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Ist die Verlängerung der Wartungsfrist für SAP ECC wichtig?

Aufgrund der Verlängerung der End-of-Support-Frist für SAP ERP Central Component (ECC) fragen sich die Kunden, was dies für sie bedeutet. Das Wichtigste im Überblick.

Die Verlängerung der Support-Frist für SAP ECC im Februar 2020 hat bei Analysten und Kunden einige Spekulationen ausgelöst.

Anfang 2019 kündigte SAP an, die Wartung für ERP Central Component (ECC) und andere ERP-Altprodukte bis 2025 beenden zu wollen. Nach einem Drängen der Kunden hat SAP diese Frist verlängert und wird die Wartung bis 2027 fortsetzen, mit einer optionalen Verlängerung bis 2030.

Wenn Sie ein SAP-Kunde sind, ist es wichtig zu verstehen, was die Verlängerung der Support-Frist für SAP ECC bedeutet und welche Auswirkungen dies langfristig für Sie und Ihr Unternehmen hat.

Die Begriffe Support und Wartung werden oft synonym verwendet. In diesem Fall sprechen wir über beides, aber der springende Punkt ist, dass die Wartung endet. Das bedeutet, dass SAP dem Produkt keine Funktionen mehr hinzufügen wird. Was vielleicht noch wichtiger ist, es bedeutet auch, dass es keine Fehlerbehebungen mehr herausgeben wird, außer vielleicht in den schwerwiegendsten Fällen.

Zweitens ist es wichtig zu verstehen, welche Produkte betroffen sind. SAP vertreibt eine Reihe von Produkten, darunter Concur, Business One, Ariba und Hybris. Die Wartungsankündigung richtet sich in erster Linie an die ERP-assoziierten Systeme von SAP, einschließlich R/3, Business Suite und ECC.

Abbildung 1: SAP S/4HANA: Die Cloud-, Hybrid- und On-Premises-Optionen.
Abbildung 1: SAP S/4HANA: Die Cloud-, Hybrid- und On-Premises-Optionen.

Warum hat SAP die Frist 2025 überhaupt erst festgelegt? Zunächst einmal möchte SAP, dass seine Kunden auf die neueste Version seines ERP-Produkts, S/4HANA, umsteigen.

S/4HANA umfasst neue Komponenten und Innovationen, die darauf ausgelegt sind, die Vorteile von Cloud, Internet of Things (IoT), künstliche Intelligenz (KI) und anderen Spitzentechnologien voll auszuschöpfen. Unter Kostengesichtspunkten ist es für SAP einfach nicht sinnvoll, das alte Produkt parallel zum neuen Produkt weiter zu aktualisieren.

Aber es gibt noch eine andere Motivation: SAP will, dass seine Kunden von der Konkurrenz wechseln und auf die HANA-Datenbank umstellen.

Vor fast einem Jahrzehnt hat SAP die erste Version der In-Memory-Datenbank HANA veröffentlicht. HANA war nicht nur ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal für SAP, sondern auch eine direkte Kampfansage an den Hauptkonkurrenten des Unternehmens, Oracle. Jahrelang haben Kunden ihre SAP-Systeme auf der Datenbank von Oracle betrieben. HANA zielt darauf ab, die Dominanz von Oracle auf dem Datenbankmarkt zu untergraben.

Es überrascht daher nicht, dass S/4HANA ausschließlich auf der HANA-Datenbank läuft. SAP wird den Support und die Wartung für sein ERP-Altprodukt bis 2027 einstellen. Das gibt SAP-Kunden ein paar Jahre mehr Zeit, um auf das neue Produkt zu migrieren.

Für Kunden, die sich dafür entscheiden, bei ECC zu bleiben, gibt es einige Optionen. Erstens wird SAP bis 2030 ein Support- und Wartungsprogramm anbieten. Kunden können sich aber auch für den Support durch Dritte entscheiden. Das ist bereits heute eine Option, aber je näher die Frist 2027 rückt, desto beliebter wird sie wahrscheinlich werden.

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