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SAP in der Cloud: Zertifizierte Bereitstellung mit AWS

Für den Betrieb von SAP-Lösungen in der Cloud existieren verschiedene Möglichkeiten für Unternehmen. Amazon Web Services ist einer der erfahrensten Anbieter in diesem Bereich.

Der Betrieb von Unternehmensanwendungen in der Cloud lohnt sich vor allem dann, wenn die Lösungen komplex sind, viele Server erfordern und zahlreiche Standorte angebunden werden müssen. Die Verwendung von SAP-Produkten ist ebenfalls in der Cloud möglich und Amazon bietet über Amazon Web Services (AWS) einige Optionen hierzu an.

SAP arbeitet bereits seit 2008 bei der Entwicklung von neuen Produkten mit AWS. Aus diesem Grund gehört der Anbieter zu den ersten Cloud-Infrastrukturen, auf denen SAP unterstützt wird. Derzeit sind verschiedene SAP-Produkte bei AWS zertifiziert:

SAP wird bereits seit über zehn Jahren in AWS zertifiziert bereitgestellt. Unternehmen erhalten umfassenden Support beim Einsatz, der sich nicht vom Betrieb eigener Hardware unterscheidet. Eigene Hardware ist somit nicht nötig und alle notwendigen Infrastrukturen werden in der Cloud betrieben und von AWS verwaltet. Der Cloud-Anbieter stellt physische Infrastrukturen und virtuelle Umgebungen für SAP zur Verfügung. Unterstützt werden derzeit folgende Betriebssysteme:

AWS ist ein SAP-zertifizierter Global Technology Partner. Im Fokus steht die Bereitstellung einer hochverfügbaren, skalierbaren Infrastrukturplattform in der Cloud. AWS bietet selbst keine SAP-spezifischen Dienste an. Diese Aufgaben übernehmen Partner. Für eine umfassende Planung sollte ein Partner eingebunden werden, der auch im Bereich AWS tätigt ist. AWS stellt hierzu eine Übersicht bereit.

Test- und Produktivsysteme bei AWS betreiben

Es gibt verschiedene Ansätze, um SAP-Lösungen bei AWS zu betreiben. Neben produktiven Umgebungen können auch Test- oder Entwicklungsumgebungen verwendet werden, um zum Beispiel die Entwicklung im Unternehmen zu beschleunigen und Entwickler oder Administratoren aus unterschiedlichen Regionen anzubinden. Hier besteht die Möglichkeit hybrid zu arbeiten. Es können beispielsweise einige Produktivsysteme lokal und andere in der Cloud eingesetzt werden. Produktivumgebungen können auch komplett lokal verwendet werden, während die Test- und Entwicklungsumgebungen in der Cloud positioniert sind.

Ebenfalls denkbar ist der Betrieb einer Disaster-Recovery-Umgebung. Viele Unternehmen betreiben eigene Server für SAP, haben AWS aber als Option für die Wiederherstellung konfiguriert. Der Vorteil: Gibt es Probleme in der eigenen Umgebung, kann die Infrastruktur in der Cloud sofort aktiv geschaltet werden, ohne eigene Hardware betreiben und verwalten zu müssen.

Migrationen von lokalen Umgebungen in die Cloud ist bei SAP und AWS möglich. Auch bei der Bereitstellung neuer SAP-Lösungen und deren Integration in vorhandenen Umgebungen kann es sinnvoll sein auf die Cloud zu setzen und die Lösung mit dem lokalen Rechenzentrum zu verbinden. Es sind alle Mischformen denkbar, um SAP lokal und in der Cloud zu betreiben oder Daten und Lösungen zu migrieren.

Ein weiterer Vorteil beim Betrieb von SAP in AWS besteht darin, dass sich andere Amazon-Dienste anbinden lassen, zum Beispiel zur Datenanalyse. Viele Unternehmen nutzen zum Beispiel den Cloud-Speicher Amazon S3, um Daten und Dokumente aus SAP heraus zu archivieren.

Betrieb von SAP in der Cloud

Vor dem Betrieb von SAP in der Cloud sollten Unternehmen eine umfassende Strategie planen, welche Lösungen in AWS genutzt werden sollen. Hierbei sollte beachtet werden, dass beim Betrieb von Cloud-Lösungen Fachwissen für die Verwaltung von Ressourcen in AWS vorhanden sein muss. Administratoren im Unternehmen sollten daher im Bereich SAP, aber vor allem auch im Bereich AWS-Management geschult werden. Amazon unterstützt mit Hinweisen unter Erste Schritte mit SAP in AWS.

Zur Planung von SAP in AWS gehört ebenfalls die Planung der Kosten. Hier muss genau kalkuliert werden, welche Kosten zu erwarten sind. In diesem Bereich helfen auch Dienstleister bei der Umsetzung und der Preiskalkulation. AWS verkauft keine SAP-Lizenzen. Viele SAP-Lösungen in AWS werden mit BYOS- (Bring Your Own Software) oder BYOL-Modellen (Bring Your Own License) verwendet. Vor allem Datenbanken für SAP werden in AWS über diesen Ansatz lizenziert. SAP-Kunden und -Partner können ihre vorhandenen SAP-Lizenzen in AWS nutzen. Hier sollte also bereits frühzeitig geplant werden. Betriebssystemlizenzen sind im Stundenpreis einer Amazon Elastic Compute Cloud (Amazon EC2) Instance enthalten.

Bei SAP-Lösungen mit einem CPU-basierten Lizenzierungsmodell sollte die Anzahl der virtuellen Amazon Elastic Compute Cloud (Amazon EC2) Cores berücksichtigt werden. Die verwendeten vCPUs werden hier nicht herangezogen. Die Anzahl der virtuellen Cores sind jeweils in der Beschreibung und der Konfiguration der entsprechenden Instanz zu finden.

Wichtige Fragen beim Einsatz von SAP in AWS

Sollen SAP-Anwendungen in die Cloud migriert oder aus der Cloud heraus an lokale Rechenzentren angebunden werden, sollte man einige Punkte beachten:

  • Sind Konfigurationsänderungen von bereits vorhandenen SAP-Anwendungen notwendig?
  • Müssen Anpassungen an der aktuellen Infrastruktur vorgenommen werden, um SAP in der Cloud zu integrieren?
  • Welche Daten sind betroffen und wie können diese in die Cloud migriert werden.
  • In welchen Regionen sollen SAP-Lösungen bereitstehen, damit die Anwender im Unternehmen damit arbeiten können?
  • Die Anbindung der Standorte muss über optimierte Internetleitungen erfolgen. Hier sind auch flexible Firewalls und Router notwendig, da entsprechende Regeln und Routen eingerichtet werden müssen.

AWS bietet verschiedene Testversionen und Entwicklersysteme an, mit denen sich Unternehmen einen Überblick verschaffen können, welche Möglichkeiten es gibt. Wichtige Fragen werden auf der Seite SAP in AWS – Häufig gestellte Fragen beantwortet.

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