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Drei Vorteile lokal ausgeführter VDI-Desktops mit VMware Horizon 7

VMware Horizon 7 verbessert die Nutzung lokal ausgeführter VDI-Desktops. Diese drei Vorteile bringt das Update auf Horizon View 7.

VDI-Umgebungen (Virtual Desktop Infrastructure) eignen sich für viele verschiedene Einsatzzwecke, beispielsweise bei Callcentern oder in sehr auf Sicherheit bedachten Branchen. Virtuelle Desktops können mit VMware Horizon 7, so wie mit fast allen gängigen VDI-Produkten, sehr stark abgesichert werden, um beispielsweise das Kopieren und Einfügen von Inhalten zwischen virtuellem und physischem Desktop zu unterbinden.

VDI-Umgebungen können aber auch dafür genutzt werden, allen Anwendern den gleichen Standard-Desktop zur Verfügung zu stellen, unabhängig von der verwendeten Hardware oder unterschiedlichen Systemkonfigurationen inklusive energiesparenden Remote-Desktop-Terminals. Kurz gesagt erleichtern VDI-Bereitstellungen IT-Administratoren das Leben ungemein, zumindest solange, bis etwas daran kaputt geht.

Eines der größten Probleme mit „klassischen“ VDI-Lösungen besteht darin, dass alle Anwender jederzeit Zugriff auf die gleiche Server-Farm der virtuellen Desktops benötigen. Ein Ausfall der Server-Farm oder des Netzwerks könnte leicht hunderte Anwender betreffen und damit enorme Auswirkungen auf die Produktivität und die Geschäftstüchtigkeit des Unternehmens haben sowie natürlich hohe Kosten verursachen. Die einfache Antwort auf diese Probleme lautet, die VDI-Server lokal auszuführen, wo dies möglich ist.

Lokale VDI-Desktops mit VMware Horizon 7

Die Möglichkeit, VDI-Desktops lokal auszuführen, gab es auch bereits in früheren Version von Horizon View, aber die Funktion wurde aufgrund eines großen Designfehlers nie wirklich genutzt: Lokal ausgeführte virtuelle Desktops auf Basis von Horizon View besaßen keine Netzwerkverbindung. Wenn virtuelle Desktops also beispielsweise auf einem lokalen Laptop ausgeführt wurden, dann waren sie in den engen Grenzen dieser lokalen Maschine gefangen. Das bedeutete zum Beispiel, das eine wichtige E-Mail lange auf den tatsächlichen Versand warten musste.

Anwender benötigten mit früheren Horizon-Versionen also eine schnelle Netzwerkverbindung, um alle VDI-Änderungen mit der eigentlichen Server-Farm zu synchronisieren. Damit reduzierte sich die Nützlichkeit dieser lokal ausgeführten View-Desktops natürlich enorm, was auch der Hauptgrund dafür ist, dass kaum jemand diese Möglichkeit nutzte. Zudem gab es aber auch Probleme mit dem Management lokaler VDI-Desktops.

Die jüngste Version von Horizon View, Horizon View 7, geht allerdings etwas anders an diese Sache heran und will lokal ausgeführte VDI-Desktops für alle möglichen Einsatzzwecke optimieren. Das stellt gewissermaßen einen Paradigmenwechsel in der Art dar, wie VDI-Umgebungen konsumiert werden. Damit dreht sich nicht mehr länger alles um eine Zentralisierung von Compute- und anderer Ressourcen, was bei einer großen Skalierung schnell teuer werden kann, wenn tausende Desktops mit einer N+1-Redundanz vorgehalten werden sollen.

Horizon View 7 ermöglicht es ausgewählten Anwendern jetzt, VDI-Desktops als selbstständige, unabhängig ausführbare Desktops auf lokale Maschinen herunterzuladen und dabei die Netzwerkverbindung zu behalten. Damit behalten Anwender weiterhin Zugriff auf Internet-Browser und Netzwerkanwendungen. Lokal ausgeführte VDI-Desktops werden so gewissermaßen zu einem Desktop innerhalb eines Desktops.

