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SAP verlängert Mainstream-Wartung für SAP Business Suite 7

Der Standard-Support wird bis 2027 verlängert. Erweiterte Wartung bietet SAP bis 2030 an. Gleichzeitig möchte SAP Unternehmen zur Migration nach S/4HANA bewegen.

SAP hat mittlerweile akzeptiert, dass viele seiner Kunden nicht in der Lage sein werden, bis 2025 von SAP ERP Central Component (ECC) auf S/4HANA zu migrieren. Das Unternehmen hat daher angekündigt, die Mainstream-Wartung für die Kernanwendungen der SAP Business Suite 7 bis Ende 2027 zu unterstützen. Anschließend bietet SAP optional eine erweiterte Wartung bis Ende 2030 an.

In der Auslaufphase bis 2027 wird SAP weiterhin die Leistungen der Mainstream-Wartung zur Verfügung stellen. Dabei sollen keine Vertragsänderungen oder zusätzliche Gebühren anfallen.

Nach dieser Auslaufphase können Kunden wählen, welche Wartung der SAP Business Suite 7 sie nutzen möchten:

  • Kunden, die eine längere Umstellungsphase auf SAP S/4HANA benötigen, können ab 2028 auf die Extended Maintenance (erweiterte Wartung) zurückgreifen. Dies ist verbunden mit einem Aufschlag von zwei Prozentpunkten auf die bestehende Wartungspreise und gilt für alle Support-Angebote. Die erweiterte Wartung steht bis 2030 zur Verfügung.
  • Kunden, die darüber hinaus die SAP Business Suite 7 weiterführen möchten, werden automatisch auf die Customer Specific Maintenance umgestellt. Diese beinhaltet die Lösung bekannter Probleme bei unveränderten Gebühren.

SAP: Kunden erwarten langfristiges Bekenntnis

„Unsere Kunden zeigen uns, dass sie mit SAP S/4HANA den Weg Richtung Zukunft beschreiten möchten. Sie erwarten von SAP ein langfristiges Bekenntnis zu dieser Plattform“, sagt Christian Klein, Co-Vorstandssprecher und Mitglied des SAP-Vorstands. „Da unsere Kunden außerdem Wahlmöglichkeiten verlangen, wird SAP zusätzliche Flexibilität gewährleisten, damit die bahnbrechenden Chancen von SAP S/4HANA voll ausgeschöpft und das individuelle Tempo und die Komplexität der Kundenprojekte berücksichtigt werden können.“

Klein zitiert hierzu zwei Studien der SAP-Anwendergruppen in den USA (ASUG) und Deutschland (DSAG), die zeigen, dass deren Mitglieder eine Migration nach S/4HANA planen. Die DSAG berichtet zum Beispiel, dass über 49 Prozent der befragten Kunden eine Migration auf SAP S/4HANA innerhalb der nächsten drei Jahre planen.

Migration mit Risiken verbunden

Die Migration von ECC zu S/4HANA erfordert eine vollständige Implementierung des ERP-Systems (Enterprise Resource Planning), was sowohl teuer als auch risikoreich ist. Für viele Anwenderunternehmen bedeutet der Austausch der Geschäftsprozesse und Funktionen in ECC durch S/4HANA-Funktionalität keinen Mehrwert. Außerdem erfordert die neue Fiori-Benutzeroberfläche in S/4HANA eine zusätzliche Schulung der Endanwender.

Im Dezember 2019 stellte eine Studie der Beratungsfirma Resulting IT eine Qualifikationslücke und ein mangelndes Verständnis für die Kernvorteile des neuen ERP-Systems fest.

„Die Studie zeigt, dass sich eine große Anzahl der Befragten in der frühen Phase der Planung ihres S/4HANA-Projekts befinden. Es gibt einen Mangel an Go-Live-Beispielen, so dass die Anwender keine echten Erfahrungen damit haben“, erläutert Derek Prior, Non Executive Director bei Resulting IT.

Prior erklärt außerdem: „Unsere Mitgliederbefragungen zeigen, dass Kosten- und Change-Management bisher die wichtigsten Gründe für Organisationen sind, nicht zu S/4HANA zu wechseln. Das heißt, sie wollen einen klaren Business Case haben. Angesichts der Feststellung von SAP, dass weltweit immer mehr Kunden zu S/4HANA wechseln, freuen wir uns aber darauf, weiterhin mit SAP zusammenzuarbeiten, um weitere Anwendungsfälle aufzuzeigen, damit unsere Mitglieder eine fundierte Entscheidung über ihre zukünftige Roadmap treffen können.“

SAP S/4HANA Cloud
Abbildung 1: SAP S/4HANA Cloud im Vergleich zu den Hybrid- und On-Premises-Versionen.

Support für S/4HANA bis 2040

SAP unterstützt nach Angaben von Klein den Umstieg auf S/4HANA mit mehreren Services und Tools und einem Netzwerk von IT-Dienstleistern. Das Unternehmen kündigte außerdem an, die Wartung für SAP S/4HANA bis mindestens 2040 zur Verfügung zu stellen.

„Kunden, die bei ihrer digitalen Transformation auf SAP S/4HANA setzen, brauchen einen Partner, der Innovationen für ihre gesamten Geschäftsbereiche und Prozesse unterstützt“, erläutert Joshua Greenbaum, Principal bei Enterprise Applications Consulting. „Mit der Wartung für SAP S/4HANA bis 2040 unterstützt SAP seine Kunden langfristig und gibt ihnen Planungssicherheit für die Zukunft.“

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