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ESG in SAP: Klimaziele und Geschäftsergebnis verknüpfen

Regulierungsbehörden, Investoren und Kunden machen Nachhaltigkeit zur Steuerungsgröße. SAP S/4HANA verbindet ESG-Daten mit Finanzprozessen und setzt sie in Geschäftswert um.

Nachhaltigkeit zählt zu den relevanten Größen der Unternehmenssteuerung in vielen Organisationen. SAP S/4HANA liefert dazu die Datenbasis, auf der Klimaziele und Geschäftsergebnisse zusammenfließen. Den Erfolg bringt nicht die Software allein, sondern ein durchdachter Projektplan und ein konsequentes Change-Management.

Regulatorische Vorgaben aus der Europäischen Union, Anforderungen von Investoren und Kunden sowie der Wettbewerb um Talente verschieben das Thema Nachhaltigkeit in den Kern unternehmerischer Handlungen. SAP positioniert seine Software als Plattform, auf der ESG-Daten (Environment, Social und Governance) und Finanzdaten zusammenwachsen. S/4HANA bildet das Fundament, auf dem die zusätzlichen Module aus dem SAP-Portfolio aufsetzen.

Wir zeigen in diesem Text die Hebel des ERP-Systems, die Rolle der ergänzenden Anwendungen und den Projektansatz, mit dem Nachhaltigkeit und Werthaltigkeit gemeinsam wachsen.

Regulierungsbehörden und Kunden geben Richtung vor

Aufsichtsbehörden verlangen verbindliche Berichte über Treibhausgasemissionen, Energieverbrauch und soziale Kennzahlen. Die EU Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) weitet die Berichtspflicht stufenweise auf große Unternehmen, börsennotierte Mittelständler und ihre Lieferanten aus. Parallel rückt die EU-Taxonomie nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten in den Fokus von Investoren. Das sogenannte Lieferkettengesetz ergänzt diese Vorgaben um menschenrechtliche und ökologische Sorgfaltspflichten in der Beschaffung.

Hinter den Vorgaben steckt damit auch wirtschaftlicher Druck. Emissionsstrafen, CO2-Lizenzgebühren und Reputationsverluste kosten Geld. Unternehmen, die Ressourcen effizienter einsetzen, senken Stromrechnungen, stabilisieren ihre Zulieferkette und gewinnen Marktanteile bei Kunden, die auf Nachhaltigkeit achten.

Mehr als 90 Prozent der weltweiten Unternehmen sind kleine und mittlere Betriebe. In Europa verursachen sie nach OECD-Schätzungen 70 Prozent aller Treibhausgasausstöße. Wenn diese Unternehmen ihren CO2-Ausstoß senken, sinken auch ihre Steuern und Abgaben, und ihre Aktien oder Anteile werden für Investoren attraktiver. Geschäftsleitung und CFO geben die Richtung vor, der CIO verantwortet die Technik, ein eigenes ESG-Team pflegt die Daten. Mit dieser Aufstellung kommt Nachhaltigkeit aus dem Reporting-Dokument heraus und wird zur Steuerungsgröße im operativen Betrieb.

SAP nimmt Kunden mit

SAP-Systeme verarbeiten einen Großteil der weltweiten Geschäftstransaktionen, von Bestellungen über Buchungen bis zu Personalprozessen. Damit kann SAP Emissionen, Energieverbrauch und Materialeinsatz direkt aus den Kernprozessen ablesen, ohne dass ein zusätzliches System notwendig ist. Den Anspruch hat SAP in der Drei-Null-Strategie (3 Zeros) zusammengefasst, also Null Emissionen, Null Abfall und Null Ungleichheit. SAP baut die drei Ziele in die eigenen Produkte ein und macht sie auch in den Kundenanwendungen sichtbar.

SAP plant Klimaneutralität seiner Wertschöpfung für 2030. Rechenzentren und Bürogebäude laufen über erneuerbare Energien. Die Green-Cloud-Strategie überträgt diesen Ansatz auf die Cloud-Dienste der Kunden, sodass deren ERP-Betrieb mit weniger Strom auskommt und einen kleineren CO2-Fußabdruck hat. Für Anwenderunternehmen bringt das zwei Vorteile. Der Cloud-Betrieb ihrer ERP-Systeme verursacht weniger Emissionen, und die Funktionen für CO2-Messung, ESG-Reporting und Lieferantenbewertung sind in derselben Plattform verfügbar, ohne dass externe Tools eingekauft werden müssen.

