Definition

Wi-Fi Sense (WLAN-Optimierung)

Mitarbeiter: Peter Loshin

Microsoft Wi-Fi Sense, auch als WLAN-Optimierung bezeichnet, war bis zum Anniversary Update (Version 1607) eine Funktion in Windows 10. Diese ermöglichte es einem mobilen Anwender, sich über einen drahtlosen Hotspot, in den sich ein anderer Windows-10-Anwender zuvor eingewählt hatte und den er teilte, automatisch mit dem Internet zu verbinden. Mit Wi-Fi Sense musste ein Nutzer von Windows 10 WLANs nicht erst mühsam ausfindig machen und sich manuell einloggen, um Zugang zum Internet zu erhalten, solange er sich in Reichweite des geteilten Netzwerks befand.

Um den Internetzugang zu vereinfachen, führte Microsoft eine Datenbank mit öffentlichen (offenen) Wi-Fi-Netzwerken, die Windows-10-Nutzer freiwillig zusammengetragen und geteilt hatten. Zudem ermöglichte es Wi-Fi Sense Anwendern, die Internetkonnektivität eines privaten WLANs zu teilen, ohne dass dabei die Anmeldeinformationen im Klartext sichtbar waren. Microsoft bewarb diese Funktion als Sicherheitsmaßnahme, da die Daten zur WLAN-Anmeldung verschlüsselt und nicht auf den einzelnen mobilen Geräten, sondern auf sicheren Azure-Servern gespeichert waren. Wi-Fi Sense wurde bei der Expressinstallation von Windows 10 standardmäßig eingeschaltet und ließ sich über das Konfigurationsmenü eines WLAN-Geräts deaktivieren beziehungsweise erneut aktivieren.

Um sicherzustellen, dass der Zugriff auf ein Wi-Fi-Netzwerk mit Wi-Fi Sense niemals geteilt werden konnte, musste ein Netzwerk-Administrator den Service Set Identifier (SSID) ändern, indem er den String _optout hinzufügte. Wenn das Netzwerk zum Beispiel XYZWiFi hieß, musste die SSID entsprechend in XYZWiFi_optout geändert werden. Enterprise-WLAN-Netzwerke, die zur Authentifizierung von Benutzern auf das Protokoll 802.1X setzen, ließen sich mit Wi-Fi Sense nicht teilen, weil das Protokoll eine zentrale Instanz verwendet, um die Anmeldeinformationen zu prüfen.

Es gab eine Reihe von Sicherheitsbedenken gegenüber Wi-Fi Sense, die letztendlich dazu führten, dass Microsoft die Funktion mit dem Anniversary Update Ende Juli 2016 aus Windows 10 wieder entfernte. Eine Sorge war das sogenannte Friend-of-a-Friend-Problem, welches das folgende Beispiel verdeutlichen soll. Wenn Anna Windows 10 nutzen und sich als ein Wi-Fi-Gast anmelden würde, während sie auf ihren Zahnarzttermin wartet, würde sie gefragt, ob sie ihre Gastverbindung mit ihren Facebook-Freunden und Outlook/Skype-Verbindungen teilen möchte. Sie könnte in der jeweiligen Anwendung nicht einzeln auswählen, mit wem sie ihren Zugang teilen will, sondern müsste dies allen oder keinem erlauben. Wenn Anna die Funktion Diese Verbindung mit Facebook-Freunden teilen aktivieren würde und Bernd (der mit Anna auf Facebook befreundet ist) einige Tage später beim selben Zahnarzt einen Termin hätte, würde sich Bernds Mobilgerät daher automatisch mit dem Internet verbinden, wenn es sich in Reichweite des WLAN-Netzwerks der Arztpraxis befinden würde. Allerdings könnte Bernd nicht auf das Netzwerk des Zahnarztes selbst zugreifen oder seine Internetkonnektivität auf Eva übertragen, selbst wenn Eva Windows 10 nutzen würde. Allen, die sich wegen des Friend-of-a-Friend-Problems Sorgen machten, empfahl Microsoft, das Passwort für den Gastzugang häufig zu wechseln.

Wi-Fi Sense wurde zuerst als Funktion in Windows Phone 8.1 eingeführt, um Kunden mit einem Mobiltelefon mehr Konnektivitätsoptionen zu bieten.

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Diese Definition wurde zuletzt im November 2016 aktualisiert

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