olly - Fotolia

Chromebooks als Thin-Client-Alternative für VDI-Umgebungen

Chromebooks sind günstig und schnell einsatzbereit – also eigentlich ideale Thin Clients für virtuelle Desktops. Ein paar Nachteile gibt es aber doch.

Einer der großen Vorteile der Desktop-Virtualisierung liegt in der Möglichkeit, selbst so günstige Laptops wie Google Chromebooks als VDI-Clients (Virtual Desktop Infrastructure) verwenden zu können.

Natürlich gibt es Grenzen, wenn es darum geht, mit welchen Endgeräten Mitarbeiter ausgestattet werden, immerhin sollen damit alle nötigen Arbeiten erledigt werden können und es dürfen keine unnötigen Risiken bei der Datensicherheit eingegangen werden.

Chromebooks erfüllen diese Anforderungen aber durchaus, sie sind teils sehr günstig zu haben, dabei nicht unbedingt von schlechter Verarbeitungsqualität und ihr einziger Zweck besteht eigentlich darin, Googles Chrome-Browser auszuführen. Google bewirbt gerne die enge Cloud-Anbindung der Chromebooks und die relativ große Austauschbarkeit, die sehr traditionellen Thin Clients ähnelt. Warum also nicht Chromebooks in VDI-Umgebung als Clients für den Zugriff auf virtuelle Desktops verwenden?

Chromebooks für VDI-Umgebungen vorbereiten

Um ein Chromebook für den Zugriff auf virtuelle Desktops vorzubereiten, muss die IT-Abteilung natürlich zunächst einen nativen Client für die gewählte VDI-Plattform installieren und konfigurieren. Alternativ kann auch eine URL für einen HTML5-Client eingerichtet werden. Sobald für einen Anwender virtuelle Applikationen eingerichtet wurden, folgen sie ihm quasi mit auf jedes neue Chromebook. Bei Googles eigener Client-Konfiguration und Zertifikatkonfiguration dürfte dies schwieriger umzusetzen sein.

Google bietet für Chromebooks auch ein eigenes Geräte-Management über seine Google Apps for Work an. Diese Google-Apps bieten jede Menge Hilfe bei der Verwaltung von Chromebooks, aber kaum Tools, um aus einem Chromebook einen VDI-Client zu machen. Über die Google-Apps kann beispielsweise der Google Native Client installiert und eine entsprechende URL eingerichtet werden, der Client selbst kann aber nicht damit konfiguriert werden. Für darüber hinausgehende Möglichkeiten zur Konfiguration von Chromebooks sollte dementsprechend zu umfassenden EMM-Produkten (Enterprise Mobility Management) gegriffen werden.

Einer der Nachteile bei der Verwendung von Chromebooks als VDI-Client liegt darin, dass hier natürlich kein vollwertiges Betriebssystem zur Verfügung steht. Negativ bemerkbar macht sich dies beispielsweise in den wenigen VDI-Produkten, die überhaupt native Client-Software für Chromebooks anbieten. Zwar sind sowohl Citrix Receiver als auch der VMware Horizon Client für Chromebooks erhältlich, beide bieten aber nicht annähernd so viele Konfigurationsoptionen wie für Windows-Laptops. Allerdings darf diese mögliche Schwäche auch nicht überbewertet werden, weil die meisten VDI-Plattformen mittlerweile auch HTML5-Clients anbieten, die nativen Clients kaum mehr nachstehen.

Tatsächlich bietet zum Beispiel der VMware Horizon View HTML-Client sogar gewisse Vorteile gegenüber dem nativen Client: Letzterer wird nämlich im Vollbild ausgeführt, wodurch man keine anderen Chrome-Reiter oder Anwendungen neben dem nativen Client verwenden kann. Das schwächt dann aber wieder natürlich den Vorteil eines Laptops ab, auf dem man einen Unternehmens-Desktop gleichzeitig neben persönlichen Web-Apps nutzen kann. Der HTML-Client dagegen wird im Fenstermodus ausgeführt.

Vor- und Nachteile von günstigen Chromebooks als VDI-Client

Einer der großen Vorteile eines Chromebooks ist die enge Cloud-Anbindung. Damit dauert es im Regelfall nur wenige Minuten, bis ein Chromebook bei der ersten Konfiguration einsatzbereit ist. Vor allem für mobile Mitarbeiter kann dies ein enormer Vorteil sein. Gleichzeitig sind Chromebooks mittlerweile auch überall recht günstig zu haben und durch die Cloud-Anbindung leicht austauschbar, wodurch verloren gegangene oder gestohlene Endgeräte leicht und schnell ersetzt werden können.

Zum Nachteil wird allerdings meist die Verarbeitungsqualität, die mit sinkendem Preis ebenfalls schnell sinkt. Sowohl Keyboard als auch Touchpad sind bei günstigen Einsteigergeräten alles andere als gut und auch der Bildschirm ist meist eher durchschnittlich. Die meisten Chromebooks sind dabei auch weder besonders dünn noch leicht.

Abseits von Chromebooks gibt es andererseits aber auch kaum Thin-Client-Optionen mit 3G/4G-Konnektivität. Typischerweise findet man hier höchstens WLAN und Bluetooth vor. Darüber hinaus finden sich natürlich auch Chromebooks im Premium-Bereich mit entsprechender Ausstattung und Qualität, aber da diese dann auch über 1.000 Euro kosten, dürften diese Geräte eher selten als Thin Client zum Einsatz kommen.

Chromebooks können auch eine hilfreiche Unterstützung beim Umstieg von nativen Windows-Anwendungen auf Web-Applikationen sein. Hierfür können bestehende Windows-Applikationen auf virtuellen Desktops in einem Chrome-Tab ausgeführt werden, während andere Reiter im Browser Webanwendungen anzeigen. Chromebooks sind damit fast ideale Thin Clients, die mit wenig lokalen Daten auskommen, schnell bereitzustellen sind, dabei wenig kosten und auch für größere Teams mobiler Mitarbeiter in Frage kommen. Chromebooks können aber auch ein guter Plan B sein, wenn der eigentlicher Thin Client eines Mitarbeiters kurzfristig ersetzt werden muss.

Folgen Sie SearchDataCenter.de auch auf Twitter, Google+ und Facebook!

Erfahren Sie mehr über Server- und Desktop-Virtualisierung

- GOOGLE-ANZEIGEN

ComputerWeekly.de

Close