Was GPU-Virtualisierung für VDI leistet

GPU-Virtualisierung treibt die Entwicklung der Virtual Desktop Infrastructure (VDI) voran, denn sie führt zu einer verbesserten Anwendungsperformance.

Die Technik der GPU-Virtualisierung bringt VDI mehr Benutzer als jemals zuvor und könnte zu einem deutlichen Anstieg der Verbreitung von Desktop-Virtualisierung führen.

Die GPU-Virtualisierung bedeutet einen wichtigen Fortschritt für die Virtual Desktop Infrastructure (VDI) und ermöglicht neue Einsatzgebiete. Das sind große Neuigkeiten für diese Technologie, die immer noch ein Nischendasein führt.

VDI ist mittlerweile für eine Vielzahl neuer Nutzer interessant geworden. Grund hierfür sind virtuelle Grafikprozessoren (vGPU), die die Grafikberechnung auf geeignete Grafikkarten im Server verlagern, was zu einer verbesserten Anwendungs-Performance führt.

Benutzer von 3D- oder Computer-Aided-Design-Anwendungen (CAD), Video- bzw. Multimediasoftware und Spielen, könnten keine brauchbare VDI Performance ohne eine Verlagerung der Prozessorlast erreichen, so Todd Knapp, CEO der Firma Envision Technology Advisors. „CAD funktioniert über VDI nicht ohne diese Technologie", sagt Knapp.

Bevor es die Technik der GPU-Virtualisierung gab, wurde VDI hauptsächlich für anspruchslose IT-Arbeitsplätze genutzt, sogenannte Task-Worker. Die Desktop Virtualisierung von Citrix und VMware konnte ungefähr bei 60 Prozent bis 70 Prozent der IT-Arbeitsplätze eingesetzt werden. Die übrigen Nutzer benötigten dann meist mehr Grafikleistung, sagt Justin Boitano, Director of Marketing bei NVIDIA, dem größten Anbieter von GPU-Virtualisierungs-Hardware. „Sie trafen dann auf Benutzer, die höhere Anforderungen an die Grafikleistung hatten, und sie waren nicht in der Lage, diesen Ansprüchen zu genügen”, so Boitano.

Um mit den wachsenden Bedürfnissen der anspruchsvollen Anwender Schritt halten zu können, entschieden sich die meisten Anbieter von Desktop-Virtualisierung sehr schnell, NVIDIAs GRID-Technologie zu unterstützen. Citrix hat dazu das Hardware-GPU-Sharing in XenDesktop 7 eingeführt und VMware intergrierte in View 5.3 die nahezu identische Funktion Virtual Dedicated Graphics Acceleration (vDGA) integriert. Beide Ansätze basieren auf NVIDIAs GRID. Darüber hinaus hat Amazon Web Services im November eine G2-Instanz seiner Elastic Compute Cloud mit GRID-Unterstützung veröffentlicht, um GPU-Beschleunigung in der Cloud zu ermöglichen.

Anwendungen für die virtualisierte GPU-Technologie

Die IT-Abteilung der Florida Atlantic University (FAU) begann vor vier Jahren mit dem Einsatz von VDI. Ziel war es, Studenten und Professoren der Studiengänge für Grafik- und Spiele-Programmierung – eine Gruppe, die 30 Prozent der Benutzer stellt – 3D-Anwendungen im Fernzugriff bereitzustellen. Hierfür wurden Workstations mit ATI-Grafikkarten und Teradici Chips für die Hardware-Beschleunigung angeschafft. Jedoch reichte dies laut Mahesh Neelakanta, dem Direktor für Technische Dienstleistung an der FAU, nicht aus. Trotz des betriebenen hohen technischen Aufwands, konnten nur 1-zu-1 Verbindungen zwischen Benutzern und Maschinen realisiert werden.

„Die GPU Virtualisierung ändert das komplett" so Neelakanta. Die Universität installierte 2012 GRID-Karten der Typen NVIDIA K1 und K2. Sie ermöglichten eine höhere Flexibilität und Konsolidierung, da die IT so acht bis zwölf Benutzer auf einer GPU-GRID-Karte gleichzeitig arbeiten lassen konnte.

„Wir konnten unsere eigenen IT-Anforderungen senken, da wir den Studenten jetzt Images mit Hilfe von VDI bereitstellen und sie mit virtuellen Desktops inklusive 3D-Beschleunigung versorgen können. Das erfolgt unabhängig davon, wo sie gerade sind“ stellt Neelakanta fest.

Die virtuellen GPUs bringen der Desktop-Virtualisierung mehr Nutzer und könnten dazu führen, dass VDI in den nächsten Jahren eine höhere Verbreitung erreicht. Dennoch müssen Unternehmen prüfen, ob ihnen die GPU-Virtualisierung wirklich einen Mehrwert bietet. Für die Übertragung von Video könnte zum Beispiel eine Optimierung des Übertragungsprotokolls wesentlich sinnvoller sein, so Knapp.

Artikel wurde zuletzt im September 2014 aktualisiert

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