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So bewältigen IT-Manager Probleme in der Lieferkette

Konfrontiert mit Problemen in der globalen Lieferkette und dem Fachkräftemangel müssen Administratoren zusammen mit dem IT-Management einige schwierige Entscheidungen treffen.

Die Lieferkettenprobleme der letzten Jahre trafen IT-Beschaffer, die Equipment wie Server oder Switches benötigten, besonders hart. Doch auch Administratoren haben die Auswirkungen zu spüren bekommen.

Verzögerungen bei der Anschaffung neuer Geräte bremsen Projekte auf und haben generell erhebliche Auswirkungen auf die Arbeitsweise von IT-Teams. Darüber hinaus verstärkt der anhaltende Fachkräftemangel diese Herausforderungen für das IT-Management.

Verzögerungen bei der Beschaffung

Eines der unmittelbaren Probleme bei langsameren und unterbrochenen Lieferketten sind Verzögerungen bei der Lieferung gängiger Artikel, wie Computermäusen und Tastaturen.

Help- oder Service-Desk-Teams sind für den Ersatz solcher Geräte zuständig – wenn es keine gibt müssen sie eben die defekten reparieren. Dies ist in erster Linie ein Problem des Helpdesks – wenn die Endbenutzer jedoch aufgrund veralteter Geräte einen Leistungsabfall des Systems feststellen, werden sie sich an die IT-Abteilung wenden. Häufig sitzen die Benutzer auch dem Irrtum auf, dass das Problem umso schneller behoben wird, je mehr Personen sie mit hineinziehen.

Beim Management schließlich laufen die sich häufenden Beschwerden ein; es muss sich aber zeitgleich schützend für die wertvollen und außerdem oft unschuldigen IT-Mitarbeiter stellen, denn mitunter schießen Mitarbeiter mit ihren Beschwerden übers Ziel hinaus. Wenn das Management merkt, dass die Probleme eskalieren, ist es Zeit einzugreifen und die Ursachen zu bekämpfen.

In diesem Fall bringt es auch nichts, Geld nach dem Problem zu werfen: Ressourcen, die es nicht gibt, können Sie nicht einkaufen.

Wenn Sie von Ihrem Hauptlieferanten keine Ersatzhardware erhalten, sollten Sie sich nach einem anderen Anbieter umsehen. Treue gegenüber Geschäftspartnern ist zwar ein edler Zug, aber nicht immer haltbar. Die Ausnahme sind Server, die mehr Endpunktmanagement erfordern. Bei den meisten anderen IT-Geräten hingegen ist ein Wechsel des Anbieters bei Bedarf machbar.

Ein anderer Ansatz ist es, Geräteteile zu ersetzen, statt die ganzen Geräte. Leider gibt es jedoch auch bei Komponenten wie Arbeitsspeicher, GPUs und Solid-State-Laufwerke Probleme mit der Lieferkette. Gerade für kleinere Unternehmen kommen Upgrades eher in Frage. Je größer die IT-Landschaft ist, desto unrealistischer wird es, jedes einzelne Gerät aufzuschrauben und Teile auszubauen.

Jede Veränderung in einem Unternehmen ist eine Herausforderung für die Geschäftsleitung, ganz gleich aus welchem Grund. Auch, wenn am Ende nicht jeder bekommt, was er wollte, ist die Umstellung mitunter erfolgreich und lässt sich mit einer offenen Kommunikation weitgehend friedlich umsetzen. Wenn es um die Lieferketten geht, konzentrieren sich viele Menschen so sehr auf das physische Inventar, dass sie oft die größere Herausforderung des IT-Managements vergessen: die Kontrolle des Informationsflusses.

Personalmangel verschärft die Lage

Die zweite große Herausforderung für IT-Betriebs- und Managementteams ist der Fachkräftemangel. Trotz Automatisierung ist die IT auf Menschen angewiesen. Die Mitarbeiter müssen Automatisierungsskripte schreiben, Fehler beheben und Automatisierungs-Tools pflegen. Wenn derlei Aufgaben zum normalen Pensum der Admins hinzukommen, kann sich der Ausfall auch nur einer Person dramatisch auf die von einem Unternehmen angebotenen Dienste auswirken. Probleme in der Lieferkette und der Fachkräftemangel sind kein Freifahrtschein für einen weniger guten Kundenservice.

In diesem Fall bringt es auch nichts, Geld nach dem Problem zu werfen: Ressourcen, die es nicht gibt, können Sie nicht einkaufen. Die Admins erleben es täglich am eigenen Leib und das Management muss es irgendwann einsehen: niemand kann dauerhaft ein überdimensioniertes Arbeitspensum stemmen. Manche Betriebe müssen in den sauren Apfel beißen und die Dienstleistungen für die Kunden je nach Bedarf einschränken.

Wie sehen Lösungen aus?

Es gibt glücklicherweise Möglichkeiten, den Druck der Lieferkettenprobleme und des Personalmangels etwas abzufangen und die IT-Administratoren zu entlasten.

So lassen sich beispielsweise die Ressourcen strecken, indem Sie die Wartezeiten beim Help- und Service-Desk etwas verlängern – besonders, was das Entgegennehmen von Anrufen und Beantworten von Anfragen angeht.

Eine weitere Möglichkeit, die Belastung der IT-Abteilung zu verringern, ist das Priorisieren von Sicherheits-Patches gegenüber anderen Sicherheitsmaßnahmen. An der Sicherheit sollten Sie unter keinen Umständen sparen. In vielen Betrieben bevorzugen Admins jedoch komplizierte Workarounds gegenüber einem Patch, weil sie ersteres zurecht für das besser kalkulierbare Risiko halten. Ein erfolgreicher Patch macht jedoch weniger Arbeit als seine Vermeidung. Hier ist mitunter ein Umdenken notwendig.

IT-Ops und Management müssen gemeinsam entscheiden, was gestrichen wird. Niemand wartet gern oder wird mit einer Absage für seine Pläne konfrontiert, aber wir müssen lernen, innerhalb der Grenzen dieser Einschränkungen zu arbeiten.

Das erfordert Zeit, Geduld und Verständnis. Klare und häufige Kommunikation ist der Schlüssel. Wenn Sie eine Frist nicht einhalten können, dann müssen Sie das den Betroffenen offen und proaktiv mitteilen. Das IT-Management und die Mitarbeiter müssen ehrlich und präzise mit internen und externen Beteiligten über Verzögerungen und Risiken sowie über die Auswirkungen der getroffenen Entscheidungen sprechen.

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