Papier kostet Geld, Daten sparen es

Die Umstellung auf S/4HANA bedeutet einen Bruch mit papiergebundenen Abläufen. Belege, Berichte und Freigaben wandern in digitale Workflows. Das senkt den Verbrauch an Papier, Toner und Lagerfläche und reduziert Transporte zwischen Standorten. Über die Geschäftsjahre summieren sich Tonnen an Papier, die nicht mehr gedruckt werden, und tausende Euro an Bürokosten, die wegfallen.

Vor der Umstellung sollte ein Document Type Repository aufgesetzt werden. Dort definieren die Verantwortlichen für jeden Belegtyp, wie lange er aufbewahrt wird, wer ihn lesen darf und welche Sicherheitsanforderungen gelten. Gesetzliche Vorgaben wie die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD), Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und Branchenregeln fließen vor dem Go-live ein. Eine solche Methode spart Korrekturkosten und schafft Rechtssicherheit über Buchhaltung, Einkauf, Personal und Produktion hinweg.

Eine Change-Impact-Analyse begleitet diesen Schritt. Sie zeigt, welche Mitarbeiter ihre Aufgaben anpassen müssen, welche Teams neue Werkzeuge brauchen und welche Prozesse in Buchhaltung, Einkauf oder Vertrieb sich ändern. Auf der Basis dieser Analyse ergeben sich passgenaue Schulungen, Anleitungen und Kommunikationsmaßnahmen. Mit dieser Vorbereitung beherrschen die Anwender die neue Oberfläche, und die digitalen Workflows werden zur Grundlage des operativen Betriebs.

Echtzeitdaten ersetzen das Bauchgefühl in der Produktion

SAP S/4HANA arbeitet mit Daten in Echtzeit auf ERP-Ebene. Informationen aus Produktion, Logistik und Vertrieb stehen ohne Verzögerung zur Verfügung. IoT-Sensoren und Machine-Learning-Algorithmen erweitern diese Sicht um Maschinenzustände, Energieverbrauch und Bestandsbewegungen. In dem Moment, in dem die Produktionsleitung eine Maschine startet oder einen Auftrag freigibt, sieht sie, wie viel Strom und CO2 dabei anfallen, und kann die Reihenfolge der Aufträge anpassen.

Vorausschauende Instandhaltung nutzt Sensordaten, um Wartungsbedarfe zu erkennen, bevor Anlagen ausfallen. Stillstände sinken, Ersatzteile werden bedarfsgerecht eingesetzt, der Lebenszyklus der Maschinen verlängert sich. Optimierte Produktionsplanung passt die Auslastung an die Nachfrage an und reduziert Energiespitzen, die teuer eingekauft werden müssen. Energiemanagementmodule erfassen den Verbrauch je Anlage und liefern die Datenbasis für Reduktionsziele, die im CO2-Bericht erscheinen.

Die technischen Voraussetzungen dafür sollten zu Projektbeginn geprüft werden. Netzwerke müssen die Sensordaten ohne Verzögerung übertragen, Plattformen müssen die Datenmengen verarbeiten, und Sicherheitsstandards müssen den Zugriff auf Maschinendaten regeln. Geschäftspartner werden mit angebunden, sodass Lieferanten ihre Liefertermine sehen und Kunden den Produktionsstatus ihrer Aufträge nachverfolgen können.

Stammdaten halten den Kreislauf zusammen

Geschäftsmodelle der Kreislaufwirtschaft setzen auf Rückführung, Wiederverwendung und Recycling. S/4HANA unterstützt diese Modelle über Funktionen für Materialrückverfolgung und Lebenszyklussteuerung. Der Anteil recycelter Materialien in neuen Produkten wird sichtbar, ebenso die Herkunft jeder Komponente. Auf dieser Basis entscheiden Produktverantwortliche darüber, ob ein Produkt umgestaltet, ein Lieferant gewechselt oder ein Rücknahmeprogramm aufgesetzt wird.

Stammdaten zu Materialien, Lieferanten und Verpackungen müssen vollständig, einheitlich und aktuell sein. Vor jedem Kreislaufprojekt sollte daher geklärt werden, welche Datenfelder benötigt werden, welche Qualität gefordert ist und welche Governance-Struktur die Pflege absichert. SAP Responsible Design and Production setzt an dieser Stelle an und verwaltet komplexe Produkt- und Verpackungsdaten, einschließlich der Kunststoffsteuern und EPR-Berichtspflichten (erweiterte Herstellerverantwortung) in den jeweiligen Märkten.

