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Cloud Report 2026: Was IT-Entscheider bei der Strategie bewegt

Der Bitkom stellt seinen aktuellen Cloud Report vor und es zeigt sich, dass Cloud-Einsatz keine Frage mehr ist, die Umsetzung digitaler Souveränität dagegen schon.

Der Bitkom e.V. fasst regelmäßig den Status Quo und die Trends der Cloud-Nutzung deutscher Unternehmen zusammen. Der aktuelle Bericht fokussiert sich nicht nur auf die Cloud-Adoption und Einsatzfelder, sondern auch auf Kosten, Provider-Auswahl und Souveränität. Darüber hinaus befragte der Verein die Studienteilnehmer, was sie von der Politik und Verwaltungsinstanzen erwarten, um die sichere Cloud-Nutzung zu unterstützen.

Einige Resultate der Umfrage überraschen nicht – beispielsweise, dass die Majorität der Firmen Cloud-Dienste nutzt. Andere Ergebnisse sind hingegen überraschend, so die Einstellung und realen Ansätze zu digitaler Souveränität oder Details der Provider-Auswahl.

Cloud-Nutzung: Von Reifegrad bis Geschäftsmodell

Wie oben erwähnt, ist es keine große Überraschung, dass 86 Prozent der Befragten Cloud Computing einsetzen. Dabei fallen 53 Prozent auf das Betriebsmodell der Public Cloud und 64 Prozent auf Private-Cloud-Umgebungen.

Abbildung 1: So nutzen deutsche Firmen Cloud-Computing. Das eine Prozent, dass hier zu viel erscheint, ist den Rundungen geschuldet, die der Bitkom vorgenommen hat.
Abbildung 1: So nutzen deutsche Firmen Cloud-Computing. Das eine Prozent, dass hier zu viel erscheint, ist den Rundungen geschuldet, die der Bitkom vorgenommen hat.

Allerdings bieten diese Unternehmen nur wenige eigene Cloud-Services als Teil ihres Geschäftsangebotes an, vier Prozent ausschließlich und 18 Prozent nur zu Teilen. Dafür planen aber 23 Prozent der befragten Firmen, Cloud Computing für ihre Cloud-Produkte nutzen zu wollen. In diesem Szenario ist der Cloud-Service nicht nur für den eigenen IT-Betrieb, sondern auch für den Geschäftserfolg relevant, wenn auch derzeit nur in einem begrenzten Umfang

Bei der Cloud-Strategie ergibt sich ein gemischtes Bild: 17 Prozent der Studienteilnehmer setzen auf Cloud only, 33 Prozent auf Cloud first und 28 Prozent realisieren ihre Cloud-Nutzung nach dem Cloud too-Prinzip. Weitere 15 Prozent verfolgen unterschiedliche Ansätze.

Das belegt, dass bei Weitem nicht alle Workloads bedingungslos in die Cloud gehen, aber der Trend geht weiterhin nach oben. So wurden 2025 im Durchschnitt 47 Prozent der Anwendungen in der Cloud betrieben und es wird prognostiziert, dass dieser Anteil in fünf Jahren bei 58 Prozent liegen wird. Der Report zeigt zudem eine interessante Verteilung bei der Cloud-Nutzung auf. Die Anzahl der Firmen die heute 10 Prozent oder weniger Cloud-IT-Leistungen nutzen, soll demnach schrumpfen: von 15 auf drei Prozent. Demgegenüber steht der Anteil an Unternehmen, die mehr als die Hälfte ihrer Anwendungen Cloud-basiert betreiben. Dieser soll von 40 auf 60 Prozent ansteigen.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass Cloud Computing für die Mehrheit deutscher Unternehmen ein essenzieller Bestandteil der IT-Infrastruktur und -Strategie ist – nicht wirklich ein Geheimnis.

Was soll die Cloud bringen und wie wird sie genutzt

Viele Anwender haben klare Erwartungen daran, was der Cloud-Einsatz bringen soll. Für die meisten Unternehmen ist die Erhöhung der IT-Sicherheit das wichtigste Ziel. Dieses Ziel streben 75 Prozent der Befragten an, 2024 lag dieser Wert noch bei 57 Prozent. Dem folgen die Bestrebungen nach Digitalisierung interner Prozesse (71 Prozent) und Kostenreduzierung (67 Prozent).

