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Grundlegende WLAN-Konfiguration in fünf Schritten

Wenn Sie Ihre WLAN-Umgebung planen, helfen unsere fünf Schritte bei der optimalen Wi-Fi-Konfiguration – von den Netzwerkanforderungen bis zu abschließenden Verifikationstests.

Die WLAN-Konfiguration umfasst abhängig von der jeweiligen Umgebung mehrere potenziell voneinander abweichende Punkte. Sogar an nur einem einzigen Standort mit einer komplexen Struktur kann die für eine erfolgreiche Implementierung notwendige grundlegende Netzwerkkonfiguration von einem drahtlosen Netzwerk zu einem anderen variieren. Und das, obwohl die gleiche Hardware im Rahmen der allgemeinen WLAN-Umgebung zum Einsatz kommt.

Gleichzeitig jedoch gibt es einige gängige Aufgaben, die Bestandteil jedes erfolgreichen WLAN-Projekts sind. Dazu zählen unter anderem eine Reihe von wichtigen Schritten zur Netzwerkkonfiguration. Werfen wir einen Blick auf die generellen und granularen Schritte, die Wireless-Profis durchführen sollten, wenn sie Wi-Fi-Netzwerke für den Unternehmenseinsatz implementieren.

Ermitteln der Netzwerkanforderungen

Bevor Sie spezifische Schritte für die Netzwerkkonfiguration in Angriff nehmen, müssen Sie die operativen Anforderungen der Umgebung verstehen.

Zum Beispiel hat die Wireless-Umgebung einer großen Universität mehrere verschiedene Anforderungen für unterschiedliche Paradigmen. Das Gastnetz benötigt andere Konfigurationsschritte als das sichere Netzwerk zur allgemeinen Benutzung. Wireless-Services sorgen für die Durchsetzung der Ziele und Richtlinien. Aber wenn Sie diese Ziele und Richtlinien nicht genau festlegen, wissen Sie nicht, welche Schritte für die Konfiguration des Netzwerks Sie befolgen müssen.

Untersuchen des Systemdesigns

Dies ist einer der kritischsten Schritte im gesamten Prozess, ein drahtloses Netzwerk erfolgreich einzurichten. Wenn es an die grundlegende WLAN-Konfiguration geht, verrät Ihnen ein passendes Netzwerkdesign, das zuvor überprüft wurde, den richtigen Ansatz für alles Notwendige– von der Verkabelung bis zu sinnvollen Einstellungen der WLAN-Hardware.

Um die richtigen Konfigurations-Schritte vorzunehmen, ist es von entscheidender Bedeutung, dass Sie die gesamte Umgebung verstehen.

Wenn Sie diesen Schritt vernachlässigen – oder ihn unqualifiziertem Personal überlassen –, kann das zu kostspieligen Nachbesserungen führen.

Implementierung von WLAN-Komponenten

An dieser Stelle finden die Schritte für die WLAN-Konfiguration Anwendung, die von Ihren Anforderungen und dem Systemdesign abhängen. Das Ziel bei diesem Schritt besteht darin, Unbekannte oder Mutmaßungen auszuschließen.

Wenn Enterprise-Sicherheit ein wichtiger Faktor ist, folgen Sie den Konfigurationsgrundlagen für das Extensible Authentication Protocol (EAP), RADIUS-Server und -Timer sowie für die verwendete Verschlüsselung. Wenn Sie Sicherheitsmechanismen auf Basis von PSK einrichten, sollten Ihre Konfigurationsschritte robuste Pre-Share-Werte und für die eingesetzten Clients geeignete Verschlüsselungstypen umfassen. In einem Gastnetz gibt es möglicherweise keine echte Sicherheit. Auch hier gilt: Die Anforderungen bestimmen diese Einstellungen.

