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So finden Sie das passende Storage-Management-Interface

Ältere Storage Interfaces sollten vor allem internationalen Standards entsprechen. Für moderne Speicherverwaltung ist eine Aktualisierung der Schnittstellen oft unumgänglich.

Da die Arbeitslasten in Unternehmen immer komplexer und vielfältiger werden, benötigen IT-Teams Speicherplatz, den sie mit möglichst wenigen Tools zentral verwalten und überwachen können, unabhängig davon, welcher Anbieter die Komponenten hergestellt hat. Außerdem benötigen sie Speicher, der in die größere Verwaltungsumgebung eines Rechenzentrums integriert werden kann, um einheitlichere und flexiblere Abläufe zu unterstützen.

Eine wachsende Zahl von Anbietern reagiert auf diese Anforderungen, indem sie eine standardbasierte Speicherverwaltungsschnittstelle in ihre Produkte integrieren. Zwei der gängigsten Standards sind die Storage Management Initiative Specification (SMI-S) und das Intelligent Platform Management Interface (IPMI). Beide wurden weitgehend implementiert, aber sie beginnen, nicht auf dem neusten Stand zu sein, insbesondere die IPMI, und die Branche schaut nun auf zwei neuere Standards - Redfish und Swordfish -, um die heutigen Rechenzentrumsinfrastrukturen anzusprechen.

Storage Management Initiative Specification (SMI-S)

Die Storage Networking Industry Association (SNIA) entwickelte SMI-S, um einen internationalen Standard für den Zugriff auf gemeinsame Speicherverwaltungsfunktionen und -merkmale zu schaffen. SMI-S erleichtert den Zugriff auf eine Vielzahl von Speicherattributen und -eigenschaften und enthält Funktionen, die Sicherheit, Virtualisierung, E-Discovery und andere Operationen unterstützen.

Da es sich bei SMI-S um eine standardbasierte Speicherverwaltungsschnittstelle handelt, können SMI-fähige Verwaltungsanwendungen eine breite Palette von Speicherprodukten steuern. Der Standard hilft bei der Rationalisierung der Verwaltung, der Konsolidierung von Tools und der Eliminierung der Herstellerbindung, so dass Sie den besten Speicher für Ihre spezifischen Workloads nutzen können, ohne zusätzliche Tools zu implementieren oder unnötigen Overhead zu verursachen. Laut SNIA unterstützen mittlerweile über 1.350 Speicherprodukte den SMI-S.

Um den Zugriff auf ihre Geräte zu erleichtern, bieten die Hersteller in der Regel SMI-S-Support an. Das ist in der Regel eine Softwarekomponente, die als Schnittstelle zwischen dem Speichergerät und der Verwaltungssoftware fungiert, um administrative Aufgaben durchzuführen. Zum Beispiel bietet IBM einen SMI-S-Support für die Verwaltung seiner DS3000, DS4000, DS5000 und DS6000T Plattformen an. Dell EMC bietet einen SMI-S-Support für seine PowerMax- und CLARiiON-Systeme an. Anbieter wie Hewlett Packard Enterprise (HPE) und Pure Storage bieten ebenfalls Speicherprodukte an, die die SMI-S unterstützen.

Abbildung 1: Die vier unterschiedlichen Storage Management Interfaces im Vergleich.
Abbildung 1: Die vier unterschiedlichen Storage Management Interfaces im Vergleich.

Intelligent Platform Management Interface (IPMI)

IPMI ist viel breiter angelegt als SMI-S und bietet Verwaltungs- und Überwachungsfunktionen für verschiedene Arten von Hardwarekomponenten, einschließlich Speicher. IPMI bietet eine standardisierte, nachrichtenbasierte Schnittstelle, die mit dem Baseboard Management Controller (BMC) zusammenarbeitet, einem Hardwarechip, der direkt mit der Hauptplatine eines Systems verbunden ist. Der BMC wiederum bietet Schnittstellen für die Verfolgung zahlreicher Parameter und die Durchführung von Fernzugriffen wie das Ein- und Ausschalten von Systemen.

Die IPMI-Speicherverwaltungsschnittstelle gibt es seit mehr als 20 Jahren und ist in Rechenzentrumssystemen weit verbreitet. Administratoren können eine Fernverbindung zu diesen Systemen herstellen, um verschiedene Verwaltungsaufgaben durchzuführen, wobei ein gemeinsamer Satz von Tools zur Steuerung und Überwachung von Speichersystemen, Servern, Switches, Stromversorgungen und anderen IPMI-fähigen Komponenten verwendet wird. IPMI vereinfacht nicht nur den Betrieb, sondern kann auch dazu beitragen, Kosten und Verwaltungsaufwand zu reduzieren.

Neben anderen Hardwaretypen unterstützen auch zahlreiche Speicherprodukte den Standard, wie zum Beispiel das IBM Cloud Object Storage System und Hitachi VSP G130. IPMI kann auch für konsolidierte Infrastrukturen, die Speicher enthalten, von Vorteil sein, wie beispielsweise die hochdichten, hyperkonvergenten Knoten der C6000-Serie von Cohesity.