Abbildung 2: Die Ziele für den Cloud-Einsatz sind vielfältig, aber Sicherheit, Digitalisierung und Kosten stehen im Vordergrund.
Abbildung 2: Die Ziele für den Cloud-Einsatz sind vielfältig, aber Sicherheit, Digitalisierung und Kosten stehen im Vordergrund.

Interessant ist, dass Firmen offensichtlich verstanden haben, dass eine Cloud oft nicht genügend Sicherheit und Flexibilität bietet. So gaben 38 Prozent der Studienteilnehmer an, eine Multi-Cloud-Strategie zu verfolgen und 34 Prozent setzen auf das Hybrid-Cloud-Modell. In 14 Prozent der Unternehmen ist ein Multi-Cloud-Konzept in Planung, 22 Prozent streben eine Hybrid-Cloud-Implementierung an.

Der Bitkom fragte auch nach Einsatzgebieten, die natürlich vielfältig sind. Allerdings interessierte sich der Verein nicht nur für das, was derzeit genutzt wird, sondern auch für das, was die Firmen in fünf Jahren für relevant halten. So kommt bei 42 Prozent die Cloud für KI-Dienste zum Einsatz. In fünf Jahren sehen 69 Prozent dieses Einsatzgebiet für sich als realistisches Szenario. Ähnliche Sprünge sind bei Datenbankenbetrieb (58 Prozent jetzt, 78 Prozent in 2031), Sicherheitssoftware (48 Prozent gegenüber 67 Prozent) und CRM (33 Prozent gegenüber 51 Prozent in Zukunft). Der Einsatz von Cloud Storage wird sich hingegen nur wenig verändern, 80 Prozent nutzen dies bereits, in fünf Jahren wollen 84 Prozent darin investieren. Das liegt unter anderem daran, dass Speicher einer der ersten Cloud-Anwendungsfälle, den zahlreiche Unternehmen als quasi auch als erstes Cloud-Projekt umsetzten. Die Stagnation ist also nicht überraschend. In anderen Bereichen wird die Cloud laut der Umfrageresultate künftig weniger genutzt werden, beispielsweise für ERP, das derzeit von 40 Prozent der Befragten in der Cloud betrieben wird und in fünf Jahren nur noch bei 30 Prozent liegen soll.

Kosten

Was die Kosten angeht, so ist die Entwicklung, die sich anhand der Bitkom-Studie absehen lässt, wenig überraschend. Für das Jahr 2025 sahen 19 Prozent der befragten Unternehmen einen starken Anstieg der Betriebskosten, während 45 einen leichten Anstieg verzeichneten. Bei 26 Prozent der Firmen blieben die Kosten unverändert.

Abbildung 3: Bei den Kosten gibt es keine große Überraschung: die Preise bleiben stabil oder steigen etwas an. Reduzierungen sind nicht wirklich zu erwarten.
Abbildung 3: Bei den Kosten gibt es keine große Überraschung: die Preise bleiben stabil oder steigen etwas an. Reduzierungen sind nicht wirklich zu erwarten.

Im Jahr 2026 sehen sich nur 14 Prozent der Teilnehmer einem starken Anstieg gegenüber und 40 Prozent leicht gestiegenen Kosten. Unveränderte Kosten dokumentierten 35 Prozent. Es ist allerdings nur schwer einzuschätzen, was hier wirklich die Kostentreiber sind: wurden Lizenzmodelle gewechselt, Workloads aus der Cloud entfernt oder verfolgen die Cloud-Anbieter tatsächlich moderatere Preisgefüge? Letzteres ist eher unwahrscheinlich, da die auf den Webseiten verfügbaren Preisangaben mehr als komplex und schwer zu berechnen sind. Aus diesem Grund sind diese Angaben wahrscheinlich nur mit Vorsicht zu betrachten.

Angaben zu derzeitigen oder geplanten Budgets und Investitionsvorhaben gab der Report leider nicht.

