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Wie funktionieren Letzte-Meile-Verbindungen bei SD-WAN?

SD-WAN-Technologie spielt gut mit bestehenden Letzte-Meile-Verbindungen zusammen, weil es dadurch Redundanz gibt. Achten Sie aber auf, nicht zu viele Provider zu verwenden.

Als letzte Meile wird die Verbindung zwischen dem Netzwerk-Service-Provider und einem vernetzten Standort bezeichnet. Bei einem Privatanwender ist das vielleicht eine Kabel- oder DSL-Verbindung. Bei einem Unternehmen und ihren Angestellten ist die Letzte-Meile-Verbindung möglicherweise eine Internetverbindung oder ein privates WAN, das mittels MPLS oder Ethernet Services umgesetzt wird.

Hat ein Standort nur eine einzige Letzte-Meile-Verbindung, dann wirkt sich jegliches Problem mit der Verbindung sofort auf die Internetanbindung aus. Fällt zum Beispiel die Verbindung aus, ist der Standort vom Netzwerk getrennt.

Unternehmen können das Problem angehen, indem sie an allen wichtigen Standorten zwei verschiedene Letzte-Meile-Verbindungen einsetzen. Wenn möglich sollten sie verschiedene Provider und unterschiedliche physische Routen einsetzen. Redundanz auf diesem Niveau bedeutet, dass eine Außenstelle selbst bei einem Ausfall online und produktiv bleibt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist eine Verbindung weiterhin aktiv, wenn die andere ausfällt.

Mit herkömmlicher Technologie ist es aber problematisch, beide Verbindungen gleichzeitig nutzen zu können. Es ist auch schwierig, den Netzwerkverkehr von der ausgefallenen zu einer intakten Verbindung zu verlagern, ohne alle Netzwerksitzungen zu terminieren. Normalerweise würde eine Verbindung die primäre sein und die zweite kommt zum Einsatz, sollte die primäre ausfallen. In so einem Fall dauert das Failover merklich und aktive Sitzungen werden beendet.

Wie Letzte-Meile-Verbindungen mit SD-WAN-Implementierungen zusammenspielen

SD-WAN-Technologie (Software-defined WAN) benutzt alle Verbindungen gleichzeitig. Sie kann auch von schlechten auf gute Verbindungen umschalten. Das funktioniert automatisch und so transparent wie möglich. SD-WAN-Implementierungen können normalerweise mehrere WAN-Verbindungen nutzen und auch die Verbindungstypen dürfen unterschiedlich sein. Damit sind unter anderem MPLS, Ethernet, Internet und LTE (Long Term Evolution) gemeint.

Bei SD-WAN können Unternehmen allen Standorten redundante Verbindungen spendieren, weil sich einfach alle möglichen verfügbaren Verbindungsarten nutzen lassen. Damit sind die Probleme mit individuellen Verbindungen minimiert. SD-WAN-Services bieten auch Einblicke bezüglich Uptime und Performance bei den Verbindungen. Dadurch haben IT-Abteilungen sehr gute Unterstützung, wenn sie SLA-Diskussionen (Service Level Agreement) mit den Anbietern führen.

SD-WAN-Bereitstellungen bergen aber auch das Risiko, zu viele Provider einzusetzen. Das ist dann der Fall, wenn ein Unternehmen mit vielen Letzte-Meile-Providern zusammenarbeiten muss. Jeder Provider hat einen eigenen Abrechnungszyklus und die Rechnungsstellungen müssen überprüft werden. Es gibt spezielle Support-Mechanismen, Support-Mitarbeiter und separate Verträge, die zu warten sind.

Setzen Unternehmen SD-WAN ein, sollten sie sich des Problems mit zu vielen Providern bewusst sein. Sie sollten außerdem sicherstellen, echte Vielfalt bei den Routen zu erhalten. Das gilt nicht nur für die Letzte-Meile-Verbindungen, sondern auch für den Upstream-Zugriff auf das Internet. Schicken sowohl Provider A als auch B den Datenverkehr durch die selben Knotenpunkte von Provider C, um auf das erweiterte Internet Zugriff zu erhalten, dann würde zum Beispiel ein Problem bei C sowohl A als auch B betreffen. Dadurch werden die Vorteile der Letzten-Meile-Redundanz obsolet.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2019 aktualisiert

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