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VDI: Darauf kommt es bei Tools fürs Troubleshooting an

Virtuelle Strukturen sind komplexe Gebilde, die einem laufenden Wandel unterzogen sind. Schnell kommt es zu Problemen, die sich nur mit Tools beheben lassen. Eine Auswahlhilfe.

VDI-Umgebungen (Virtual Desktop Infrastructure) sind meist überladen mit Funktionen, so dass es in der Regel nur eine Frage der Zeit ist, bis es zu ersten Problemen kommt. Auf dem Markt gibt es deswegen zahllose Tools zur Fehlersuche in VDI-Infrastrukturen. Sie reichen von kostenlosen Hilfswerkzeugen bis zu umfangreichen Enterprise-Suiten zum Monitoring der VDI-Umgebung.

Zu viele Optionen zu haben, kann sich aber auch negativ auswirken. IT-Profis sollten ihre Anforderungen an Tools zum VDI-Troubleshooting deswegen eingrenzen und nicht zu große Erwartungen an sie hegen. Im Folgenden finden Sie einige wichtige Fähigkeiten, auf die Sie jedoch nicht verzichten sollten.

Umfangreiche Analysemöglichkeiten der gesamten Plattform

Jede VDI-Plattform hat ihre individuellen Eigenschaften. Das führt dazu, dass bestimmte Methoden zur Messung etwa der Performance in einer Umgebung gut funktionieren, aber nicht in einer anderen. Das gleiche gilt für Fehlermeldungen, auch sie sind meist plattformspezifisch ausgelegt.

Das ist auch einer der wesentlichen Gründe dafür, dass in den meisten Fällen ein eher allgemein gehaltenes Multi-Plattform Tool zum VDI-Troubleshooting nicht ausreicht. Manche dieser auf mehrere Plattformen ausgerichteten Werkzeuge, insbesondere die kostenlosen, erledigen nicht viel mehr als bestimmte Ressourcen anzupingen, um so zumindest sicherzustellen, dass sie online sind und auf Anfragen reagieren.

Generell muss natürlich nichts falsch an einem Tool sein, das mehrere Plattformen unterstützt. Aber es ist nur dann wirklich hilfreich, wenn es die speziellen Vorgehensweisen eines bestimmten VDI-Anbieters kennt und sich daran orientiert.

Interpretierbare Ergebnisse und ihre Umsetzung in Aktivitäten

Ein gutes Tool zur Fehlersuche in VDI-Umgebungen sollte in der Lage dazu sein, die meisten Aufgaben zu erledigen, wenn es um das Identifizieren und Beheben von Problemen geht. Um dieses Ziel zu erreichen, muss das ausgewählte Werkzeug über zwei Kernfähigkeiten verfügen.

Zum einen muss es dazu fähig, die echte Ursache eines Problems zu erkennen und auch zu benennen. Die meisten VDI-Umgebungen werden auf Basis einer verteilten Architektur eingerichtet. Das führt nicht selten dazu, dass ein bestimmtes Symptom auf einem Server auftritt, obwohl das dafür verantwortliche Problem auf einem ganz anderen Server vorliegt. Ein gutes Tool zum Erkennen von Fehlern in VDI-Umgebungen sollte deswegen die Wurzel des Problems identifizieren können und nicht nur seine Symptome erkennen.

Die zweite Fähigkeit, die jedes Tool zum VDI-Troubleshooting bieten sollte, sind das Generieren von konkreten Hinweisen und Tipps zum Lösen des oder der gefundenen Probleme. Stellen Sie sich vor, dass Ihr eingesetztes Werkzeug auf einen Microsoft SQL Server und die dort untergebrachte Datenbank als Ursache Ihrer VDI-Probleme hinweist.

In diesem Fall ist es hilfreich, wenn die Troubleshooting-Software Ihnen auch gleich mitteilt, warum die Verbindungen zu der Datenbank nicht mehr aufgebaut werden können. Einer der möglichen Gründe könnte zum Beispiel sein, dass das Passwort für den Service-Account am Vortag geändert wurde und dies noch nicht in der VDI-Software eingetragen wurde. Nach der Anpassung funktioniert dann schnell wieder alles. Weit weniger hilfreich wäre es, wenn Sie nur erfahren würden, dass der SQL-Server den Fehler-Code 4060 produziert, der mit dem Schweregrad 16 eingestuft wird. Ein gutes Troubleshooting-Tool wird also von Menschen leicht interpretierbare Ergebnisse anzeigen, die sich schnell in konkrete Aktionen zur Behebung der identifizierten Fehler umsetzen lassen.