Leider wurde IPMI nicht für die heutigen Arbeitslasten konzipiert und erfüllt nicht die modernen Anforderungen an Sicherheit und Skalierbarkeit. Tatsächlich haben die vier IPMI-Förderer - Dell EMC, HPE, NEC und Intel - angekündigt, dass es keine weiteren Aktualisierungen der IPMI-Spezifikation geben wird, und empfehlen Hardwareanbietern und IT-Managern, zu einer moderneren Speicherverwaltungsschnittstelle überzugehen.

DMTF Redfish

Die DMTF, die früher unter dem Namen Distributed Management Task Force bekannt war, schuf den Redfish-Standard, um die Sicherheits- und Skalierbarkeitseinschränkungen älterer Managementschnittstellen wie IPMI anzugehen. Redfish ist ein offenes, dem Industriestandard entsprechendes Schema und eine Spezifikation, die einfache Verwaltungsfunktionen für konvergente Infrastrukturen, hybride Umgebungen und softwaredefinierte Rechenzentren bereitstellen soll.

Redfish basiert auf gängigen Internet- und Web-Services-Standards und ist sowohl für Menschen lesbar als auch maschinenfähig. Hardwareanbieter übernehmen den Standard schnell, da er eine einfache und sichere Verwaltung moderner Rechenzentrumsinfrastrukturen ermöglicht. Mit Redfish können Administratoren Client-Skripte zur Steuerung großer Scale-Out-Umgebungen verwenden. Redfish bietet eine umfassendes RESTful-API, das mit einer Vielzahl von Rechenzentrumskomponenten, einschließlich Speichergeräten, Multi-Node-Servern und hybriden Infrastrukturen, verbunden werden kann.

Da Redfish besser für moderne Infrastrukturen geeignet ist als bisherige Schnittstellen, übernehmen Anbieter den Standard in ihre Speicherprodukte. Supermicro hat Redfish-Featuresets auf seinen Intel X-10- und AMD H11-Plattformen implementiert, wodurch eine einheitliche Verwaltung über heterogene, Hyperscale-Rechenzentrumsumgebungen hinweg ermöglicht wird. Die Redfish-Komponenten umfassen Speicherverwaltung und RAID-Konfigurationen mit Unterstützung für Komponenten wie Broadcom- und Marvell-Controller.

HPE hat Redfish auch in mehrere seiner Edgeline Converged Edge-Systeme sowie in seine ProLiant Gen10-Server integriert.

SNIA Swordfish

Kurz nachdem Redfish auf dem Markt erschien, begann die SNIA mit der Entwicklung der Swordfish-Spezifikation. Swordfish ist eine Redfish-Erweiterung, die speziell für die Verwaltung von Storage-Systemen und -Diensten entwickelt wurde. Swordfish verwendet dasselbe RESTful-API wie Redfish, um granularere Speichermöglichkeiten zu bieten, als Redfish allein bieten kann. Swordfish verwendet standardbasierte Technologien wie JavaScript, OData und HTTPS, um die Speicherverwaltung in unterschiedlichen Umgebungen zu erleichtern.

Redfish und Swordfish sind nicht die einzigen aufkommenden Standards im Storage-Umfeld.

Experten prognostizieren, dass Swordfish SMI-S in der gleichen Weise ersetzen wird, wie Redfish beginnt, IPMI zu ersetzen. Swordfish verspricht, einen einheitlicheren Ansatz für die Speicher- und Serververwaltung für Hyperscale- und Cloud-Infrastrukturen anzubieten und dabei Lesbarkeit, Sicherheit und Kompatibilität zu gewährleisten. Der neue Standard funktioniert auch über mehrere Netzwerk-Fabrics, einschließlich Ethernet und Fibre Channel, und unterstützt Speicherschnittstellen wie SAS und PCIe.

Obwohl Swordfish ein relativ neuer Standard ist, beginnen die Anbieter damit, ihn in ihre Produkte zu integrieren. Beispielsweise unterstützt die Dell EMC DSS 9000 Infrastruktur im Rack-Scale-Maßstab sowohl Redfish als auch Swordfish, so dass Rechen-, Speicher- und Netzwerkressourcen als ein einheitliches System bereitgestellt und verwaltet werden können. Die Standards ermöglichen auch die Zusammenstellung von Systemen innerhalb des Racks und im gesamten Rechenzentrum. Pure Storage war auch aktiv an den Bemühungen von Swordfish beteiligt.

Standardisierte Speicher

Redfish und Swordfish sind nicht die einzigen aufkommenden Standards im Storage-Umfeld. Die NVM Express-Organisation bietet zum Beispiel jetzt die NVMe Management Interface-Spezifikation an, die 2015 zur Verbesserung der SSD-Verwaltung veröffentlicht wurde. In der Zwischenzeit sind die IPMI und SMI-S immer noch stark vertreten und werden angesichts der Anzahl der vorhandenen Systeme, die diese Schnittstellen unterstützen, wahrscheinlich noch eine Weile im Umlauf sein.

Dennoch sind Standards wie Redfish und Swordfish für die heutigen Arbeitslasten und Infrastrukturen besser geeignet und zielen darauf ab, die Verwaltung im gesamten Rechenzentrum zu konsolidieren und zu vereinfachen. IT-Teams, die planen, in naher Zukunft in Speicher zu investieren, sollten sicherstellen, dass der von ihnen gewählte Speicher ihre Verwaltungsanforderungen jetzt und in absehbarer Zukunft erfüllen kann, wobei die bereits vorhandenen Speichersysteme und Verwaltungswerkzeuge zu berücksichtigen sind.

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