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SD-WAN: Anforderungen an die Netzwerk-Skalierbarkeit

Wer eine zu den Geschäftsanforderungen passende SD-WAN-Option wählen will, hat die Qual der Wahl. Der Netzwerk-Skalierbarkeit kommt hierbei eine zentrale Bedeutung zu.

Das grundlegende Konzept von Software-defined WAN (SD-WAN) ist heute allgemein bekannt und akzeptiert. Die weitere Entwicklung dürfte dahin gehen, SD-WAN in die neue Definition von Wide Area Network (WAN) zu integrieren. Irgendwann werden WANs von Haus aus all die Dinge können, die SD-WAN beherrscht. Doch in der Zwischenzeit müssen IT-Teams besonders sorgfältig bei der Auswahl von SD-WAN-Providern und -Angeboten vorgehen. Das gilt insbesondere, wenn es um die Anforderungen hinsichtlich der Netzwerk-Skalierbarkeit geht.

Zusätzlich zu den typischen Kaufkriterien, etwa Kosten pro Standort, Sicherheitsarchitektur, Management und Eignung für Anwendungsfälle mit direkten Internetverbindungen, müssen IT-Teams darauf achten, dass das Produkt im Rahmen des bestehenden Netzwerks funktioniert. So gilt es sicherzustellen, dass der Service mit den vorhandenen Verbindungsoptionen an den aktuellen Standorten einen Mehrwert liefern und das gesamte WAN unterstützen kann.

Entscheidend ist es, zu wissen, dass Ihre Netzwerkanforderungen variieren können. Während ein bestimmter SD-WAN-Service für andere Unternehmen optimal ist, muss das nicht für Ihre Organisation zutreffen. Daher gibt es nichts Besseres, als Ihre Anforderungen mit einem Referenznetzwerk gleichen Umfangs und einem ähnlichen Anwendungsfall zu vergleichen und den Service mit verschiedenen Skalierungen zu testen.

Anforderungen an die Skalierbarkeit Ihres Netzwerks

Bei SD-WAN bedeutet Skalierung einerseits die Fähigkeit, bis zum erforderlichen Durchsatz- und Bandbreitenniveau und andererseits bis zur Anzahl der Standorte im Netzwerk zu skalieren.

Überlegungen bezüglich der Bandbreite sind recht einfach. Appliances besitzen bestimmte Durchsatzraten oder -Ratings, die irgendwo zwischen weniger als 10 MBit/s bis zu 10 GBit/s liegen können. Die Kosten pro Standort sind im Allgemeinen für eine Highend Appliance deutlich höher als für eine typische Branch Appliance – häufig mindestens zehnmal teurer –, bei einem Durchsatz von beispielsweise 100 MBit/s bis zu 1 GBit/s.

IT-Teams müssen beide Skalierungstypen berücksichtigen, wenn sie sich für eine SD-WAN-Option entscheiden.

Die Skalierbarkeit basierend auf der Anzahl der Standorte zu berechnen, kann schwieriger sein. Zu den Skalierbarkeitsanforderungen gehört nicht nur die Bereitstellung von ausreichend Bandbreite für alle Ihre Standorte. Auch die Netzwerkarchitektur spielt eine Rolle, wenn es um die benötigte Größenordnung geht, um eine große Anzahl von Branch-Standorten zu unterstützen. Einige SD-WAN-Angebote sind so konzipiert, dass sie alle Standorte untereinander mit einer virtuellen Leitung verbinden und diese unbefristet aufrechterhalten. Diese Option belastet den Service durch den Aufwand für das VPN-Management, der mit der Zahl der Standorte exponentiell zunimmt.

Andere SD-WAN-Services mögen zwar auch auf VPNs basieren, ohne dass hier aber jedes VPN konstant aktiv sein muss. Zum Beispiel könnte der Service es den Kunden ermöglichen, einige der erforderlichen Betriebsparameter für die VPNs im Voraus zu berechnen und sie nur bei Bedarf für eine Netzwerksitzung zu instanziieren. Diese Option ist in der Lage, viel mehr Knoten zu unterstützen als das vorherige Design.

Andere SD-WAN-Produkte verfolgen einen noch ganz anderen Ansatz, der ohne große VPN-Konstrukte auskommt. Diese Lösungen verwenden Architekturen, bei denen der Aufwand für die Unterstützung des N+1 Standorts mit dem Aufwand für die Unterstützung des zweiten Standorts identisch ist. Ein solches Design könnte sogar noch mehr Knoten unterstützen.

Skalierungsfragen

Da die Architektur Obergrenzen für die Anzahl der unterstützbaren Standorte setzen kann, müssen IT-Teams diesbezüglich nachhaken. Folgende Fragen können weiterhelfen, wenn es um Anforderungen in Sachen SD-WAN-Skalierbarkeit geht:

  • Was ist die maximale Obergrenze für die Anzahl der unterstützten Standorte?
  • Wie viele Standorte lassen sich bereitstellen, bevor die Performance beeinträchtigt und unzuverlässig wird?
  • Was ist das größte Produktionsnetzwerk, das der Anbieter schon einmal bereitgestellt hat?

Natürlich müssen die IT-Teams nach Referenzen fragen – vorzugsweise in der gleichen vertikalen Branche mit voraussichtlich ähnlichen Workloads und Nutzungsmustern – und sich dann näher damit beschäftigen. Die praktische Erfahrung einer vergleichbaren Organisation kann nützlicher sein als eine rein zahlenmäßige Beurteilung.

IT-Teams müssen die Skalierung sowohl bezüglich der Bandbreite als auch der Anzahl der Standorte berücksichtigen, wenn sie sich für eine SD-WAN-Option entscheiden. Wie groß müssen die SD-WAN-Geräte – physisch oder virtuell – sein, um den notwendigen Durchsatz zu unterstützen? Wie viele Standorte brauchen SD-WAN? IT-Teams müssen ihre Hausaufgaben machen, den Anbietern gezielt Fragen über Architektur, Obergrenzen und durchgeführte Installationen stellen sowie nach Referenzen suchen, um deren Erfahrungen zu evaluieren. So können sie den SD-WAN-Service finden, der ihre Bedürfnisse erfüllt – und in die schöne neue Welt von SD-WAN eintauchen.

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