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Software-defined WAN: So bauen Sie eine SD-WAN-Architektur auf

Der Markt für SD-WAN-Lösungen (Software Defined Wide Area Network) wächst. Dieser Artikel beschreibt mehrere Wege für den Aufbau eines SD-WANs.

SD-WAN-Lösungen (Software Defined Wide Area Network) bilden – vereinfacht gesagt – Netzwerke, die über ein Software-Interface gesteuert werden und unabhängig von der verwendeten Hardware arbeiten.

Sie vereinheitlichen und vereinfachen die Administration komplexer Netzwerke, ermöglichen Automatisierung und schnelles Management des Datenverkehrs über mehrere Verbindungen. Der Markt für SD-WAN soll daher in den nächsten Jahren stark wachsen. Ende 2019 werden laut Gartner 30 Prozent aller Unternehmen SD-WAN-Produkte in ihren Zweigstellen nutzen. Heute sind das nur rund ein Prozent.

Mittlerweile gibt es diverse Anbieter von SD-WAN-Lösungen auf dem Markt. Die Herausforderung für Unternehmen besteht darin, aus der Bandbreite der Produkte das passende Angebot für sich zu finden.

Analyse in zwei Phasen

Unternehmen, die eine SD-WAN-Architektur implementieren wollen, sollten entsprechende Produkte in zwei Phasen analysieren und bewerten. Der erste Schritt besteht in einer eher oberflächlichen Bewertung verschiedener Produkte mit dem Ziel einer Vorauswahl, sprich dem Herausfiltern potenziell geeigneter Lösungen. In der zweiten Phase folgt eine detaillierte Analyse der ausgewählten Produkte inklusive Proof of Concept beziehungsweise Test.

Im Mittelpunkt der Analyse einer WAN-Architektur stehen folgende zwei Punkte:

  • Welche Ziele verfolgt ein Unternehmen mit dem Aufbau einer Software-defined WAN-Architektur?
  • Wie gut unterstützen die ausgewählten SD-WAN-Anbieter mit ihren Lösungen dabei, diese Ziele zu erreichen?

Ein Beispiel für mögliche Ziele: Ein Unternehmen will mit Hilfe einer SD-WAN-Architektur die Sicherheit erhöhen, den Zugriff auf Services aus der Public Cloud ermöglichen, die Leistung der Anwendungen erhöhen und seine Kosten senken.

Ob die SD-WAN-Lösung diese vier Ziele erfüllen kann, zeigt einer Bewertung ihrer Architektur. Diese Analyse ist sehr wichtig, da eine SD-WAN-Architektur im Gegensatz zu einem klassischen WAN seine Funktionen an mehreren Orten bereitstellen oder hosten kann. Dazu gehören:

  • die Niederlassungen des Kunden;
  • das zentrale Büro des Service Providers;
  • die Rechenzentren des Kunden;
  • die Cloud-Infrastruktur des SD-WAN-Anbieters;
  • eine gemeinsam betriebene Anlage oder Einrichtung;
  • im Rechenzentrum eines Public Cloud-Anbieters.

Angesichts der oben erwähnten Ziele sollten Unternehmen bei der Analyse verschiedene Punkte berücksichtigen.

  1. Welche Sicherheitsfunktionen sieht das SD-WAN-Produkt vor und wo beziehungsweise wie werden sie gehostet?
  2. Welche Funktionen etwa zu Sicherheit, Optimierung oder Management der Lösung lassen sich über die Private Cloud bereitstellen?
  3. Wie verbessert das SD-WAN-Produkt die Leistung der Anwendungen? Bietet es Optionen zur Optimierung? Falls ja, welche Funktionen liefert das Produkt auf welche Art und Weise? Wie werden diese Funktionen bereitgestellt.
  4. Wie lassen sich mit Hilfe der Lösung die Kosten reduzieren? Erfolgt dies nur über den Einsatz kostengünstiger Dienste aus dem Internet, oder werden mit dem Produkt auch Hardware-Appliances wie Router überflüssig?

Test und Proof of Concept

Die zweite Stufe der Analyse sollte ein Proof of Concept oder Pilotprojekt mit dem Testbetrieb der ausgewählten Produkte bilden. Damit der Test aussagekräftig wird, sollte Ihr Unternehmen dafür eine Niederlassung wählen, die repräsentativ für die anderen Filialen steht. Zudem geht es darum, das Risiko zu minimieren und die neue WAN-Architektur schrittweise zunächst nur in wenigen Büros zu implementieren. Verlaufen die Tests des neuen Produkts erfolgreich, können Unternehmen den Versuch schnell auf andere Niederlassungen erweitern.

Ist die Entscheidung für die SD-WAN-Architektur gefallen, gibt es zwei Optionen: Entweder das Unternehmen baut die neue Netzwerkinfrastruktur selbst auf oder es bezieht den Dienst als Managed Service von einem Provider. Der wichtigste Grund für den Bezug eines SD-WAN-Produkts aus der Cloud sind die Kosten. Dazu müssen Unternehmen allerdings prüfen, ob der Managed Service tatsächlich kostengünstiger ausfällt als der Eigenbetrieb einer SD-WAN-Lösung. Das klingt einfach, ist es aber nicht.

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