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Xen oder KVM ist 2019 überhaupt keine Frage

KVM hat sich als Hypervisor gegen die Open-Source-Konkurrenz Xen durchgesetzt und ist Standard für Linux und die Cloud. Trotzdem ist Xen nicht tot und es gibt Anwendungsfälle.

Xen oder KVM, die Frage hat in der Open-Source-Virtualiserungs-Community seit Jahren Diskussionen ausgelöst. Allerdings sind die Debatten nun so gut wie vorüber.

Im Jahre 2014 haben die Leute darüber geredet, ob sie Xen oder KVM einsetzen sollen. 2019 sieht es aber so aus, als wäre die Sache gegessen und jeder nutzt KVM. Ist Xen nun tot oder wird das Projekt weiterhin aktiv entwickelt?

Anwendungsfälle für Xen

Fangen wir mit den guten Nachrichten für die Xen-Fans an: Xen ist weiterhin am Leben. Das Projekt befindet sich unter dem Schirm der Linux Foundation und es gibt immer noch neue Versionen. In Zusammenarbeit mit dem Projekt Automotive Grade Linux hat das Xen-Projekt kürzlich sein digitales Cockpit demonstriert. Damit werden im Auto verschiedene Anwendungen umgesetzt, die alle auf Xen-VMs basieren.

Lassen Sie solche Anwendungen mit Xen-VMs (virtuelle Maschine) laufen, ist es einfacher, die Komponenten strikt zu trennen, die für die Sicherheit wichtig sind. Damit sind zum Beispiel Tachometer und Kilometerzähler gemeint. Andere wie zum Beispiel Multimediasysteme und Navigation sind weniger wichtig. Laufen verschiedene Systeme in VMs, können Sie die Anwendungen auf nur einem Computer betreiben und brauchen keine zwei dafür. Automotive Grade Linux nutzt deswegen Xen, weil es verschiedene Virtualisierungsmethoden für Peripheriegerte unterstützt. Sie bieten bessere Kompatibilität zu den Sicherheitsanforderungen der jeweiligen Peripheriegeräte.

Xen gegen KVM im Jahre 2019

Auch wenn Xen immer noch am Leben ist, hat es zweifelsohne an Boden verloren. AWS war einer der größten Xen-Anwender. Allerdings wurde im November 2017 angekündigt, dass ein neuer Hypervisor entwickelt wird, der auf KVM basiert. Xen hat darunter gelitten, dass sich Amazon verabschiedet hat. Ganz verschwunden ist es aber nicht.

Sehen wir uns die Aktivität beim Xen-Code an, ist es offensichtlich, dass eine aktive Entwicklung immer noch stattfindet, auch wenn sie nur von einer Handvoll Entwickler durchgeführt wird. Das liegt daran, dass Amazon nicht der letzte Big Player mit einem kommerziellen Interesse an Xen war. Citrix bietet immer noch seinen Citrix Hypervisor an, der früher als Citrix XenServer bekannt war. Das Produkt basiert auf dem Open-Source-Code von Xen. Solange Citrix noch involviert ist, sollte Xen-Technologie verfügbar sein.

KVM ist Standard

Beim KVM-Hypervisor sieht die Sache komplett anders aus. KVM ist im Linux-Kernel integriert und deswegen sind die Anwendungsfälle für KVM viel klarer. Weiterhin bieten große Linux-Distributionen die Technologie als Standardplattform an und sie wird von den großen Public Clouds eingesetzt. Das sind zum Beispiel Google Cloud Platform und AWS.

Das Interessante an KVM ist, dass es ein Gebrauchsgegenstand ist, es darüber aber nicht viele Nachrichten gibt. Der Grund ist möglicherweise, dass KVM im Linux-Kernel integriert ist. KVM war im Gegensatz zu Xen auch nie eine umfangreiche Umgebung, die ihre Anfänge als komplett unabhängiger Kernel hatte.

Bei KVM bildet sich das Ökosystem aus den umliegenden Projekten. Dazu gehören zum Beispiel die QEMU Tools, die Benutzeroberflächen-Utilities liefern. Ein anderes Beispiel ist die oVirt-Schnittstelle, die eine Web-Schnnittstelle bietet, mit er sich VMs einfach verwalten lassen.

Um die Frage zu beantworten: „Was ist aus der Schlacht zwischen KVM und Xen 2019 geworden?“

KVM hat gewonnen. Xen ist noch nicht komplett verschwunden und für gewisse Anwendungsfälle immer noch nützlich. Allerdings wird es für Linux oder die Cloud niemals der Standard-Hypervisor sein.

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