Neue Funktionen in Microsoft SQL Server Reporting Services 2012

Der neue Reporting Service ermöglicht die Erstellung von umfassenden Berichten und aussagekräftigen Präsentationen.

Die Liste der neuen Features für SQL Server 2012 ist zwar nicht so lang wie bei früheren Versionen, bietet aber dennoch eine Menge interessanter Funktionen. Zu den Neuerungen Merkmalen zählen verbesserte Virtualisierung, detailliertere Berichte, Funktionen für Datenalarme und neue Export-Möglichkeiten. Dieser Artikel bietet einen Überblick über die neuen Funktionen und erleichtert Ihnen so die Bewertung, ob sie für Ihr Unternehmen von Interesse sind.

Die wahrscheinlich spannendste neue Funktion ist Power View (früher bezeichnet als Project Crescent). Power View ermöglicht die Erstellung visuell aussagekräftiger Berichte sowie die Präsentation von Daten auf höchst interaktive und innovative Weise. 

Power View zeigt viele verschiedene Grafiken und Effekte zur visuellen Präsentation, darunter interaktive Diagramme – wenn Sie die Grafik auf der Zeitlinie verschieben, verändert sich auch die Position der jeweiligen Punkte. In Power View erstellte Berichte können in einem Browser angezeigt und als Silverlight-Anwendungen implementiert werden. Allerdings ist zu beachten, dass im Gegensatz zu mit Reporting Services erstellen Berichten für die Anzeige der Power View-Berichte Microsoft SharePoint Server 2010 Enterprise Edition vorausgesetzt wird.

In Power View erstellen Sie die Berichte mithilfe einer Arbeitsmappen-Vorlage von PowerPivot oder einem tubulären Modell, das unter SQL Server Analysis Services 2012 ausgeführt wird. Um die Vorteile von Power View nutzen zu können, müssen Sie zusätzlich zu einer Lizenz für SQL Server auch in eine Lizenz für SharePoint Server investieren. Zudem ist sowohl bei SharePoint wie bei PowerPivot eine steile Lernkurve zu bewältigen, bevor Sie überhaupt erste Schritt mit Power View wagen können. Daher kommt Power View hauptsächlich in großen Unternehmen zum Einsatz, die über eine eigene Abteilung für Business Intelligence verfügen. Die Mehrheit der kleinen Unternehmen hält sich auch weiterhin an die gewohnten SQL Services Reporting Services (SSRS)-Berichte.

Microsoft hat vor einigen Jahren angekündigt, seine Reporting Services in Zukunft ohne SQL Server Notification Services auszuliefern. Damals war von einer ähnlichen Funktionalität die Rede, die in einer späteren Version der Reporting Services integriert werden sollte. Dieses Versprechen wurde jetzt mit Veröffentlichung von SQL Server Reporting Services 2012 eingehalten und trägt den Namen „Data Alerts“: Anhand von Regeln und Bedingungen, die im Data Alert Designer festgelegt werden, können Sie  Ihre Berichte konfigurieren und Alarme versenden. Der Designer ermöglicht die Erstellung von Regeln und Bedingungen für einen vorhandenen Bericht sowie die anschließende Verknüpfung zur Erstellung eines Alarms. Bei Ausführung eines Berichts können Sie Data Alert Designer öffnen und anhand der Daten im Bericht einen entsprechenden Alarm erstellen. Sobald Sie den Alarm definiert haben, wird er gespeichert und ein Zeitplan erstellt.

Die Alarm-Definitionen werden in der Alarm-Datenbank abgelegt. Die Speicherung des Zeitplans erfolgt in SQL Agent als Job. Löst der SQL Agent einen Datenalarm aus, wird die Alarm-Warteschlange gelesen und der Bericht ausgeführt. Zudem werden die Daten ausgelesen und die von Ihnen für den Datenalarm festgelegten Regeln angewandt. Sind die Alarm-Bedingungen erfüllt, erstellt der SQL Agent eine Alarminstanz und versendet Alarmmeldungen per E-Mail. Diese E-Mails lassen sich auch an mehrere Empfänger versenden.

Sie können Datenalarme für Berichte erstellen, die mit Report Designer in Visual Studio oder Report Builder generiert wurden. Allerdings ist dies nicht für Power View-Berichte möglich. Eine weitere Einschränkung: Die Definition von Datenalarmen ist nur für solche Berichte möglich, die in einer SharePoint-Bibliothek gespeichert oder in eine solche hochgeladen wurden. Demzufolge können Sie die Funktion nur dann nutzen, wenn Ihre Instanz von Reporting Services im SharePoint-Modus installiert ist. Ebenso wie in Power View ist die Verwendung von Datenalarmen abhängig von einer SharePoint-Lizenz und entsprechenden Kenntnissen. Dies schränkt leider Nutzung und großflächige Verbreitung dieser Funktion ein.

Auch im Hinblick auf die Interaktion mit SharePoint gibt es einige Neuerungen in Reporting Services. Die SharePoint-Integration wurde deutlich verbessert und ist nun als Shared Service in SharePoint 2010 implementiert. So können Sie bei Ausführung von Reporting Services im SharePoint-Modus die Konfiguration in Zukunft auch ohne Reporting Services Configuration Manager verwalten. Sie benötigen lediglich das SharePoint Central Administration Tool und konfigurieren SSRS damit über die Verwaltungsseiten der Service-Anwendungen von Reporting Services.

Abschließend gilt es einige Änderungen für das Exportieren von Berichten zu Microsoft Excel und Microsoft Word zu beachten. Für den Export in Excel erfolgt die Ausgabe der Datei standardmäßig als Excel-Dokument für die Versionen 2007-2010 von Microsoft Excel. Die Datei wird im Format Office Open XML ausgegeben und besitzt die Erweiterung XSLX. Standardmäßig steht nur dieses Ausgabeformat in der Export-Liste zur Verfügung. Falls Sie eine Verarbeitung in Excel 2003 möchten, ist hierfür eine Änderung an der Konfigurationsdatei von Reporting Services erforderlich. Auf diese Weise können Sie die Rendering-Erweiterung in der Liste der unterstützten Erweiterungen zur Verfügung stellen.

Die neue Rendering-Erweiterung für Excel 2007-2010 bietet im Vergleich zur Erweiterung für Excel 2003 einige Verbesserungen. Unter anderem zählt hierzu eine höhere Anzahl an Zeilen (1.048.576) und Spalten (16.384) pro Arbeitsblatt; in SQL Server 2008 standen nur 65.535 Zeilen und 256 Spalten zur Verfügung. Ähnliche Änderungen gelten auch für den Export in Microsoft Word. Die Dateien werden im Format für Microsoft Word 2007-2010 gespeichert und haben die Erweiterung DOCX. Um einen Export im Format für Word 2003 zu ermöglichen, müssen Sie wie bei Excel die Konfigurationsdatei ändern. Eine weitere Verbesserung ist die im Vergleich zu SSRS 2008 geringere Größe beim Export in das neue Format für Excel oder Word 2007-2010.

Wie Sie sehen, bietet SQL Server Reporting Services 2012 einige neue und verbesserte Funktionen, die durchaus einen Blick wert sind. Man benötigt zwar eine Lizenz und SharePoint-Kenntnisse für die Verwendung von Data Alerts und Power View, profitiert  aber zumindest von den verbesserten Rendering-Optionen für Berichte beim Export zu Microsoft Word oder Excel.

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