In dieser Phase müssen Sie sich zudem mit den wichtigen funkspezifischen Einstellungen beschäftigen, etwa Sendeleistung und Kanal. Obwohl Sie dieses Gebiet besser ausgewiesenen Profis überlassen sollten, müssen Sie dennoch einige grundsätzliche Aspekte der WLAN-Konfiguration im Hinterkopf behalten.

  • Nutzen Sie im 2,4-GHz-Band niemals Kanalbreiten jenseits von 20 MHz.
  • Bleiben Sie in diesem Band möglichst bei den Kanälen 1, 6 und 11. Stellen Sie außerdem sicher, dass Sie die Relevanz von minimalen Gleichkanalinterferenzen in beiden Frequenzbändern verstehen.
  • Widerstehen Sie im 5-GHz-Band der Versuchung, 80 oder 160 MHz breite Kanäle zu nutzen, es sei denn, bei Ihrem Netzwerk handelt es sich um einen Single Access Point ohne Nachbarn in Funkreichweite.
  • Vermeiden Sie Dynamic Frequency Selection für Kanäle im 5-GHz-Band, wenn Sie sie nicht verstehen.
  • In beiden Bändern gilt, dass eine hohe Sendeleistung mehr Probleme schafft als löst.
  • Falls Sie unsicher sind, was den Funkbereich betrifft, engagieren Sie besser einen Berater. Damit sparen Sie langfristig gesehen Geld.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Switch-Infrastruktur und PoE-Funktionen (Power over Ethernet) zur eingesetzten Wi-Fi-Technologie passen.

Integrationen

Das Wi-Fi-Netzwerk bildet lediglich einen Teil einer Netzwerkumgebung. Von Switch Ports über DHCP-Servereinstellungen bis zu Firewall-Regeln – einige Grundlagen der Netzwerkkonfiguration gehen deutlich über das WLAN hinaus. Um die richtigen Konfigurationsschritte vorzunehmen, ist es von entscheidender Bedeutung, dass Sie die gesamte Umgebung verstehen. Möglicherweise ist dazu die Zusammenarbeit mehrerer Teams erforderlich.

Die heutigen WLAN-Systeme für den Unternehmens-Einsatz bestehen aus mehreren variablen Komponenten, so dass die grundsätzlichen Aspekte aufgrund der Fülle an Funktionen unterzugehen drohen.

Verifikationstests

Auch diese Phase wird häufig übersehen. Verfahrensmäßig sind Verifikationstests angesiedelt zwischen „OK, die Konfiguration ist abgeschlossen“ und „Das WLAN kann jetzt von den Anwendern genutzt werden“. Hierbei werden alle Ihre Schritte für die Netzwerkkonfiguration überprüft.

Sie müssen gründlich auf Signalabdeckung und -dichte sowie die Wi-Fi-Performance testen, und zwar mit genau den Gerätetypen, die das Netzwerk nutzen werden. Wenden Sie außerdem für alle Service Set Identifier (SSID) jeden verwendeten Sicherheitstyp an, bevor Sie echte Nutzer zulassen. In diesem Schritt werden alle noch bestehenden Probleme behoben, ehe es in den Produktivbetrieb geht.

Einheitliche Konfigurationsschritte, die für alle drahtlosen Netzwerke gleichermaßen gelten, gibt es nicht. Wie erläutert kann dieser reproduzierbare Prozess Ihnen aber helfen, die grundsätzlich notwendigen Schritte für die Netzwerkkonfiguration, die jede Wi-Fi-Umgebung benötigt, zu ermitteln.

Die heutigen WLAN-Systeme für den Unternehmenseinsatz bestehen aus mehreren variablen Komponenten, so dass die grundsätzlichen Aspekte aufgrund der Fülle an Funktionen unterzugehen drohen. Doch wenn Sie die im Artikel beschriebenen fünf Schritte als generellen Ansatz nutzen, werden Sie sehr viel einfacher zu den auf Ihre Situation anwendbaren spezifischen Grundlagen der Netzwerkkonfiguration vordringen.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2019 aktualisiert

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