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Die Java-Zertifizierung mit dem Test-First-Ansatz bestehen

Die Vorbereitung auf die Java-Zertifizierungsprüfung ist ein wichtiger Schritt für Java-Programmierer. Ein Test-First-Ansatz hilft, effektiv für die Prüfung zu lernen.

Die übliche Art, wie in der IT-Branche eine technische Zertifizierung vergeben wird, ist für Entwickler wie eine Folter. Das hat der eine oder andere von Ihnen sicher schon so erlebt. Der Prozess für eine Java-Zertifizierungsprüfung ist folgender: Sie legen eine Prüfung ab, bestehen sie und erhalten die Zertifizierung.

Wenn Sie ein Überflieger sind und bereits ein festes, fast enzyklopädisches Verständnis für das Wissen haben, das für das Bestehen der Prüfung erforderlich ist, sind Sie aus dem Schneider. Wenn nicht – und das sind sicher die meisten – werden Sie wahrscheinlich in der Vorbereitung so viele Informationen wie möglich über einen kurzen Zeitraum aufnehmen.

Eine Möglichkeit, sich auf solche Prüfungen vorzubereiten, sind Übungstests. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich auf die Java-Zertifizierung in Kursen von autorisierten Unternehmen vorzubereiten. Die genauen Fragen bleiben jedoch bis zum Test ein Rätsel.

Pauken im Rahmen der Zertifizierungsvorbereitung ist nichts Neues. Das ist schon lange vor der professionellen IT-Zertifizierung der Fall. Aber es gibt noch eine andere Methode zur Vorbereitung auf die Java-Zertifizierung. Diejenigen, die formales Test-Driven Development (TDD) praktizieren, verwenden sie seit Jahren. Diese wird als Test-First-Ansatz bezeichnet.

Neuer Ansatz zur Vorbereitung der Java-Zertifizierung

In diesem Ansatz erstellen Sie zunächst Software, indem Sie den Test schreiben, der das zu erstellende Codeverhalten überprüft. Natürlich wird dieser Test fehlschlagen. Als nächstes implementieren Sie neuen Code, der das fehlerhafte Ergebnis in ein passendes umwandelt. Im Test-First-Ansatz ist das Scheitern des Tests ein erwartetes und willkommenes Ereignis, was genau das Gegenteil des IT-Zertifizierungsprozesses ist.

Wenn Sie zum Beispiel TDD auf eine Zertifizierungsprüfung anwenden, würde ein Testteilnehmer in den Prüfungsprozess mit der Option einsteigen, ihn mindestens zweimal abzulegen. Sie würden erwarten, dass der erste Versuch zu einem Misserfolg führt, weil Ihnen die Fragen unbekannt sind. Bei späteren Versuchen würden Sie als Testteilnehmer die Fragen kennen und über die erforderlichen Informationen verfügen, um den Test zu bestehen.

Ist das Betrug? Für mich geht es beim Betrügen um Täuschung. Wenn eine Person ein festes Verständnis der Prüfungserwartungen haben will und sich dann so verhält, um diese Erwartungen zu erfüllen, ist es alles andere als hinterhältig.

Eine weitere Kritik am Test-First-Ansatz für die Java-Zertifizierung ist das Auswendiglernen. Ein Testteilnehmer könnte kontinuierlich den gleichen Test mit dem gleichen Fragen absolvieren, sich die Antworten merken und die Prüfung bestehen – und trotzdem hätte er die zugrunde liegenden Java-Konzepte und -Materialien nie vollständig erfasst.

Multiple-Choice- und Short-Answer-Fragen eignen sich zum Auswendiglernen. Und sie sind kein besonders gutes Instrument, um Erkenntnisse zu messen, die erforderlich ist, um Konzepte zu beherrschen und Analysen zu generieren.

In der Regel sind offene Fragen der bessere Weg, um konzeptionelles und analytisches Wissen zu messen. Aber da diese schwer zu bewerten sind, sind am Ende Multiple-Choice- und Short-Answer-Fragen immer noch eine adäquate Option. Das Problem liegt dabei nicht beim Test-First-Ansatz, sondern beim Testdesign.

Der Test-First-Ansatz ist in jedem Fall eine entspannte Art der Vorbereitung auf die Zertifizierungsprüfung. Er reduziert Stress, ohne die Qualität der Ergebnisse zu beeinträchtigen. Es gibt jedoch ein paar Nachteile, wenn eine Testperson erwartet, dass sie scheitert und auf einen späteren Erfolg hinarbeitet. Einer davon sind die Kosten. Derzeit kostet die Java-8-Zertifizierungsprüfung von Oracle 250 US-Dollar. Nicht jeder kann es sich leisten, eine solche Prüfung drei- oder viermal anzutreten.

Grundsätzlich kann man sich fragen: Ist es der Zweck der professionellen Zertifizierung, zu bescheinigen, dass der Zertifikatsempfänger über die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen verfügt, um seine Aufgaben nach den Normen der Zertifizierungsstelle zu erfüllen? Oder ist der Zweck der Prüfung, dass er 75 Prozent der 60 gestellten Fragen innerhalb eines 80-minütigen Testzeitraums beantworten kann? Ich hoffe, es ist der erste.

Der Test-First-Ansatz hat für IT-Prüfungen und die Vorbereitung auf die Java-Zertifizierung aber auch einige Vorteile. Es ist gut, dass der Testteilnehmer erst im Laufe der Zeit alle Fragen richtig beantwortet – und nicht gleich bei den ersten Versuchen. Das ist ein besserer Weg als die herkömmliche Prüfungsmethode, die nur eine Gelegenheit zur Teilnahme an der Prüfung bietet und nur eine prozentuale Note für das Bestehen anstelle einer exakteren Punktzahl erfordert. Softwaretester haben vor langer Zeit gelernt, dass nicht die 75 Prozent des abgedeckten Codes das größte Risiko darstellen, sondern die 25 Prozent, die es nicht sind.

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