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Fünf Linux-Tools für Automatisierung, Monitoring und Backups

Open Source und kostenlos: Diese fünf Linux-Tools helfen bei Backups, Automatisierung und Monitoring.

Für den Einsatz von Linux im Data Center gibt es mittlerweile zahlreiche brauchbare Tools. Von Netzwerk über Backups bis hin zur Automatisierung können Linux-Tools IT-Abteilungen nahezu bei jedem Aspekt der Rechenzentrumsverwaltung unterstützen.

Die möglichen Komplikationen von Linux-Tools sind oft ihre zusätzliche Mühe wert und bieten eine große Breite an Funktionen und Services, gepaart mit der Linux-eigenen Flexibilität.

Im Folgenden stellen wir fünf Linux-Tools für Automatisierung, Backups und Monitoring vor, die gut und gerne als Must-haves im Data Center gelten können.

Linux-Tools für Automatisierung

CFEngine: CFEngine ist ein Linux-basiertes Automatisierungs-Tool, mit dem sich auch große Umgebungen und geschäftskritische Infrastrukturen konsistent und compliant automatisieren lassen. Was das Tool so besonders macht, ist die autonome Suchfunktion, mit der automatisch und ohne Benutzerinteraktion nach Konfigurationsabweichungen oder Systemfehlern gesucht wird, die dann ebenfalls automatisch behoben werden können. Wer also nach einem Automatisierungs-Tool auf Linux-Basis sucht, das ein nahezu vollständig selbstheilendes System aufbauen kann, der ist bei CFEngine goldrichtig.

CFEngine kann auch Paket-Updates über tausende Server automatisieren und bringt die Möglichkeit mit, die gesamte IT-Infrastruktur innerhalb von Minuten zu ändern. CFEngine ist in der Programmiersprache C geschrieben und über die Jahre immer weiter abgesichert worden, um auch Enterprise-Ansprüchen genügen zu können. Zu den Funktionen von CFEngine gehören:

  • Konfigurations-Management,
  • Prozess-Management,
  • Scheduling und Task-Management,
  • Patch-Management,
  • Inventarisierung,
  • Remote-Zugriff,
  • Teilfunktionen für Reporting und Compliance,
  • Service-Management,
  • Dateiintegrität,
  • Lokales Anwender-Management,
  • Anwendungsbereitstellung,
  • Passwort-Management.

CFEngine ist in zwei Varianten verfügbar, in der Community-Version sowie in der Enterprise-Version. Die Enterprise-Version bietet alle Funktionen, die auch in der Community-Version enthalten sind, zudem bietet die Enterprise-Edition eine grafische Admin-Konsole, Support sowie die volle Reporting- und Compliance-Funktion.

Das größte Problem von CFEngine liegt darin, dass das Tool am besten in homogenen UNIX-Umgebungen funktioniert. Obwohl man CFEngine auch in heterogenen Umgebungen zum Laufen bringt, kann es dabei zu Problemen kommen.

Monitoring-Tools für Linux

Cacti: Cacti ist ein kostenloses Open-Source-Tool zum Netzwerk-Monitoring. Letztlich handelt es sich dabei um ein webbasiertes Front-end für das RRDtool, das zur Sammlung der Daten  Simple Network Management Protocol (SNMP) nutzt. Cacti ermöglicht so das Überprüfen von Services in bestimmten Intervallen und gibt die Ergebnisse in einem einfachen Graph-Format wieder.

Cacti enthält erweiterte Grafik-Templates und die Möglichkeit, Daten aus verschiedenen Quellen zu sammeln. Das Tool sammelt Daten aus verschiedenen Services innerhalb des Rechenzentrums und speichert sie in einer MySQL-Datenbank ab, über die Administratoren zum Beispiel die Serverauslastung oder Netzwerk-Performance überwachen können. Cacti bietet zudem ein Tool zum User-Management, über das sich Anwender mit unterschiedlichen Zugriffsrechten für bestimmte Gebiete anlegen lassen.

Cacti ist allerdings keine schlüsselfertige Lösung, die man einfach im eigenen Netzwerk bereitstellt und dann sofort alles überwachen kann. Bei der Einrichtung ist einiges an Konfigurationsarbeit notwendig, und Cacti gibt es leider auch nicht mit kommerziellem Support.

Wie mit vielen Open-Source-Tools muss man also zunächst einiges an Arbeit investieren, bevor man die gewünschten Ergebnisse erzielt. Das Schreiben von Skripten oder das Erstellen von Datenquellen gehört zu den Sachen, die man mit proprietären, kommerziellen Produkten meist nicht selbst erledigen muss. Andererseits liegt der Vorteil von Cacti genau in dieser Anpassungsfähigkeit: Das Tool lässt sich so weit dehnen und verdrehen, dass es eigentlich alle nur denkbaren Monitoring-Aufgaben erledigen kann.

