßen VDI-Produkte aber an ihre Grenzen.

Biometrische Geräte sind generell auf die aktuelle Sitzung begrenzt, wodurch sie sich natürlich nicht zum Anmelden am virtuellen Desktop nutzen lassen. Zusätzlich dazu sind USB-Peripheriegeräte, die an einen virtuellen Desktop weitergeleitet werden, meist nicht für das zugrundeliegende Client-OS erreichbar. Bevor die USB-Weiterleitung aktiviert wird, sollten sich Administratoren also über ihr Netzwerk, die Geräte und unterstützte Systeme im Klaren sein, trotzdem können natürlich immer Probleme mit bestimmten Geräten oder VDI-Produkten auftreten.

USB-Sticks, die im FAT32-Format formatiert wurden, arbeiten beispielsweise unabhängig vom VDI-Produkt meist langsamer als NTFS-formatierte USB-Sticks. Gleichzeitig sind aber auch bestimmte Geräte dafür bekannt, häufig Probleme zu verursachen, zum Beispiel die Diktiergeräte Philips SpeechMike oder Nuance's Dragon Power Mic II in Horizon-Umgebungen.

Als generelle Handlungsempfehlung sollten Unternehmen die USB-Weiterleitung nur in äußerst zuverlässigen Netzwerken einrichten, die Arten an weiterleitbaren USB-Geräten kontrollieren und die VDI-Software immer auf dem aktuellen Stand halten. VDI-Nutzer werden mit der Möglichkeit zur Weiterleitung von USB-Geräten wesentlich zufriedener sein, dabei sollte aber das Einrichten bestimmter Beschränkungen nicht vergessen werden, um nicht von Anfang an in zu viele Probleme zu laufen.

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Artikel wurde zuletzt im April 2016 aktualisiert

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