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Windows Server, SQL Server und SharePoint: Microsoft-Lizenzen mit AWS nutzen

Auch auf Amazons Public Cloud AWS können Microsoft-Workloads ausgeführt werden. Wichtig ist dabei vor allem der Blick auf die Microsoft-Lizenzen.

Wenn es um Microsoft-Workloads in der Cloud geht, sind noch immer viele Administratoren überrascht, dass Amazons Public Cloud AWS (Amazon Web Services) auch Instanzen auf Basis von Windows Server unterstützt. Tatsächlich gibt es sogar eine recht große Anzahl an Windows-Server-Instanzen auf AWS und es ist auch nicht besonders ungewöhnlich, Enterprise-Workloads wie SharePoint, SQL Server, Exchange oder Skype for Business auf Amazon EC2 (Elastic Compute Cloud) zu finden.

Welche Möglichkeiten bietet sich dabei Windows-Admins, eigene Microsoft-Lizenzen in der AWS-Cloud zu nutzen?

Windows Server: Sobald in AWS EC2 eine Windows-Server-Instanz gestartet wird, fallen hierfür auch Lizenzkosten an. Diese Kosten sind allerdings bereits Teil der stündlich abgerechneten Instanzkosten.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, bestehende Lizenzen für Windows Server auf AWS zu nutzen. Hierfür muss zunächst ein eigenes VM-Image (virtuelle Maschine) der Windows-Server-Instanz auf AWS hochgeladen werden. Anschließend kann dieses Image auf EC2 Dedicated Hosts gestartet werden.

Über EC2 Dedicated Hosts können IT-Abteilungen sehr genau die tatsächliche Nutzung von Instanzen und Lizenzen nachverfolgen. Diese Konfiguration ermöglicht auch den Einblick in die zugrunde liegende Host-Hardware, was im Falle von Windows Server wichtig ist, um die Windows-Server-Lizenz mit den verwendeten CPU-Sockeln und -Kernen abzugleichen.

Lizenzmobilität: Microsoft bietet Volumenlizenzkunden aber auch die Möglichkeit der Lizenzmobilität (License Mobility). Damit ist es Microsoft-Kunden möglich, bestimmte Produkte im Rahmen der Software Assurance auf anderen, zertifizierten Host-Plattformen zu betreiben. Eine dieser autorisierten und zertifizierten Plattformen ist AWS.

Für viele Microsoft-Produkte ist die Lizenzmobilität erhältlich, und Produkte wie SQL Server, Exchange, Skype for Business oder System Center können auch auf AWS ausgeführt werden. Eine vollständige Liste der berechtigten Produkte kann in der AWS-Dokumentation zur Lizenzmobilität eingesehen werden.

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MSDN-Lizenz: Viele Microsoft-Kunden ziehen auch Vorteile aus ihrem MSDN-Abonnement (Microsoft Developer Network). Allerdings untersagt Microsoft die Verwendung von MSDN-Lizenzen auf mandantenfähigen Hosting-Plattformen. Standardmäßig werden EC2-Instanzen in Multi-Tenant-Umgebungen ausgeführt, was die Platzierung virtueller Maschinen zusammen mit den Instanzen anderer AWS-Kunden auf der gleichen Hardware sehr wahrscheinlich macht.

Über AWS EC2 Dedicated Hosts oder EC2 Dedicated Instances können MSDN-Lizenzen aber trotzdem  auf AWS-Hosts verwendet werden. Beide Optionen ermöglichen das Ausführen auf dedizierter Hardware, was die Beschränkungen der MSDN-Lizenzen umgeht. Abgesehen vom Preisunterschied erhalten AWS-Kunden mit Dedicated Hosts aber auch mehr administrative Kontrollmöglichkeiten.

Aber selbst ohne gültige Microsoft-Lizenzen gibt es verschiedene Optionen. Amazon bietet verschiedene Amazon Machine Images (AMI), die unterschiedliche Versionen zum Beispiel von SQL Server enthalten, darunter die Lizenzstufen SQL Server Standard, Web oder die kostenlose Express-Version. Entsprechende AMIs von SQL Server oder SharePoint-Server können sogar problemlos über den AWS Marketplace gestartet werden.

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