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Bleibt der große Erfolg bei der Blockchain-Technologie aus?

Die Krise des Bitcoin war auch eine Krise der Blockchain. Dennoch wird sich Blockchain-Technologie weiterentwickeln und immer mehr Anwendungsmöglichkeiten finden.

Was wurde alles von der Kryptoszene versprochen, wie sich die Blockchain-Technologie entwickeln und welche Auswirkungen sie auf unser Leben haben wird. Im Dezember stand der Bitcoin-Kurs jedoch auf beinahe 20.000 Dollar pro Coin. Weshalb die Betrachtung des Bitcoin elementar ist, um die Entwicklung und Verbreitung der Blockchain-Technologie zu verstehen, erfahren Sie jetzt.

Ungeduld gerechtfertigt, aber nicht überraschend

Die Kryptowährung Bitcoin ist unzertrennlich mit der Geschichte der Blockchain verbunden. Erst durch die Entstehung und Verbreitung des Bitcoin gelangte die zugrunde liegende Technologie in den Fokus der Anleger. Darüber hinaus muss man bedenken, dass der erste Bitcoin 2009 geschürft wurde und es von da an schon einige Zeit brauchte, bis eine dementsprechende Community davon erfuhr.

Die Jahre 2016 und 2017 waren dann die Jahre, in welcher der Bitcoin in aller Munde war, vor allem aufgrund der massiven Wertsteigerung, mit einem Höhepunkt im Dezember 2017. Die Blockchain-Technologie wurde oftmals lediglich als Argument gebraucht, um den Wert des Bitcoin zu untermauern. Also relativ viel Rauch für relativ wenig Schall.

Mit dem deutlichen Wertverlust des Bitcoin verlor die Blockchain natürlich ihr funktionierendes Paradeanwendungsbeispiel. Viele Menschen verloren viel Geld und folglich auch das Interesse an der dahinterstehenden Technologie. Die Kritiker der Blockchain-Technologie fühlten sich bestärkt und die Befürworter wurden durch die Ereignisse eingeschüchtert.

Wie Phoenix aus der Asche

Die Kritiker gingen davon aus, dass der Bitcoin und folglich auch die Blockchain-Technologie nur eine Modeerscheinung und von kurzer Dauer sein werden. Dies glauben manche noch immer über das Internet, zu welchem es etliche Parallelen gibt. Der Internet-Hype der 2000er Jahre ist vergleichbar mit dem Krypto- und Blockchain-Hype. Doch die Geschichte zeigt auch, dass sich Produkte, Dienstleistungen und Technologien durchsetzen, wenn sie einen Mehrwert bieten.

Jede Krise sorgt dafür, dass ineffiziente, nutzlose oder nicht gewinnbringende Produkte oder Technologien aus dem Markt gespült werden. Ähnliches haben wir in den letzten Jahren in der Blockchain-Technologie gesehen. Doch allen Unkenrufen zum Trotz, gibt es den Bitcoin noch immer und neue Anwendungsgebiete werden für die dahinterliegende Technologie gesucht.

Demzufolge gibt es auch immer mehr Investoren, die bereit sind, Geld in diese neue Form der Technologie zu investieren. Ein weiteres Zeichen dafür, dass Kryptowährungen und Blockchain-Technologien mehr und mehr Anklang in der Gesellschaft finden, ist der staatlich regulierte Handel des Bitcoin, welcher seit September 2019 in Amerika möglich ist. Bitcoin hat sich von einem Nischenprodukt zu einer ernst zu nehmenden Asset-Klasse etabliert. Ähnlich wird dies auch bei der Blockchain-Technologie geschehen.

Potentielle Anwendungsgebiete der Blockchain

Nachdem nun so gut wie alle unsinnigen Projekte aus dem Markt gespült wurden, ist es nicht verwunderlich, dass mehr und mehr etablierte Unternehmen, aber auch Staaten, Interesse an der Blockchain und ihren Möglichkeiten haben.

Der Fokus verschiebt sich Schritt für Schritt weg von Kryptowährungen hin zu anderen Anwendungsgebieten der Blockchain. Mit dieser Technologie ist es möglich, Daten sicher, transparent, effizient aufzubewahren und zu transferieren. Die Art und Weise, wie Unternehmen strukturiert sind und wie sie wirtschaften, wird sich durch den Einsatz der Blockchain verändern.

Der milliardenschwere Konzern Coca-Cola arbeitet mit der Softwarefirma SAP bereits seit August 2018 an Blockchain-Lösungen, um die eigene Lieferkette neu abzubilden. Erste Pilotprojekte sind vielversprechend, was Kosten- und Zeiteffizienz betrifft. Auch die Integrität von Daten ist durch die spezielle Speichermethode garantiert. Es kommt zu keinen Verfälschungen und dennoch zur absoluten Transparenz der Daten.

Auch Staaten zeigen Interesse

Die effiziente und sichere Speicherung und Übertragung von Daten ruft natürlich nicht nur Unternehmen der Wirtschaft auf den Plan, sondern auch Staaten, die durch die Blockchain ein völlig neues Datenmanagement umsetzen können. Außerdem scheint es für viele Staaten, wie Deutschland und China, von Interesse zu sein, eigene Kryptowährungen, die auf der Blockchain basieren, zu entwerfen. Als alternative Währung können sie benutzt werden, um Schwarzgeld und Korruptionsprozessen Einhalt zu gebieten.

Denis Bederov

„Bitcoin hat sich von einem Nischenprodukt zu einer ernst zu nehmenden Asset-Klasse etabliert. Ähnlich wird dies auch bei der Blockchain-Technologie geschehen.“

Denis Bederov

Höchstwahrscheinlich sind diese Staaten durch die Bekanntmachung von Facebooks Kryptowährung Libra-Coin zusätzlich motiviert, mit eigenen Kryptoprojekten an den Start zu gehen. Die Auswirkungen solch einer Währung, mit zwei Milliarden potenziellen Nutzern, auf die Weltwirtschaft, ist nicht abzusehen. Insofern sehen wir spannenden Zeiten entgegen.

Fazit

Die Krise des Bitcoin war auch eine Krise der Blockchain. Wo in der Übertreibungsphase jegliches Projekt unterstützt wurde, das den Namen Blockchain nannte, ohne einen Mehrwert zu bieten, kommt es nach dieser Überhitzung wieder zu einem gesunden Realismus, was Chancen und Grenzen dieser Technologie betrifft.

Die Blockchain-Technologie wird nun auf einem gesunden Fundament weiterentwickelt und immer mehr Anwendungsmöglichkeiten für sich entdecken. Es ist bereits jetzt abzusehen, dass es eine der wichtigsten Innovationen des 21. Jahrhunderts sein wird. Es ist nur mehr eine Frage der Zeit, bis sie unser wirtschaftliches und privates Leben vollends durchdrungen hat.

Über Autor:
Denis Bederov ist systemischer Wissenschaftler und technischer Visionär. Durch einige Patente und viele technische Pionierleistungen zählt er zu den Lösungsgebern der digitalen Welt.

Die Autoren sind für den Inhalt und die Richtigkeit ihrer Beiträge selbst verantwortlich. Die dargelegten Meinungen geben die Ansichten der Autoren wieder.

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