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Warum sich Unternehmen mit AWS Outposts beschäftigen sollten

AWS Outpost wird erst ab Ende 2019 angeboten. Unternehmen sollten sich dennoch mit dem Service beschäftigen, um zu sehen, ob der Ansatz ihren Bedürfnissen entspricht.

AWS Outposts hat einen Hype ausgelöst – trotz spärlicher Informationen über den On-Premises-Service von Amazon. Gleichzeitig ist es nicht zu früh, um reale Anwendungen für dieses bevorstehende Angebot in Betracht zu ziehen.

Die verwalteten Hard- und Software-Stacks von Outposts werden sich in Kundenrechenzentren befinden, aber von Amazon verwaltet. AWS Outposts ist allerdings erst Ende 2019 verfügbar und bietet zunächst nur begrenzte Möglichkeiten. Doch die entstandene Aufmerksamkeit für den Service unterstreicht die Bedeutung der hybriden Cloud und Veränderungen bei der Entwicklung und Bereitstellung von Anwendungen in Unternehmen.

„Outposts ist ein weiteres Zeichen dafür, dass sich Cloud Computing als Konzept davon weg bewegt, lediglich ein weiteres Rechenzentrum zu sein, in dem man günstig Services und Speicher erhält, und hin zu einer Colocation-Einrichtung mit allen Tools und Services entwickelt, die Unternehmen verwenden können, um Software schneller zu entwickeln“, sagt Dave Bartoletti, Analyst bei Forrester.

Dies ist ein Cloud-Down-Modell für Unternehmen, die ihre Architektur auf Plattformen wie AWS aufgebaut haben und die Public Cloud auch in ihren Rechenzentren einsetzen möchten, sagt Edwin Yuen, Analyst bei der ESG. Das steht im Gegensatz zum Cloud-Up-Ansatz, bei dem die Public Cloud eine Erweiterung oder Ergänzung der bestehenden lokalen Architektur ist.

„Mit Outposts können Sie Workloads so ausführen, als wären Sie in der Cloud, und wenn Sie andere Cloud-Services benötigen, greifen Sie einfach über das Netzwerk darauf zu“, sagt Yuen.

Microsoft, das über eine große On-Premises-Installationsbasis verfügt, war der erste Anbieter einer lokal ausgeführten Version seiner Public Cloud, als es Azure Stack einführte. Umgekehrt begann AWS vor allem mit Cloud-nativen Start-ups und zögerte, ein Hybrid-Cloud-Modell in Betracht zu ziehen. Aber Amazon hat seine Einstellung geändert, da immer mehr Unternehmen seine Technologie einsetzen. Outposts unterstreicht diese Strategie, die mit VMware Cloud on AWS begann.

Wann AWS Outposts die richtige Wahl ist

AWS Outposts könnten die Reichweite von AWS erweitern, aber auch den Vendor Lock-in vertiefen. Unternehmen müssen entscheiden, ob sie ihr Engagement für AWS verstärken wollen, indem sie es lokal einsetzen.

Keiner der beiden Hybrid-Ansätze – Cloud-Up oder Cloud-Down – ist grundsätzlich überlegen, sagt Yuen. Vielmehr geht es um Optimierung. Beispielsweise kann ein Unternehmen einen Cloud-Up-Ansatz wählen, wenn es plant, seine bestehenden lokalen Anwendungen für viele Jahre aufrechtzuerhalten, während andere einen Cloud-Down-Ansatz wünschen, wenn sie eine Ressource wie AWS Outposts benötigen, um ihre AWS-Umgebung aufgrund von Datenschutz- oder Datensouveränitätsanliegen zu erweitern.

„Outposts kann dazu beitragen, die Datenmenge, die durch das Netzwerk fließt, zu reduzieren, so dass man direkt in die Analyse einsteigen kann.“
Mike DoroshGartner

Vorerst sollten Unternehmen mit AWS Outposts vorsichtig sein, da das Angebot erst Ende 2019 verfügbar ist, sagt Mike Dorosh, Analyst bei Gartner: „Wir wissen noch nichts über Formfaktor und Preisgestaltung.“

AWS Outposts hat einige potenziell starke Einsatzmöglichkeiten, vor allem bei der lokalen Erfassung und Verarbeitung von Daten, bevor sie an AWS gesendet werden. So lassen sich mit AWS Outposts zum Beispiel Daten rationalisieren, personenbezogene Daten herausfiltern und sie dann randomisieren oder für die weitere Transformation vorbereiten, bevor man sie in einer Public-Cloud-Umgebung weiterverarbeitet.

„Outposts kann dazu beitragen, die Datenmenge, die durch das Netzwerk fließt, zu reduzieren, so dass man direkt in die Analyse einsteigen kann“, sagt der Gartner-Analyst.

Es könnte AWS auch ermöglichen, die Dienste aus seiner Public Cloud in lokale Data Center zu verlagern. „Die Idee ist, dass man zum Beispiel die Lambda-Funktionen auf das lokale Data Center ausdehnt, um Daten lokal zu verarbeiten, die man nicht in der Public Cloud haben will, oder um die Vorverarbeitung vor Ort oder in ähnlichen Anwendungsfällen durchzuführen“, erläutert Dorosh.

„AWS Outposts könnten auch für Spezialanwendungen oder Edge-Implementierungen eingesetzt werden, insbesondere wenn sich 5G verbreitet“, sagt er. Kurzfristig erwartet er jedoch keinen produktiven Einsatz vor 2020.

Sicherheit und Governance planen

Es ist wahrscheinlich, dass Outposts immer aktiv ist und sich mit einer EC2-Region verbindet, so dass potenzielle Anwender überlegen sollten, ob dies ihren Bedürfnissen entspricht, sagt Dorosh. Wollen Sie beispielsweise die Latenzzeit reduzieren oder Vor- oder Nachbearbeitung anbieten? Oder ist es eher Trägheit, der eine tatsächliche Migration in die Cloud verzögern soll?

Unternehmen sollten sich auch Gedanken über potenzielle Probleme in Bezug auf Datenschutz und Sicherheit machen.

„Es wird eine versiegelte Box in Ihrem Rechenzentrum geben, in der jemand anderes einen Kill Switch hat“, sagt Dorosh. „Ist man damit einverstanden, oder wäre man besser dran mit einer Colocation-Einrichtung oder einer hyperkonvergenten Infrastruktur?“

Unternehmen sollten auch über Policy- und allgemeine Governance-Auswirkungen nachdenken, die sich durch den Datenaustausch ergeben. Viele Unternehmen bauen Barrieren zwischen ihrem Rechenzentrum und der Cloud auf, und AWS Outposts können diese Grenzen verwischen.

Nächste Schritte

Kostenloser E-Guide: Die Serverless-Plattform AWS Lambda.

Kostenloser E-Guide: Grundlagen zu VMware Cloud on AWS.

AWS Batch statt Lambda für bestimmte Workloads verwenden.

Artikel wurde zuletzt im März 2019 aktualisiert

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