Nagios: Das Open-Source-Tool Nagios wird oft als Industriestandard beim Infrastruktur-Monitoring betrachtet. Nagios ist kostenfrei, kann aber, anders als Cacti, auch für knapp 1.000 US-Dollar pro Jahr käuflich erworben werden. Nagios kann in drei verschiedenen Konfigurationen installiert werden:

  • Nagios XI ermöglicht das Monitoring der gesamten Infrastruktur inklusive Anwendungen, Services, Betriebssysteme, Netzwerkprotokollen, Systemkennzahlen und Netzwerkinfrastruktur. Zusätzlich gibt es auch hunderte Drittanbieter-Add-ons für fast jede Applikations-, Service- oder System-Art.
  • Nagios Log Server bietet eine zentrale Oberfläche für alle Log-Daten und ermöglicht das Aufsetzen von Benachrichtigungen im Fall von Bedrohungen oder Fehlern.
  • Nagios Network Analyzer wiederum gewährt Einblick in den Netzwerk-Traffic, um zum Beispiel Sicherheitsbedrohungen aufzuspüren.

Wie auch schon Cacti ist aber auch Nagios kein besonders einfach zu installierendes Tool.  Auch hier müssen Skripte erstellt werden, um auch wirklich jeden Endpunkt überwachen zu können. Vor allem in großen Rechenzentren kann dies sehr zeitaufwändig werden.

Backup-Tools für Linux

Amanda: Amanda ist eines der ältesten Backup-Tools für Linux auf dem Markt, und wird trotzdem – oder gerade deswegen – noch immer mit am häufigsten eingesetzt. Mit Amanda können Backups (auch mit tar verpackte) geplant, automatisiert und nachverfolgt werden. Amanda arbeitet mit einem Master Backup-Server, um über das Netzwerk mehrere Hosts zu sichern.

Mit Amanda angefertigte Backups können anschließend auf Tape, Festplatten oder optischen Medien gespeichert werden. Amanda kann auch automatisiert festlegen, wann Backups durchgeführt werden sollen und bietet Agents für SQL Server, Exchange, SharePoint, Oracle, MySQL und Ingress.

Wem die Standardversion von Amanda nicht reicht, für den gibt es auch Enterprise-Versionen wie Amanda Enterprise von Zmanda mit zusätzlichen Funktionen:

  • Zentrales Backup heterogener Systeme und Applikationen,
  • Support für Linux, Solaris, Windows, Mac OS X, VMware und Hyper-V,
  • keine proprietären Dateiformate,
  • als Backup-Ziel kann neben Tape oder Disk auch Amazon S3 (Simple Storage Service) gewählt werden,
  • eine einheitliche Verwaltungskonsole.

Auch Amanda ist nicht besonders einfach einzurichten, sobald das Linux-Tool aber erst einmal läuft, führt es kontinuierlich Backups der Umgebung durch. Amanda selbst kann kostenlos bezogen werden, Amanda Enterprise dagegen nicht. Gerade wer professionellen Support oder robustere Backup-Features benötigt, sollte diese zusätzlichen Kosten aber nicht scheuen.

Bacula: Bacula ist ein Satz kostenloser Programme, mit denen Administratoren Backups, Wiederherstellungen und Datenverifizierungen über heterogene Netzwerke hinweg durchführen können. Auch Bacula kann mit unterschiedlichen Backup-Zielen umgehen und ist relativ einfach zu nutzen. Bacula ist von einzelnen Computern bis hin zu Rechenzentren mit mehreren hundert Systemen skalierbar und besteht aus fünf Hauptkomponenten:

  • Die Admin Workstation ist die Verwaltungskonsole, von der aus mit dem Backup-Tool interagiert wird. Diese ist entweder per Kommandozeile oder über eine grafische Benutzeroberfläche erreichbar.
  • Der Datenbankserver enthält den von Bacula genutzten Storage-Katalog.
  • Auf dem Backup-Server werden Backups geplant, durchgeführt und authentifiziert.
  • Auf dem Dateiserver werden die Dateien der Backup-Quelle eingelesen.
  • Als Bacula Storage-Daemon wird der Background-Dienst bezeichnet, der die Backups auf die Zielmedien schreibt.

Wer nach einem Backup-Tool mit einfacher Konfiguration sucht, das dabei auch Datenbanken sichern kann, der sollte nach anderen Lösungen greifen – zum Beispiel zu Amanda Enterprise. Bacula ist ein enorm kompliziert zu installierendes System und bietet dabei trotzdem nicht so viele Funktionen wie andere Tools. Wer aber ein einfaches Backup-Produkt für Netzwerkdateien sucht, der findet in Bacula ein effizientes Linux-Tool – zumindest sobald es eingerichtet ist.

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