Cloud Provider: Das ist den Kunden wichtig

Die Umfrage nahm auch Auswahlkriterien, Wechselbestrebungen und die Wichtigkeit des Anbieterstandorts in den Fokus. Sicherheit ist auch hierbei einer der bestimmenden Faktoren. So legen 95 Prozent der Firmen Wert auf das Vertrauen in die IT-Sicherheit, den Datenschutz und die Compliance des Cloud-Anbieters. Datenverschlüsselung ist für 89 Prozent wichtig und 87 Prozent wollen, dass der Cloud Provider keinen unbefugten Zugriff auf die Daten hat.

Abbildung 4: Unverzichtbare Auswahlkriterien für Kunden auf der Suche nach einem Cloud Service Provider sind Sicherheit und stabile und leistungsfähige Technologie.
Abbildung 4: Unverzichtbare Auswahlkriterien für Kunden auf der Suche nach einem Cloud Service Provider sind Sicherheit und stabile und leistungsfähige Technologie.

Geht es um technologische Auswahlkriterien so sind die Leistungsfähigkeit und Stabilität der Cloud-Dienste für 91 Prozent der Teilnehmer essenziell. Niedrige Kosten, einfach Cloud-Wechsel-Optionen und weltweite Verfügbarkeit spielen eine eher untergeordnete Rolle.

Laut Cloud Providern soll sich ein Wechsel von einer Cloud-Umgebung in eine andere mittlerweile leichter gestalten und weniger Hürden als noch vor Jahren aufweisen. Bislang haben laut der aktuellen Umfrage aber nur 26 Prozent der Unternehmen einen solchen Wechsel vorgenommen, 43 Prozent haben es nicht vor, aber 20 Prozent planen ein solches Projekt. Als größte Hemmschwellen sahen die Teilnehmer Vendor Lock-in (59 Prozent), keinen strategischen Bedarf (49 Prozent) sowie zu hohen personellen Aufwand (45 Prozent) und die allgemeine Zufriedenheit mit dem bestehenden Dienst (45 Prozent).

Der Standort des Cloud Service Providers (CSP) ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden, für 98 Prozent der Befragten spielt dies eine Rolle. Allerdings gibt es hier noch eine große Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit. So würden 91 Prozent einen deutschen Anbieter bevorzugen, aber nur 53 Prozent haben eine deutsche Cloud-Umgebung. Bei US-amerikanischen Providern ist die Kluft noch größer: nur acht Prozent würden diesen wählen, doch 71 Prozent nutzen Dienste von genau diesen Anbietern.

Souveränität: Abhängigkeit und Kompromisse

Geopolitische Spannungen und die Erkenntnis, dass viele Cloud-Lösungen große Abhängigkeiten mit sich bringen, haben den Ruf nach einer souveränen Cloud lauter werden lassen und viele europäischen Optionen erhalten mehr Aufmerksamkeit als zuvor. Die Studie zeigt, dass sich das Bewusstsein der Anwender hier klar gewandelt hat.

Waren sich im Jahr 2025 78 Prozent der Unternehmen klar, dass Deutschland zu abhängig von US-Cloud-Anbietern ist, so sind es 2026 bereits 85 Prozent. Darüber hinaus stimmten 80 Prozent der Aussage zu, dass sie deutsche und europäische Hyperscaler brauchen. Allerdings gaben 43 Prozent an, dass es keine gleichwertigen europäischen Provider gibt, die ihre Cloud-Anforderungen bedienen können. Allerdings sollten Unternehmen ihre Cloud-Anforderungen und verfügbare Angebote genau und regelmäßig überprüfen. Oft trifft diese Pauschalaussage nicht zu.

