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SDN: Wann werden softwaregesteuerte Netzwerke zum Normalfall?

Werden SDN-Netzwerke jemals zum neuen Standard in Unternehmen werden und ihre traditionellen Gegenstücke zahlenmäßig überholen?

Im Netzwerkbereich spricht man nun schon seit einigen Jahren von Software-defined Networking (SDN) als dem nächsten großen Ding. Irgendwie scheint es mit der Akzeptanz von SDN in Unternehmen nicht gut bestellt zu sein.

Die „Machtübernahme“ durch Software-defined Networking erfolgt, während wir darüber sprechen. Aber bevor SDN die „neue Normalität“ wird, muss die Industrie die aktuellen Wissenslücken schließen. Das heißt nicht, dass Netzwerkingenieure nun Softwareingenieure werden oder umgekehrt.

Einiges Cross-Training ist notwendig und in vielen Fällen bereits im Gange. Zum Beispiel sagte John Donovan, AT&T Senior Executive Vice President, beim Open Networking Summit 2015, dass sein Unternehmen Tausende von IT-Profis zurück in die Klassenzimmer schickt. Auf Software gepolte Leute denken einfach anders als Netzwerkingenieure. Deshalb kostet es einige Zeit und Mühe, um gemeinsam einen Schritt nach vorne zu machen und sich auf die softwaregesteuerte Netzwerkära vorzubereiten.

Wir werden wahrscheinlich sehen, wie SDN zum allgemeinen Standard in der Industrie avanciert, bevor eine einzelne Anwendung oder ein SDN-Protokoll zum dominierenden Spieler wird. Zum Beispiel gibt es Dutzende von Möglichkeiten, um Mandantenfähigkeit (Multi-Tenancy) zu erreichen – einige Lösungen nutzen Protokolle wie virtuell erweiterbares LAN und Ethernet-VPN, während andere den Hebel bei OpenFlow ansetzen. Jedes dieser Protokolle könnte für Lösungen gut sein, die unter den SDN-Begriff fallen. Deshalb sollten wir erkennen, dass SDN-Versuche die Norm werden bevor eine dieser spezifischen Implementierungen der klare „Sieger“ geworden ist.

Die SDN-Initiativen schreiten weiter voran und bringen uns dem Tag näher, an dem die meisten, wenn nicht alle, Netzwerke softwaregesteuert sind. Zum Beispiel zeigte ON.Lab eine Demo, die Central Office Re-architected as Data Center (CORD) veranschaulicht, das Network Functions Virtualization (NFV) und Software-defined Networking kombiniert. CORD ist auf einem aggressiven Zeitplan mit Phase-1-Versuchen im Juni 2016 und mehreren Service-Provider-Implementierungen bis 2017. Die Verschiebung zu SDN geschieht jetzt und immer mehr Kunden werden über ihre Erfahrungen im Produktionsbetrieb sprechen.

„Ich fordere Mittechniker dazu auf, die Reise zu softwaregesteuerten Netzwerken heute zu beginnen.“

Darien Hirotsu, SDN Essentials

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Ich fordere Mittechniker dazu auf, die Reise zu softwaregesteuerten Netzwerken heute zu beginnen. Warten Sie nicht. Jeder, der gewartet hat, um zu sehen, ob Intermediate System-to-Intermediate System Protocol (IS-IS) oder Open Shortest Path First (OSPF) wohl die IGP Schlacht gewinnt, wurde deutlich zurückgelassen. Netzwerktechniker können sich diesem Wandel an einer Reihe von Orten und einer Vielzahl von Wegen nähern. Keiner von diesen ist richtig oder falsch.

Ein guter Start: Nutzen Sie die Grundlagen einer High-Level-Programmiersprache zum Entlasten von einfachen Aufgaben. Auch wenn Sie im Betrieb von Legacy-Netzwerkgeräten feststecken, schauen Sie ob NETCONF passend für den programmgesteuerten Zugriff auf Geräte sein könnte. Netzwerkarchitekten entwickeln ständig neue SDN-Technologie, um die softwaregesteuerte Vernetzung an die Spitze der Branche zu bringen.

Über den Autor:
Darien Hirotsu ist SDN-Experte und arbeitet für das herstellerunabhängige SDN-Serviceunternehmen SDN Essentials.

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