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Microsoft- und Drittanbieter-Tools zum Hyper-V-Management

Für das Hyper-V-Management muss es nicht immer Microsoft System Center sein. Von Microsoft und Drittanbietern sind zahlreiche Alternativen erhältlich.

Microsoft Hyper-V gilt mittlerweile als der zweitbeliebteste Hypervisor nach VMware vSphere und kommt dem VMware-Hypervisor im Funktionsumfang schon recht nahe. Somit ist Hyper-V zwar eine leistungsfähige Alternative, die primäre Management-Suite Microsoft System Center kommt aber nicht für jedes Unternehmen in Frage. Allerdings gibt es einige alternative Management-Tools von Drittanbietern, die Microsofts System-Center-Suite durchaus ersetzen können.

Einer der wichtigsten Gründe, warum sich Unternehmen gegen System Center Virtual Machine Manager (SCVMM) entscheiden, ist wohl der Kostenfaktor. Microsoft bewirbt Hyper-V zwar gerne als kostenlos, für System Center gilt dies aber nicht. System Center 2012 R2 schlägt in der Standard-Edition mit ungefährt 1.300 Euro zu Buche, während für die Datacenter-Edition bereits etwa 3.600 Euro fällig werden – beides Netto-Preise. Die Mindeskonfiguration zur Verwaltung von Hyper-V bedeutet dabei, eine Windows-Version für Clients zu erwerben und weitere Remote-Tools für das Management zu installieren.

Unternehmen verwenden meist einen vollumfänglichen Windows Server mit der installierten Hyper-V-Rolle, statt das kostenlose Einzelprodukt Microsoft Hyper-V Server zu verwenden. Laut Microsoft ist die Nutzung von Hyper-V Server oder Windows Server in der Core-Installation der optimale Weg, um Hyper-V bereitzustellen, trotzdem greifen viele Unternehmen lieber auf einen vollständigen Windows Server mitsamt grafischer Benutzeroberfläche zurück. Der Grund ist meist die Verwaltung von Hyper-V über eben jene grafische Benutzeroberfläche der nativen Management-Konsole über Remote Desktop Services (RDS).

Microsoft und selbst viele Windows-Admins raten allerdings von diesem Szenario ab, und trotzdem wird die Hyper-V-Verwaltung oft genauso eingerichtet, weil es einfach, bequem und dabei auch kosteneffizient ist. Zudem birgt die Installation von System Center so ihre Tücken und auch Nutzung und Wartung sind nicht ganz unkompliziert. Welche alternativen Management-Tools für Hyper-V gibt es also?

Hyper-V-Management mit Microsoft-Tools

Wie bereits erwähnt kann Hyper-V auf Basis des eingebauten Hyper-V Manager verwaltet werden, entweder direkt auf dem physischen Server oder mithilfe der Remote Desktop Services von einem entfernten Rechner aus.

Auch mehrere Hyper-V-Server können über den Server Manager in Windows Server 2012 (oder neuer) oder aber mit der RSAT Remote Server Management Suite verwaltet werden. RSAT ist dabei an die Windows-Version gebunden: Man sollte nicht erwarten, dass Hyper-V 2012 von einem Windows-7-Client aus mit voller Funktionalität verwaltet werden kann. Hierfür sollte mindestens auf Windows 8 migriert werden. Für die Verwaltung von Hyper-V 2016 auf Basis von Windows Server 2016 sollte entsprechend ein Client mit Windows 10 verwendet werden.

Eine weitere beliebte Möglichkeit der Verwaltung von Hyper-V ist die PowerShell, mit der sich viele Aufgaben automatisiert und standardisiert erledigen lassen, was sowohl den zeitlichen Aufwand als auch das Fehlerrisiko minimiert. Zur Hyper-V-Verwaltung im großen Stil kann zudem das Azure Pack verwendet werden, das allerdings über das reine Hyper-V-Management weit hinausgeht und vielmehr eine komplette, Azure-konsistente Private Cloud aufbaut.

Management-Alternativen für Hyper-V

Wo immer Microsoft eine Lücke lässt, springen schnell Drittanbieter und Open-Source-Entwickler in die Bresche und veröffentlichen eigene Management-Lösungen. So gibt es zahlreiche alternative Management-Werkzeuge, die vor allem in kleineren IT-Abteilungen großen Anklang finden. Während man damit zwar kaum ein 1.000-Server-Rechenzentrum betreiben sollte, dürfte es mit bis zu 50 Server-Nodes kaum Probleme geben.

PowerShell Hyper-V Manager (PSHVM) ist für persönliche und kommerzielle Zwecke kostenlos, wurde allerdings schon seit August 2013 nicht mehr aktualisiert. Es gibt zwei Versionen dieses Tools: die Standalone-Version 3.0 von PSHVM und eine integrierte PSHVM 3.0 mit Corefig 1.1. PSHVM, die Server von Windows Server 2008 R2 bis zu Windows Server 2012 R2 unterstützt.

Die VT Technology Management Utilities für Hyper-V (vtUtilities) kosten pro Host 119,99 US-Dollar. Sie bieten eine grafische Benutzeroberfläche zur Verwaltung von Hyper-V und unterstützen Windows Server 2008 R2 bis Windows Server 2012 R2.

Probus-IT Hyper-V Manager (ProHVM) kann man sich am ehesten als ausgewachsene, kommerzielle Version von PSHVM vprstellen. ProHVM ist in der Standard-Edition sowohl für den persönlichen als auch für den kommerziellen Gebrauch kostenlos. Die Pro-Version bietet erweiterte Funktionen und kostet 67 US-Dollar pro Host.

Wie jeder Hyper-V-Administrator weiß, ist Hyper-V nach der initialen Installation keineswegs bereit für die Remote-Verwaltung. Das Hyper-V Remote Management Configuration Utility (HVRemote) hilft in dieser Situation und kann die Remote-Verwaltung von Hyper-V mit einigen einfachen Kommandos aktivieren. Während HVRemote Windows Server 2008 bis Server 2012 R2 unterstützt, ist bislang nicht bekannt, ob zukünftig auch Windows Server 2016 unterstützt werden soll.

HyperV_Mon ist ein kostenloses Überwachungswerkzeug für Hyper-V und hat sich zu einer recht anschaulichen Verwaltungsoberfläche gemausert, fällt aber am ehesten in die Kategorie Taskmanager mit Hyper-V-Anbindung. HyperV_Mon unterstützt alle Versionen von Hyper-V von Windows Server 2008 R2 bis hin zu Windows Server 2016.

Der 5Nine Manager wiederum kann als echter Gassenhauer unter den Hyper-V-Management-Tools gelten. Obwohl er mit 359 US-Dollar für zwei CPUs die teuerste der hier vorgestellten Optionen ist, genießt er eine beinahe schon kultische Verehrung, und das aus gutem Grund. Er bietet eine breite Plattformunterstützung, guten Support des Entwicklerteams und eine umfassende Community seiner Anwender.

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