Was würde Firmen aber dazu bewegen, auf einen deutschen Anbieter umzusteigen, der die Daten auch nur in Deutschland vorhält und vor ausländischem Zugriff schützt? Da sieht es mit der Kompromissbereitschaft düster aus. Immerhin sind 25 Prozent der Befragten bereit, dies zu tun, auch wenn sie länger auf neue Funktionen warten müssen, ein Anstieg von 12 Prozent auf 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Abbildung 5: Die Entscheidung, zu einem deutschen Cloud-Anbieter zu wechseln, hängt stark davon ab, welche Kompromisse das Unternehmen bereit ist, einzugehen.
Abbildung 5: Die Entscheidung, zu einem deutschen Cloud-Anbieter zu wechseln, hängt stark davon ab, welche Kompromisse das Unternehmen bereit ist, einzugehen.

Für 58 Prozent kommt ein Wechsel überhaupt nicht in Frage, was im Vorjahr noch 65 Prozent bekräftigt hatten. Zwar werden einige Nachteile in diesem Jahr mehr akzeptiert als noch 2025, aber für einen signifikanten Trendwechsel reicht das nicht aus.

Darüber hinaus erwarten Unternehmen mehr Engagement des Staates, damit die digitale Souveränität gelingen kann. So möchten 90 Prozent der Teilnehmer, dass staatliche Stellen auf europäische oder souveräne Cloud-Lösungen einsetzt und somit auch eine Vorreiterstellung übernehmen. Hier ist aber Vorsicht geboten, da gerade US-amerikanische Anbieter mit Sovereignty Washing hausieren gehen. Das heißt, dass in den Produkt- und Hochglanzmarketingbroschüren von Funktionen geredet wird, die Souveränität gewährleisten sollen. Bei genauerem Hinsehen ist dies nur oberflächlich der Fall und letztlich hat der Anbieter nach wie vor die Kontrolle. Die Notwendigkeit staatlicher Initiativen zur Stärkung europäischer Cloud-Infrastrukturen halten 74 Prozent für nötig und nur 30 Prozent meinen, dass die aktuelle politische Unterstützung dafür ausreicht.

Beim Thema Transparenz zeigt sich Skepsis. So sind 87 Prozent der befragten Unternehmen der Meinung, dass es bei souveränen Cloud-Angeboten internationaler Anbieter an ausreichend Transparenz über Datenverarbeitung und Zugriffsrechte fehlt. Darüber hinaus sehen 53 Prozent die rechtlichen und regulatorischen Anforderungen für souveräne Cloud-Angebote als unklar oder uneinheitlich an.

Auf dem Weg in eine neue Cloud

Dass Cloud-Infrastrukturen für die meisten Unternehmen ein essenzieller Teil ihrer IT sind, ist nichts Neues. Die Bitkom-Studie zeigt aber deutlich, dass der Trend bei der Cloud-Nutzung zu mehr Autonomie geht. Souveränität ist in den letzten Jahren zum Hype-Thema geworden, dass sich nur langsam in realen Umgebungen zeigt. Der Wille zum Wechsel ist vorhanden, aber noch scheinen die Hürden für Unternehmen zu groß. Dies sollte sich künftig mit neuen europäischen Anbietern und mehr Funktionalitäten bei bestehenden Providern ändern.

Firmen werden künftig die Cloud-Angebote sorgfältiger überprüfen und dabei sicher öfter europäische Cloud-Optionen unter die Lupe nehmen. Der Weg zur digitalen Souveränität mit der richtigen Cloud-Infrastruktur ist noch weit und keine Selbstverständlichkeit. Hinzu kommt, dass Souveränitäts-Washing derzeit in Mode ist und IT-Entscheider den Fallstricken ausweichen müssen. Souveränität heißt nicht nur Kontrolle über Daten und Infrastruktur, sondern auch eine Bewertung der Risiken, die eine Cloud-Nutzung mit sich bringt, die ein Unternehmen eventuell tolerieren kann.

Laut Bitkom-Report sind hier aber nicht nur Anbieter und Anwender in der Bringschuld, sondern auch die Politik. Diese muss sinnvolle Richtlinien als Basis bieten, damit eine leistungsfähige, transparente und wettbewerbsfähige Cloud-Struktur in Europa entstehen kann.

Anmerkung der Redaktion: Der Report scheint in Teilen unvollständig, da mehrere leere Seiten enthalten sind. Die derzeit verfügbare Version finden Sie hier auf der Bitkom-Webseite.

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