Globale Vorschriften wandeln sich schnell. Eine integrierte Lösung beobachtet diese Entwicklungen und liefert die Daten für Compliance-Berichte und freiwillige Verpflichtungen, darunter EU-Plastikabgabe, britische Plastic Packaging Tax und italienische CONAI-Beiträge. Damit fällt die manuelle Pflege gesonderter Excel-Listen weg, und das Reporting bleibt konsistent über alle Standorte.

Lieferketten werden transparent

Lieferketten verlaufen global und vielstufig. S/4HANA ermöglicht eine durchgängige Sicht über Beschaffung, Transport und Verarbeitung. Die Anbindung an SAP Business Network führt Daten aus den Lieferantenbeziehungen zusammen, sodass Engpässe früh sichtbar werden und Beschaffer ihre Lieferanten nach Klimakennzahlen, Arbeitsbedingungen und Zertifikaten auswählen können. Risikomanagementfunktionen analysieren die Wahrscheinlichkeit von Verstößen und schlagen Gegenmaßnahmen vor, von zusätzlichen Audits bis zum Wechsel des Lieferanten.

Lieferantenbewertungen umfassen ökologische und soziale Kriterien. Audits, Zertifikate und Verbrauchsdaten lassen sich strukturiert erfassen. SAP Sustainability Data Exchange schafft den standardisierten Austausch von Footprint-Daten zwischen Handelspartnern. Damit liegen die Scope-3-Daten vor, die für die EU-Taxonomie und für den Bericht über Treibhausgasemissionen aus der vorgelagerten Beschaffung gefordert werden.

Screenshot SAP Sustainability Data Exchange
Abbildung 1: In SAP Sustainability Data Exchange fordert der Hersteller für fünf Fahrradkomponenten CO2-Daten beim Lieferanten BikeTech an und sieht für jedes Bauteil, ob gültige Footprint-Daten vorliegen.

Green Ledger bringt CO2 in die Bilanz

Finanzdaten und Nachhaltigkeitsdaten lagen lange in getrennten Systemen. Controlling lieferte exakte Zahlen zu Buchungen und Budgets, ESG-Kennzahlen wanderten in Tabellen und manuelle Reports. SAP Green Ledger bricht diese Trennung auf. CO2-Werte erscheinen auf Transaktionsebene, parallel zu Kosten und Umsätzen.

Daraus ergeben sich revisionssichere Daten für internes Controlling und externes ESG-Reporting. Projektleiter erkennen, welcher Lieferant kostengünstig liefert und gleichzeitig den geringsten CO2-Beitrag verursacht. Produktionsleiter sehen, welche Prozessänderung Kosten und Emissionen zugleich senkt, zum Beispiel der Wechsel von einer Heizölanlage auf Elektroöfen. Maßnahmen zur Emissionsreduktion lassen sich als Klimaprojekte rechtfertigen, sowie als Investitionen bewerten, mit Kapitaleinsatz, Zielwert und Erfolgskontrolle.

Damit wird Nachhaltigkeit Teil der täglichen Buchungen und Entscheidungen. Umwelt- und Finanzkennzahlen stehen auf derselben Datenbasis. Strategische Entscheidungen über Investitionen, Standorte und Produktportfolios basieren auf einem konsistenten Bild aus EBIT (Earnings before Interest and Taxes), ROI (Return on Investment) und CO2-Bilanz.

Die Sustainability Suite steuert alles

SAP fasst spezialisierte Lösungen für Nachhaltigkeit in der SAP Sustainability Suite zusammen. Im Zentrum steht der SAP Sustainability Control Tower. Er führt Daten aus SAP- und Drittsystemen zusammen, harmonisiert sie und liefert auditfähige Berichte nach Frameworks aus dem Markt, darunter GRI, CSRD, TCFD und SASB. Vorgefertigte Datenmodelle decken die wichtigsten Reporting-Anforderungen ab, individuelle Anpassungen für eigene KPIs lassen sich ergänzen.

SAP Sustainability Footprint Management kalkuliert den CO2-Fußabdruck auf Produkt- und Unternehmensebene. Materialien, Prozesse und Transportwege fließen in die Berechnung ein, einschließlich Lebenszyklusdaten und Lieferantenangaben. Strom- und Wärmeflüsse in den Fertigungslinien lassen sich abbilden und einzelnen Produkten zurechnen. SAP Datasphere konsolidiert die Datenquellen, SAP Sustainability Data Exchange organisiert den Austausch mit Partnern.