Fähigkeiten zur Planung der benötigten Kapazitäten

Eine der wichtigsten Aufgaben, wenn eine neue VDI-Umgebung eingerichtet werden soll, ist das Planen der benötigten Kapazitäten. So muss die IT-Abteilung vorhersagen können, wie viele virtuelle Desktops voraussichtlich ohne Probleme gehostet werden können. Diese Zahl kann sich aufgrund der benötigten Software noch einmal ändern, die auf den virtuellen Desktops eingesetzt werden soll. Auch ist sie außerdem abhängig davon, wie die Nutzer mit dieser Software umgehen sollen. Anwender, die vor allem E-Mails schreiben und versenden und für ihre Aufgaben im Unternehmen viel im Internet recherchieren, benötigen weniger Ressourcen als Nutzer, die andere Systeme administrieren oder mit großen Bild- oder Videodateien arbeiten müssen.

Eines der größten Probleme bei dieser Art von Planungen ist, dass die im Vorfeld errechneten Zahlen zu den benötigten Kapazitäten meist sehr schnell veraltet sind. Jedes Mal, wenn ein Unternehmen eine neue Anwendung einsetzt, ein Upgrade auf eine neue Version einer bereits vorher genutzten Anwendung einspielt oder auch nur einen wichtigen Patch installiert, verändert sich das Nutzungsprofil seiner VDI-Infrastruktur. Weil sich die Nutzung der Ressourcen laufend ändert, müssen die IT-Abteilungen ihre Kapazitätsplanungen kontinuierlich anpassen.

Die Planung der benötigten Kapazitäten ist im Kern aber kein Teil der Fehlersuche in VDI-Umgebungen. Es kann jedoch in der Folge zu diversen Performance- und Stabilitätsproblemen kommen, die auf die erschöpften Hardwareressourcen zurückzuführen sind. Weil es aber immer besser ist, ein Problem von vornherein zu vermeiden als es erst später per Troubleshooting lösen zu müssen, sollte jede IT-Abteilung einen Kapazitätsplaner in ihr Tool-Arsenal mit aufnehmen. Ein guter Kapazitätsplaner kann den Verbrauch der Hardwareressourcen überwachen und die Admins rechtzeitig auf aktuelle und künftige Engpässe hinweisen.

Dashboard für den aktuellen Status und für vergangene Ereignisse

Eine der wichtigsten Funktionen, die ein Administrator von einem Tool zum Troubleshooting von VDI-Umgebungen erwarten sollte, ist ein zentrales Dashboard, das Informationen über aktuelle und vergangene Ereignisse anzeigt. Moderne VDI-Umgebungen sind komplexe Infrastrukturen, die zahlreiche physische und virtuelle Maschinen enthalten. Ein Status-Dashboard bietet den Admins eine Übersicht über die gesamte VDI-Plattform und kann zeitnah auf mögliche problematische Bedingungen hinweisen.

Die Fähigkeit, darüber auch ältere Daten einzusehen, ist ebenfalls von Bedeutung für die Suche nach Fehlern in VDI-Umgebungen. Hier gibt es zudem Überschneidungen zum Planen der benötigten Kapazitäten, da auch dieses auf dem Überwachen der Ressourcen über einen längeren Zeitraum aufsetzt. Historische Daten können aber auch auf andere Weise hilfreich sein.

Zum Beispiel zeigt das Performance-Dashboard möglicherweise an, dass ein bestimmter Host nicht mehr so läuft, wie er eigentlich sollte. Wenn das aber am Vortag noch nicht der Fall war, können die Admins die Leistungsdaten des vorherigen Tages mit den aktuellen vergleichen und so in der Regel weit schneller die eigentliche Ursache des Problems finden.

Nächste Schritte

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