Videokonferenzen mit WebRTC: Frustabbau mit neuem Standard

Die Nutzung von Videoanrufen ist oft frustrierend. Video-App, Meeting ID und Bandbreite sind nur drei Faktoren. WebRTC soll diese Probleme lösen.

Vor einiger Zeit habe ich eine SMS von einer guten Freundin bekommen, die einige Hundert Kilometer entfernt wohnt. Die Nachricht bestand bestand lediglich aus zwei Worten: „Skype Date?“ Ich antwortete, dass ich ein paar Minuten brauche, da ich mir ein neues Telefon gekauft und die Skype-App noch nicht heruntergeladen hatte.

„Hast Du FaceTime?“, schrieb sie zurück, während ich im App-Store suchte. Ich hab ein Android-Smartphone und könne an einem Chat via Google Hangouts teilnehmen, antwortete ich. Auf Ihrem iPhone hatte sie allerdings Hangouts nicht installiert, würde es allerdings mit Ihrem Notebook versuchen.

Der Videoanruf hat letztlich geklappt. Nachdem ich den Anruf akzeptierte, wurde uns allerdings schnell klar, dass der Sound nicht funktionierte. An diesem Punkt angelangt, siegte der Frust und wir griffen zum herkömmlichen Telefonat. Allerdings hätte mir meine Freundin gerne ihren ein Jahr alten Sohn via Kamera gezeigt. Leider ging das nun nicht.

Ich habe Skype heruntergeladen, konnte mich allerdings nicht mehr an meinen Benutzernamen und das Passwort erinnern. Nach drei potenziellen Apps, einem technischen Absturz, diversen fehlgeschlagenen Login-Versuchen und einem Passwort-Reset konnten wir uns endlich verbinden. Der Aufbau einer Videokonferenz sollte eigentlich nicht so schwierig sein, oder?

Natürlich haben wir Technologien für den persönlichen Bedarf verwendet. Allerdings haben Anwender in der Unternehmens-Welt mit ähnlichen Hürden zu kämpfen, wenn sie eine Videokonferenzsitzung starten wollen. Selbst wenn die Plattformen kompatibel sind, wird der Start einer Sitzung oftmals durch ein Vergessen der ID oder dem notwendigen Download diverser Plug-Ins verzögert.

WebRTC soll Benutzerfreundlichkeit stärken

Meine Motivation für die Videokonferenz war ziemlich gut. Schließlich wartete am andere Ende der Leitung eine Freundin. Hätte ich irgendwann aufgegeben, wäre es allerdings kein finanzieller Verlust gewesen. 

Das gilt in der Unternehmens-Welt natürlich nicht. Verzögert sich ein Meeting mit Kollegen oder Kunden, weil das Video nicht angemessen funktioniert, kann das bei der Benutzung eines konventionellen Telefons enden. Passiert das, dann ist ein Videokonferenzsystem irgendwann überflüssig, da frustrierte Anwender keinen zweiten Versuch starten wollen.

WebRTC ist ein aufkommender Standard, der die Probleme bei der Benutzerfreundlichkeit lösen soll. Die Technologie stellt ein Framework zur Verfügung, mit dem sich Echtzeit-Video- und -Sprach-Kommunikation in einem Webbrowser einbetten lässt. Somit müssen Anwender weder Plug-Ins noch irgendwelche Clients installieren. Sie klicken lediglich auf einen Link und sind miteinander verbunden.

WebRTC soll Videokonferenzen also wesentlich einfacher machen. Was bedeutet das aber für das Netzwerk? Wenn Video zu einfach wird, schießen die Bandbreiten-Anforderungen dann ins Unendliche?

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