SAP Environment, Health and Safety Management integriert Umwelt- und Arbeitsschutzaufgaben in den operativen Betrieb. SAP Sustainability Footprint Management bewertet die Klimawirkung einzelner Produkte über die Wertschöpfungsketten hinweg. SAP Intelligent Returns Management reduziert Abfälle bei Rücksendungen, indem es Retouren je nach Zustand zurück in den Verkauf, in die Wiederaufbereitung oder ins Recycling lenkt. Die Module bilden zusammen den Rahmen, den SAP unter dem Begriff Erfassen, Auswerten und Steuern zusammenfasst.

Screenshot SAP Sustainability Data Exchange
Abbildung 2: Über SAP Sustainability Data Exchange übermittelt der Hersteller den CO2-Footprint seiner Produkte an seine Kunden und liefert damit die Datenbasis für deren Scope-3-Bilanz.

KI-Funktionen beschleunigen die Auswertung. Anomalien in den Verbrauchsdaten werden automatisch erkannt, zum Beispiel ungewöhnliche Stromspitzen in einer Fertigungslinie. What-if-Analysen erlauben Szenarien für Maßnahmen. Dashboards visualisieren die Ergebnisse für Vorstand, Fachbereiche und Auditoren. Eine sinnvolle Stufenfolge sieht KI-gestützte Auswertung im ersten Schritt vor, gefolgt von menschlicher Bewertung und Entscheidung.

Drei Migrationswege, eine Entscheidung

Die Wahl des Migrationsansatzes bestimmt Aufwand, Risiko und Nutzen. Ein Greenfield-Projekt baut auf einem neuen System mit übernommenen Stammdaten und neu modellierten Prozessen. Ein Brownfield-Projekt überführt das bestehende System in die neue Plattform, mit weitgehend erhaltenem Datenbestand. Selektive Datenübernahmen verbinden beide Ansätze, indem nur die für den künftigen Betrieb relevanten Datenmengen migrieren.

Für Unternehmen, die Nachhaltigkeitsziele direkt einbinden wollen, bietet sich der Greenfield-Ansatz an. Geschäftsprozessmodelle werden von Grund auf neu gedacht, Standards fließen ein, ESG-Datenfelder bekommen ihren Platz im neuen Stammdatenmodell. Eine rein technische Migration nach Brownfield erlaubt schnelle Umsetzung, lässt aber Spielraum für Optimierungen offen, die ein Folgeprojekt aufgreifen kann. Pilotprojekte mit kleinen Datenmengen helfen, beide Ansätze parallel zu testen und die richtige Entscheidung für die eigene Struktur zu treffen.

Der Clean-Core-Ansatz begleitet den Übergang. Anpassungen wandern auf die SAP Business Technology Platform (BTP), der Kern bleibt aktualisierbar. Das senkt langfristig die Wartungskosten und sichert die Aufnahme neuer Funktionen aus dem SAP-Release-Zyklus, ohne aufwendige Eigenentwicklungen anpassen zu müssen. Lean-Secure-Datenkonzepte sorgen für anonymisierte Test- und Entwicklungsumgebungen, sodass Datenschutz und Effizienz gemeinsam gelten.

Sieben Schritte vom Plan zur Steuerung

Den Erfolg bringt ein durchdachter Projektplan über mehrere Phasen. Folgende Schritte sollten S/4HANA-Programmen mit Nachhaltigkeitsbezug vorausgehen:

  1. Vision und Governance: Geschäftsleitung und CFO geben die strategische Richtung vor, der CIO verantwortet die Technik, ein eigenes ESG-Team pflegt die Daten. Verantwortlichkeiten werden früh festgelegt, Entscheidungswege definiert.
  2. Ist-Analyse und Ziele: Energieverbrauch, Recyclingquote, CO2-Bilanz und Arbeitsschutzkennzahlen werden als ESG-Metriken festgelegt. Initialdaten aus den Vorsystemen werden konsolidiert und auf Vollständigkeit, Aktualität und Konsistenz geprüft.
  3. Pilotphase: Eine Region oder Kostenstelle dient als Testfeld. SAP Sustainability Control Tower läuft für die CO2-Transparenz, Green Ledger für die finanzielle Verzahnung. Die Ergebnisse aus dem Piloten fließen in die Architektur der späteren Konzernlösung.
  4. Technologie und Integration: Daten aus SAP- und Drittsystemen werden zusammengeführt. Die SAP Business Technology Platform bindet Finanzprozesse an das Kern-ERP an. Schnittstellen für Emissionsquellen aus Heizungs-, Strom- und Fuhrparkdaten werden definiert.
  5. Dashboarding und KI-Insights: Self-Service-Dashboards stellen die Ergebnisse für Fachbereiche bereit. KI-gestützte Anomalieerkennung und What-if-Analysen unterstützen die Steuerung von Investitionsentscheidungen.
  6. Schulung und Change-Management: Anwender erlernen die neuen Werkzeuge, Prozesse werden in der Organisation eingebunden, und das Bewusstsein für ESG wächst von der Buchhaltung bis in die Werkshallen.
  7. Skalierung und Verbesserung: Weitere Geschäftsbereiche werden eingebunden, Reportings automatisiert, neue Anwendungsfälle bewertet. Aus den Pilotergebnissen formt sich ein dauerhaftes Steuerungsmodell.

