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HPE verzahnt KI-Agenten, Infrastruktur und Betrieb
HPE erweitert GreenLake, Morpheus und seine AI-Factory-Angebote auf NVIDIA-Basis. Neue Funktionen sollen den Betrieb von KI-Agenten, Daten und hybrider IT vereinheitlichen.
HPE hat auf der Discover 2026 neue Funktionen für seine GreenLake-Plattform, die Virtualisierungssuite Morpheus sowie die gemeinsam mit Nvidia entwickelten AI-Factory-Angebote vorgestellt. Die Ankündigungen folgen einem gemeinsamen Ziel: Unternehmen sollen KI-Agenten, KI-Infrastrukturen und klassische Unternehmensanwendungen künftig über eine stärker integrierte Betriebs- und Managementplattform steuern können.
Im Zentrum der Strategie steht das Konzept des Agentic Enterprise. Dabei sollen KI-Agenten nicht mehr nur Informationen liefern oder einzelne Anfragen beantworten, sondern eigenständig Aufgaben ausführen, Entscheidungen vorbereiten und Geschäftsprozesse automatisieren. Nach Ansicht von HPE setzt das eine Infrastruktur voraus, die Daten, Rechenressourcen, Sicherheitsmechanismen und Betriebsprozesse enger miteinander verzahnt.
GreenLake wird zur Steuerungsebene
Eine zentrale Rolle spielt dabei GreenLake Intelligence. Die Plattform erhält neue Funktionen zur Verwaltung von KI-Agenten, darunter eine zentrale Agent Registry, Orchestrierungsfunktionen und Governance-Mechanismen. Unternehmen sollen damit Agenten über verschiedene Infrastrukturen und Anwendungen hinweg kontrollieren und koordinieren können.
Neu ist außerdem der OpsRamp Operations Copilot. Er erweitert die Observability-Funktionen von GreenLake auf KI-Modelle, Agenten und AI Factories. Neben der Überwachung klassischer Infrastrukturkomponenten soll die Software auch die Nutzung von Sprachmodellen sowie den Verbrauch von Tokens analysieren. Hinzu kommen Funktionen für Ursachenanalysen und Handlungsempfehlungen bei Störungen.
Gemeinsam mit ServiceNow arbeitet HPE zudem an einer Integration, die Infrastruktur- und Betriebsdaten aus GreenLake mit Service-Management-Prozessen verknüpft. Ziel ist eine stärkere Automatisierung von IT-Service-Prozessen auf Basis von Echtzeitdaten aus der Infrastruktur. Damit rückt GreenLake stärker in die Rolle einer übergreifenden Steuerungs- und Beobachtungsschicht für hybride Umgebungen.
Morpheus wird zur VMware-Alternative ausgebaut
Parallel dazu baut HPE die Plattform Morpheus weiter aus und positioniert sie zunehmend als Alternative zu etablierten Virtualisierungsplattformen. Mit Morpheus 9 führt das Unternehmen eine zentrale Managementinstanz namens Morpheus Central ein. Über diese lassen sich verteilte Installationen über mehrere Rechenzentren hinweg verwalten und überwachen.
Hinzu kommen neue Funktionen für Software-defined Networking (SDN), Microsegmentierung und Zero-Trust-Sicherheit. Über die Integration von Juniper Apstra sollen Netzwerkzustände kontinuierlich überprüft und Richtlinien automatisiert durchgesetzt werden. Außerdem erweitert HPE die Plattform um Stretch Clusters, die eine synchrone Replikation zwischen zwei Standorten sowie automatisches Failover ermöglichen.
Neu ist auch ein Orchestration Copilot, der Infrastruktur- und Workload-Bereitstellungen per natürlicher Sprache (NLP) steuern soll. HPE setzt dabei auf einen Bring-your-own-Model-Ansatz, sodass Unternehmen eigene KI-Modelle einsetzen können. Damit erweitert das Unternehmen Morpheus um eine Bedien- und Automatisierungsschicht, die sich stärker an operativen Abläufen in hybriden IT-Umgebungen orientiert.
