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Was ist der Unterschied zwischen OpenShift und Kubernetes?

Red Hat OpenShift und Kubernetes haben viele Gemeinsamkeiten – schließlich baut OpenShift direkt auf dem Containerorchestrator Kubernetes auf. Worin unterscheiden sie sich also?

Red Hat OpenShift und Kubernetes sind zwei beliebte – und komplexe – Plattformen zum Ausführen von containerisierten Anwendungen.

OpenShift basiert direkt auf Kubernetes, und nicht nur deshalb ähneln sich die beiden stark. Aber es gibt wichtige Unterschiede zwischen OpenShift und Kubernetes, wenn es um Werkzeuge, Standardkonfigurationen und Hersteller-Support geht.

Was ist OpenShift?

OpenShift ist eine Plattform zum Containerisieren von Anwendungen. Sie wurde von Red Hat entwickelt, ein Unternehmen, das seit Sommer 2019 Teil von IBM ist.

OpenShift ist kein einzelnes Produkt, sondern ein Portfolio von Diensten. Dazu gehören gehostete OpenShift-Services, die in Public Clouds laufen und die Red Hat OpenShift Container Platform, die für On-Premises- und hybride Architekturen konzipiert ist. Daneben gibt es eine von der Community betreute Version von OpenShift namens OKD.

Was ist Kubernetes?

Kubernetes ist eine Open-Source-Container-Orchestrierungsplattform, die in verschiedenen Distributionen verfügbar ist, zum Beispiel Rancher, Amazon Elastic Kubernetes Service und Google Kubernetes Engine. Sie wurde von Google-Mitarbeitern erstellet.

Gemeinsamkeiten zwischen OpenShift und Kubernetes

Kubernetes dient als Grundlage von OpenShift. Es ist jedoch keine Kubernetes-Distribution, was an den Add-ons und Erweiterungen liegt. Es unterscheidet sich so sehr von anderen Kubernetes-Distributionen, dass es als eigene Plattform kategorisiert wird.

Da OpenShift auf Kubernetes basiert, teilen beide Technologien die gleichen Kernkonzepte. Benutzer schreiben Konfigurationsdateien, um zu definieren, wie die Plattform containerisierte Anwendungen bereitstellen soll, und sie verteilen und verwalten diese Anwendungen über Server-Cluster. Beide Plattformen unterstützen auch die gleichen Konfigurationssprachen: YAML (YAML Ain’t Markup Language) und JSON (JavaScript Object Notation). Darüber hinaus bieten beide Load-Balancing- und Routing-Funktionen und können in der Public Cloud oder vor Ort betrieben werden.

OpenShift ist außerdem vollständig kompatibel mit den Kubernetes-APIs, und jede Anwendung, die auf Kubernetes laufen kann, kann auch auf OpenShift laufen.

Unterschiede zwischen OpenShift und Kubernetes

Die Unterschiede zwischen OpenShift und Kubernetes liegen vor allem in der Unterstützung von OpenShift für Tools und Erweiterungen.

In den meisten Kubernetes-Distributionen ist kubectl das wichtigste Kommandozeilen-Tool (Command Line Interface, CLI) für das Clustermanagement. Die Kommandozeile von OpenShift heißt oc. Sie ist in den meisten Punkten identisch mit kubectl, bietet aber zusätzliche Funktionen, die Aufgaben wie das Bereitstellen von Container-Images und die Anmeldung in Clustern vereinfachen.

OpenShift setzt zudem auf Fluentd, Elasticsearch und Kibana für die Protokollverwaltung. Kubernetes ist mit diesen Tools sowie einer Vielzahl anderer Logging Tools kompatibel – im Fall von Kubernetes haben Anwender demnach die Wahl, wie sie das Logging verwalten wollen. Darüber hinaus bietet OpenShift eine integrierte Web-Managementkonsole. Für Kubernetes gibt es eine ähnliche Schnittstelle als optionales Add-on; sie ist aber kein Kernbestandteil von Kubernetes.

Abgesehen von den Unterschieden bei den Werkzeugen hebt sich OpenShift auch dadurch von nativem Kubernetes ab, dass OpenShift ein Red-Hat-Produkt ist, das nur von Red Hat erhältlich ist, während eine Vielzahl von Organisationen und Unternehmen Kubernetes-Distributionen anbieten. Wie bereits erwähnt, stellt Red Hat jedoch OpenShift als Service auf verschiedenen Public-Cloud-Plattformen bereit.

OpenShift-Knoten müssen außerdem mit Red Hat Enterprise Linux CoreOS (RHEL) bereitgestellt werden, während auf Kubernetes-Knoten jedes Linux-basierte Betriebssystem laufen kann – sowie Windows im Fall von Worker-Knoten.

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