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Drei Tipps für die Planung der Netzwerkkapazität

Bei der Planung der Netzwerkkapazität sollten Firmen die bisherige Nutzung und Leistung prüfen, die IT-Roadmap bewerten und Änderungen der Geschäftsstrategie berücksichtigen.

Beim Design des Netzwerks und der Planung der benötigten Netzwerkressourcen befinden sich Unternehmen auf einem schmalen Grat zwischen zu viel und zu wenig Kapazitäten. Bei den meisten Architekten ist die Angst vor Unter-Kapazitäten höher als die Sorge vor Über-Kapazitäten.

Die Folge: Netzwerke bieten in vielen Firmen weitaus mehr Leistung und Durchsatzkapazität, als während ihrer gesamten Lebensdauer erforderlich wäre. Diese wenig diskutierte Praxis der Über-Provisionierung eines Netzwerks verschwendet Geld, das in anderen IT-Projekten besser investiert gewesen wäre.

Netzwerke sind in der Regel zwischen drei und sieben Jahren im Einsatz. Da Upgrades komplex und teuer sein können, sollten Firmen etwas mehr Netzwerkressourcen kaufen und bereitstellen, als das Unternehmen während des gesamten Lebenszyklus des Netzwerks benötigt. Die richtige Planung stellt mit guter Recherche und Input von Experten kein Hexenwerk dar. Hier sind drei Tipps, wie Firmen zu hohe Überkapazitäten bei der Bereitstellung ihres zukünftigen Netzwerks vermeiden können.

1. Überprüfen der Basisdaten des Netzwerks

Wenn Firmen planen, ein bestehendes Netzwerk zu aktualisieren, und die notwendige Kapazität ermitteln wollen, sollten sie zunächst die Daten der Monitoring-Tools prüfen, sei es mit Software, die das SNMP (Simple Network Management Protocol) nutzt, oder mit moderneren Plattformen für die Netzwerkanalyse. Diese Tools enthalten historische Daten zur Nutzung und Leistung des Netzwerks.

Wenn historische Daten über Monate oder sogar Jahre verfügbar sind, können Netzwerkarchitekten die durchschnittliche Leistungssteigerung über die Zeit berechnen. Mit diesen Informationen lassen sich zukünftige Leistungsanforderungen an das neue Netzwerk ermitteln.

2. Prüfen der IT-Roadmap

Historische Daten sind nützlich, aber es ist auch wichtig, zukünftige Technologieprojekte und deren Anforderungen an die Netzwerkleistung zu berücksichtigen. Gängige IT-Projekte wie Cloud-Migrationen, IoT-Implementierungen und der Rollout von Big Data Analytics können den Datenverkehr im gesamten Unternehmensnetzwerk massiv verändern und die erforderliche Netzwerkkapazität erhöhen oder auch senken.

Wenn die IT-Roadmap beispielsweise Anwendungen und Daten umfasst, die derzeit lokal (On-Premises) verwaltet werden, aber in eine Public Cloud verschoben werden sollen, ändern sich die Datenflüsse zwischen Client und Server. Der Datenverkehr läuft dann nicht mehr über das lokale Rechenzentrum, sondern über das öffentliche Internet oder die direkte WAN-Verbindung zu Public-Cloud-Services.

Fälle wie diese verändern die Anforderungen an Leistung und Durchsatz auf Campus-Routern und -Switches teilweise drastisch. Das heißt: Eine veränderte IT-Infrastruktur oder IT-Architektur kann auch den Ort oder die Art und Weise verändern, wie Unternehmen Netzwerkressourcen bereitstellen.

3. Mögliche Änderung der Business-Strategie

Die dritte und schwierigste Komponente, die Firmen bei der Planung der Netzwerkkapazität berücksichtigen sollten, ist die Geschäftsstrategie. Bleibt das Geschäftsmodell des Unternehmens stabil, oder ist in den nächsten Jahren mit großen Veränderungen zu rechnen? Wenn die Business-Strategie klar und fest verankert ist, bleiben auch die Anforderungen an das Netzwerk relativ konstant. In dieser Situation sind nur geringe Überkapazitäten notwendig.

Anders sieht es aus, wenn sich die Geschäftsstrategie in den kommenden Jahren verändert. Dann entsteht bei der Planung und Bereitstellung der Netzwerkkapazität ein Risiko; es können mehr oder weniger Netzwerkressourcen erforderlich sein.

Die Entscheider müssen abwägen: Wie hoch ist das Risiko einer unvorhergesehenen Nachfrage im Gegensatz zum Risiko, Geld zu verschwenden, wenn sich die Geschäftsstrategie doch nicht ändert? Hier kommen Wenn-Dann-Szenarien zum Einsatz. Unternehmen müssen hier die Wahrscheinlichkeit von Veränderungen und die Kosten-Nutzen-Analyse jedes Szenarios in Bezug auf das Netzwerk ermitteln.

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