Neue Netzwerkoptionen von Horizon View 7

Die Frage rund um den Umgang mit Netzwerkressourcen der lokalen VDI-Desktops hat eine enorme Bedeutung und bringt verschiedene Vorteile mit sich. Erstens können so virtuelle Desktops lokale Ressourcen ansprechen. In dieser Situation werden die meisten Berechnungen lokal ausgeführt. Die VDI-Umgebung kann damit entweder „klassisch“ auf zentrale Server-Farmen ausgerichtet sein, oder dezentral auf lokalen Maschinen ausgeführt werden. Eine geringere Auslastung der zentralen VDI-Server bedeutet aber auch, dass weniger Compute-Ressourcen benötigt werden, was wiederum Kosteneinsparungen bei Hardware, Energieversorgung und Kühlung möglich macht.

Die neuen Netzwerkoptionen von Horizon View machen Anwender aber zweitens auch unabhängiger von der zugrundeliegenden Plattform. Horizon-View-Clients gibt es für Windows, Linux, iOS und Android, womit ein und derselbe VDI-Desktop auf einer großen Anzahl unterschiedlicher Geräte verwendet werden kann. Anwender können ihren Desktop dabei nach Belieben vom Server ab- oder anmelden und zwischen verschiedenen Endgeräten wechseln. Zusätzlich ist es auch möglich, sehr fein abgestimmte Security-Richtlinien vorzugeben, um bestimmte Hardware oder Orte besonders abzusichern.

Drittens schließlich erhöhen die neuen Netzwerkmöglichkeiten in Horizon 7 auch die Sicherheit. Es ist natürlich klar, dass die Sicherheit lokal herunterladbarer Desktops, die möglicherweise geschäftskritische Daten enthalten, an sich schon enorm hoch sein muss. Um dieses Sicherheitsniveau zu erreichen, vor allem wenn BYOD-Geräte (Bring Your Own Device) verwendet werden, die nicht verschlüsselt werden können, kann das Desktop-Image von Horizon View selbst verschlüsselt werden, wodurch die VDI-Maschine und all ihre Daten auch bei Verlust oder Diebstahl sicher sind.

Treten Verlust oder Diebstahl tatsächlich ein, dann können Anwender einfach den zuletzt synchronisierten Desktop wieder auf ein neues Endgerät herunterladen und unterbrechungsfrei weiterarbeiten. Zusätzlich zu all dem stehen Administratoren auch weitere Optionen zur Verfügung, beispielsweise die Nutzung lokaler Peripheriegeräte wie USB-Speichergeräte oder Drucker zuzulassen oder zu unterbinden.

Diese neuen Verbindungsmöglichkeiten haben letztlich sogar zu einer neuen Gruppe an Remote-Anwendern geführt. Unternehmen könnten so beispielsweise Zeitarbeitern oder freien Mitarbeitern mit eigenen Endgeräten eigenständige Firmen-Desktops zur Verfügung stellen, die sofort mit allen notwendigen Desktop-Konfigurationen ausgestattet sind. Hier spielt zum Beispiel auch VMwares Instant-Cloning-Technologie eine große Rolle, mit der mehr oder weniger ohne Zeitverzögerung neue VDI-Desktops erstellt werden können. Auch für Unternehmen, die ihre Angestellten auf Projektbasis beschäftigt, ist diese Möglichkeit ideal. Richtig angewendet, kann dieser Ansatz den administrativen Aufwand enorm verkleinern helfen.

Anwender können so, sofern sie die nötigen Rechte haben, die VDI-Maschine auf ein genehmigtes Endgerät herunterladen und erhalten dann überall die gleiche Desktop-Umgebung. Im Kern werden so herunterladbare Images bereitgestellt, die lokale Compute-Kapazitäten nutzen.

Das Aufsetzen der entsprechenden Infrastruktur für diese Remote-Desktop-Funktionalität bringt natürlich einen zusätlichen Mehraufwand mit sich und erfordert zusätzliche Server und Netzwerkkapazität. Im Vergleich mit dem hohen Nutzen von dem, was VMware Cloud-Desktop nennt, dürften die Kosten aber durchaus zu rechtfertigen sein.

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Artikel wurde zuletzt im September 2016 aktualisiert

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