Alternativen zu Docker: Wie wählt man die richtige Container-Plattform?

Docker ist die bekannteste Container-Plattform, aber beileibe nicht die einzige. Diese Tipps helfen bei der Evaluierung von Alternativen.

Container-Virtualisierung ist einer der derzeit ganz großen Trends der IT-Welt. Die Vorteile gegenüber konventioneller Hypervisor-basierter Virtualisierung kommen vor allem in Umgebungen zu tragen, in denen eine große Anzahl gleichartiger virtueller Maschinen auf dem gleichen Server hochgefahren werden müssen. Und natürlich in der Cloud, da Container das Verschieben von Applikationen über verschiedene Plattformen hinweg ohne großen Aufwand ermöglichen.

In letzter Zeit verkünden mehr und mehr Cloudanbieter ihre Unterstützung für Container-Technologien wie Docker, und so gibt es inzwischen einige alternative Container-Plattformen, unter denen Unternehmen wählen können. Auch wenn jede Container-Plattform nach den gleichen Grundprinzipien arbeitet, sollten sich Unternehmen trotzdem gut überlegen, nach welchen Kriterien die Wahl der bevorzugten Plattform letztlich erfolgt.

Als erstes Kriterium sollte man sich nach einer Container-Plattform umsehen, die zum verwendeten Server-Betriebssystem passt. Alle Container, und damit auch alle damit virtualisierten Anwendungen, teilen sich gemeinsam den Kernel des verwendeten Host-Betriebssystems (ein Fakt, der auch in punkto Sicherheit in Betracht gezogen werden sollte). Daher sollten Unternehmen eine Container-Technologie wählen, die zum spezifischen Betriebssystem passt, das in der eigenen Umgebung verwendet wird. Gerade bei Linux dürfte es dabei die größte Auswahl geben, hier kommen neben Docker auch Alternativen wie Linux-VServer, Googles Let Me Contain That For You, LXC, OpenVZ oder auch Odin's Virtuozzo in Frage. 

Auch wenn viele Cloudanbieter inzwischen verschiedene Alternativen unterstützen, ist Docker doch nach wie vor das populärste Container-Framework. Große Anbieter wie Joyent, Amazon und Microsoft unterstützen Docker, und auch wenn Googles Container Engine auf Kubernetes basiert – auch hier können Docker-Container ausgeführt werden. Daneben gibt es aber auch alternative Container-Plattformen wie Ubuntu 15.04, das einen leichtgewichtigen Kernel und mit LXD einen eigenen Container-Hypervisor für Amazons Elastic Compute Cloud (ECC) bietet.

Obwohl alle Container-Plattformen nach dem gleichen Grundprinzip arbeiten, bieten sie natürlich trotzdem unterschiedliche Funktionen. Daher sollte man bei der Entscheidung für oder gegen eine Container-Technologie zum Beispiel auf grundlegende Funktionen wie Dateisystemisolierung, Netzwerkisolierung und Isolierung von Root-Zugriffsrechten achten. Genauso entscheidend können aber auch Funktionen zum Ressourcen-Management sein, also Limits für CPU-Anzahl, Arbeitsspeichergröße, I/O oder generell Storage-Kapazität. Zusätzliche Plattformvorteile könnten dann in Funktionen wie Copy-on-Write-Optimierung, Live-Migration oder Nested Virtualization gefunden werden.

Zu guter Letzt spielt natürlich auch das Lizenz- und Kostenmodell eine wichtige Rolle. Container-Software wird normalerweise unter Apache License 2.0, GNU General Public License oder BSD-Lizenz veröffentlicht – die grundsätzlich alle keine Lizenzgebühren vorsehen. 

Manche Container-Technologie für UNIX- oder Windows-Container wie WPARs oder Sandboxie sind dagegen unter proprietären Lizenzen verfügbar, die durchaus Lizenzgebühren vorsehen können. Unabhängig vom Support ist es aber wie bei fast jeder Open-Source-Software möglich, kostenpflichtig zusätzlichen Support einzukaufen – und spätestens hier dürften sich dann große Preisunterschiede ergeben.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2015 aktualisiert

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