Um den Wechsel von bestehenden Virtualisierungsplattformen zu erleichtern, startet HPE zudem ein Migrationsprogramm. Neukunden von VM Essentials erhalten für bis zu ein Jahr kostenlose Lizenzen für VM Essentials und Zerto, um parallele Lizenzkosten während einer Migration zu vermeiden. Das soll die Hürde beim Plattformwechsel senken und gleichzeitig den Übergang in die HPE-Umgebung vereinfachen.
Mehr Governance für KI-Agenten
Im Bereich KI-Infrastruktur erweitert HPE seine AI-Factory-Angebote mit Nvidia um zusätzliche Sicherheits- und Governance-Funktionen. HPE Private Cloud AI erhält Unterstützung für den Nvidia Agent Toolkit Stack mit Komponenten wie Nemotron-Modellen, NemoClaw und OpenShell. Unternehmen sollen damit das Verhalten von KI-Agenten überwachen, Richtlinien durchsetzen und Risiken beim produktiven Einsatz autonomer Systeme reduzieren können.
Ergänzend integriert HPE neue Funktionen seiner Datensicherungssoftware Zerto. Diese sollen unerwünschte oder fehlerhafte Aktionen von KI-Agenten erkennen und betroffene Systeme auf einen früheren, konsistenten Zustand zurücksetzen können. Damit adressiert HPE ein zentrales Problem produktiver Agenten-Umgebungen: Autonomie erhöht den Nutzen, vergrößert aber auch die Anforderungen an Kontrolle und Wiederherstellung.
Darüber hinaus unterstützt die Plattform künftig eine lokale Registrierung von Agenten, Modellen und Werkzeugen. Unternehmen sollen dadurch mehr Kontrolle über die Nutzung von KI-Komponenten innerhalb ihrer eigenen Infrastruktur erhalten. Gerade für regulierte Branchen dürfte dieser Punkt eine wichtige Rolle spielen, weil er Governance nicht als nachgelagertes Add-on, sondern als festen Bestandteil der Plattform beschreibt.
Daten werden zum zentralen Baustein
Ein weiterer Schwerpunkt der Ankündigungen liegt auf Datenmanagement und Datenbereitstellung für KI-Anwendungen. Die HPE Data Fabric erhält Unterstützung für agentenbasierte Workflows und erweitert die Integration des Model Context Protocol (MCP). Zusätzlich führt HPE ein zentrales Verzeichnis für KI-relevante Datenbestände ein. Eine neue Appliance-Version der Data Fabric soll die Einführung der Plattform vereinfachen.
Auch die Speicherplattform Alletra Storage MP X10000 wird stärker in die KI-Angebote integriert. Laut HPE können Metadaten automatisiert angereichert und Governance-Richtlinien direkt auf Datenbestände angewendet werden. Das soll die Vorbereitung unstrukturierter Daten für KI-Anwendungen beschleunigen und zugleich die operative Kontrolle verbessern. Damit rückt ein Bereich in den Mittelpunkt, der für produktive KI oft entscheidender ist als die Modellseite selbst.
Eine Plattform für zwei IT-Welten
Neben den Neuerungen für KI-Agenten betont HPE, dass Unternehmen auf absehbare Zeit sowohl klassische Anwendungen als auch KI-Workloads parallel betreiben werden. GreenLake, Morpheus, OpsRamp, Zerto und die AI-Factory-Angebote sollen deshalb zu einer gemeinsamen Betriebsplattform zusammengeführt werden. Das Unternehmen versucht damit, den Spagat zwischen bestehender Infrastruktur und neuen KI-Anforderungen auf einer konsistenten Steuerungsbasis abzubilden.
Die Strategie zeigt zugleich, wie sich der Wettbewerb im Infrastrukturmarkt verschiebt. Frühere AI-Initiativen konzentrierten sich vor allem auf Modelle, Chips und Hardware. Inzwischen rücken stärker Themen wie Governance, Observability, Sicherheit und der operative Betrieb autonomer Systeme in den Vordergrund. HPE versucht, diese Bereiche unter einer Plattform zusammenzuführen und damit die Grundlage für produktive Agentic-AI-Umgebungen zu schaffen.