Werthaltigkeit folgt der Datenqualität

Werthaltigkeit ergibt sich aus Konsistenz. Wenn Finanz- und Nachhaltigkeitsdaten dieselben Buchungen, Materialien und Lieferanten beschreiben, liegt eine belastbare Entscheidungsgrundlage vor. Investoren bewerten Unternehmen anhand transparenter Kennzahlen für Klimarisiken, Umweltleistung und soziale Verantwortung. Banken bieten grüne Finanzierungsformen an, darunter Green Bonds und Sustainability-linked Loans, deren Konditionen an die Erfüllung ökologischer Kriterien gebunden sind. Ohne Datenqualität bleibt der Zugang zu solchen Instrumenten verschlossen, und das Unternehmen zahlt höhere Zinsen für klassische Kredite.

S/4HANA liefert die Daten, mit denen sich grüne Finanzinstrumente strategisch nutzen lassen. Echtzeitanalysen unterstützen den CFO, Investitionen in neue Anlagen oder Prozesse so zu bewerten, dass Klimawirkung und Rendite gleichgewichtig in die Entscheidung einfließen. Maßnahmen zur Emissionsreduktion lassen sich kalkulieren, mit Kapitaleinsatz, Wirkung und Amortisation. Damit fügt sich Nachhaltigkeit in die Logik der Unternehmenssteuerung ein, ohne ein Sondersystem aufzubauen.

Langfristig sichert dieser Ansatz die Wettbewerbsfähigkeit. Verbraucher achten auf den ökologischen Fußabdruck der Produkte, Mitarbeiter wählen Arbeitgeber nach deren Wertvorstellungen, Geschäftspartner bevorzugen Lieferanten mit transparenten Nachweisen. Unternehmen, die Nachhaltigkeit nicht als Anhängsel, sondern als Bestandteil der Steuerung verstehen und mit S/4HANA technisch absichern, bauen solche Vorteile dauerhaft in ihr Geschäftsmodell ein.

Vier Bausteine, mit denen das Programm gelingt

Nachhaltigkeit und Werthaltigkeit wachsen nicht von selbst zusammen. Es braucht ein konsequentes Vorgehen über mehrere Stufen. SAP S/4HANA bildet das technische Fundament, die Sustainability Suite liefert die spezialisierten Anwendungen, der Projektansatz steuert die Wirkung. Vier Bausteine sollten in Zukunft den Beginn jedes Programms markieren.

  • Geschäftsprozessmodellierung: Standards und solide Datenbasis bilden den Ausgangspunkt für die neuen Abläufe. Der Clean-Core-Gedanke schützt die Aktualisierbarkeit, sodass spätere Releases ohne aufwendige Eigenentwicklungs-Migration einfließen.
  • Integration der Nachhaltigkeitsmodule: SAP Sustainability Footprint Management und SAP Sustainability Data Exchange werden früh angebunden. Damit fließen ESG-Daten von Beginn an in die Steuerung ein.
  • Analytische Werkzeuge: KI-gestützte Auswertung erkennt Reduktionspotenziale in Energieverbrauch und Materialeinsatz, Dashboards führen die Ergebnisse zusammen, Berichte erfüllen die Vorgaben aus EU-CSRD und EU-Taxonomie.
  • Lieferantenmanagement: Nachhaltigkeitskriterien fließen in die Beschaffung ein. Bewertungen, Audits und Datenaustausch werden standardisiert, sodass Scope-3-Daten konsistent vorliegen und sich der CO2-Fußabdruck der eigenen Produkte abbilden lässt.

Den Erfolg bringt nicht die Software allein, sondern ein durchdachter Projektplan und ein konsequentes Change-Management. Unternehmen, die solche Bausteine zu Beginn des S/4HANA-Programms einbinden, gewinnen Zeit, vermeiden teure Nachbesserungen und machen Nachhaltigkeit zum Treiber der Werthaltigkeit.

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