Diese zehn Voraussetzungen sollte ein SAP-Berater erfüllen

Branchenkenntnisse, technische Kompetenz und Präsentationsstärke – drei von zehn wichtigen Eigenschaften eines SAP-Beraters. Ein Überblick.

Die Einführung und Implementierung eines hochintegrierten Systems wie SAP ERP stellt eine große Herausforderung für Unternehmen dar. Die Wahrscheinlichkeit für den Erfolg des Projekts steigt, wenn Firmen SAP-Berater engagieren, die folgende zehn Eigenschaften vorweisen können (die Reihenfolge ist beliebig und nicht nach Priorität geordnet):

Branchenkenntnisse: Ein Berater, der SAP ERP bereits in der gleichen oder einer ähnlichen Branche implementiert hat, versteht die Geschäftsprozesse eines Unternehmens schnell und findet entsprechend zügig Lösungen für mögliche Problembereiche. Nehmen wir das Beispiel Pharma-Industrie: Hier spielt die genaue Überwachung der Haltbarkeitsdaten von Medikamenten eine sehr wichtige Rolle. 

SAP-Berater können hier sofort Vorschläge wie stetig wiederkehrende Untersuchungen (Wiederholungsprüfung) machen, um Chargen an Medikamenten zu identifizieren, deren Haltbarkeitsdatum in Kürze abläuft. Unternehmen können auf diese Weise schnell reagieren. Ein erfahrener und kompetenter SAP-Berater wird auch die Reporting-Anforderungen seiner Kunden genau untersuchen und auf Standard-Reports und-Analysen des SAP-Systems hinweisen anstatt individuell entwickelte ABAP-Reports vorzuschlagen, die teuer sind und meist viele Ressourcen erfordern.

Kenntnis der neuesten Trends bei SAP-Technologien: Aufgrund der Häufigkeit, in der SAP neue Produkte und Angebote einführt, muss sich ein SAP-Berater permanent über relevante Themengebiete weiterbilden. Darüber hinaus sollte er versteckte nützliche Funktionen von bestehenden SAP-Systemen finden und selbst testen.

Integrationswissen für verschiedene SAP-Komponenten: Mit umfangreichem Wissen über Funktionen verschiedener SAP-Komponenten erkennt ein SAP-Berater schnell, welche Prozesse zur Domäne der einzelnen Komponenten gehören. Der Beschaffungsprozess der Komponente SAP Materialwirtschaft beispielsweise endet mit der Zahlung der vom Hersteller gelieferten Ware. 

Dieser Vorgang fällt bereits in den Bereich des SAP-Moduls Finanzbuchhaltung. Gleiches gilt für die Abwicklung einer Bestellung im SAP Vertriebs-Modul (Sales and Distribution), deren Zahlung ebenfalls über die SAP Finanzbuchhaltung erfolgt. Dank seines Wissens über die verschiedenen SAP-Komponenten macht ein SAP-Berater komplette Geschäftsprozesse sichtbar.

Integrität: Unternehmen setzen das SAP-System vor allem dazu ein, um Transparenz über ihre Prozesse zu erhalten und internen oder externen Betrug zu verhindern. Daher überrascht es umso mehr, wenn sie von einem SAP-Berater Ergebnisse verlangen, die teilweise mit nationalen und internationalen Gesetzen im Widerspruch stehen – oder unethisch sind.  

Dazu gehört zum Beispiel die Anforderung, dass das System Unter- oder Überfakturierung unterstützt. Im ersten Fall entspricht die Rechnung nicht dem tatsächlichen Warenwert (niedriger), um Abgaben beim Zoll zu sparen. Im zweiten Fall wird dem Kunden ein überhöhter Preis für das Produkt in Rechnung gestellt. Hier muss der SAP-Berater eingreifen und jegliche betrügerischen oder irreführenden Aktivitäten verhindern. Er sollte das Unternehmen darüber aufklären, dass die SAP-Datenbank jede einzelne Transaktion speichert und dokumentiert. Damit können Wirtschaftsprüfer auf alle Informationen zugreifen.

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Effizientes Kunden-Management: SAP-Berater müssen sich bei jedem neuen Projekt schnell auf die Anforderungen der Anwender in den Fachabteilungen einstellen, mit denen sie während des Projekts zusammenarbeiten. Der SAP-Berater sorgt dafür, dass alle Geschäftsprozesse des entsprechenden Kunden im SAP-System abgebildet werden. 

Zugleich erklärt er den Kunden die Möglichkeiten und Grenzen der ERP-Software, damit diese keine zu hohen Erwartungen an das System hegen. SAP-Berater sollten zudem auch komplexe technische Sachverhalte vereinfachen, damit der Kunde sie versteht und wichtige geschäftliche Entscheidungen rechtzeitig treffen kann. 

Sicher im Auftreten, Präsentationsstärke und Kommunikationsbereitschaft: SAP-Berater verbringen während eines Projekts rund 60 Prozent ihrer Zeit mit folgenden Tätigkeiten: Sammlung und Dokumentation aller Geschäftsprozesse im Unternehmen (Business Blueprint), Schulungen, Erstellen der Schulungsunterlagen für die Endbenutzer oder Neuausrichtung der organisatorischen Prozesse (Change Management). Der SAP-Berater muss daher selbstsicher auftreten, vor einer großen Menge von Personen präsentieren können und in der Lage sein, Business-Anforderungen klar und umfassend zu erklären.

Fähigkeit zur lückenlosen Dokumentation: Ein SAP-Berater sollte jede Entscheidung und Aktion während eines Projekts lückenlos dokumentieren, um Verwirrungen zu vermeiden und dem Kunden die Gelegenheit zu geben, jede vorherige Entscheidung zu überprüfen. 

Technische und funktionale Kompetenz: Ein Berater, der in erster Linie die Geschäftsprozesse in den Funktionen von SAP abbildet, benötigt grundlegende technische Kenntnisse, um die Programmieranforderungen zu verstehen und einem Technical Consultant verständlich erklären zu können. Umgekehrt benötigt ein technischer Berater grundlegendes Wissen über die Geschäftsprozesse und die damit verbundenen SAP-Funktionen, um relevante Business-Lösungen schnell liefern zu können.

Effektive Teamarbeit und Mentoring: Während eines SAP-Projekts arbeiten Teams temporär zusammen; am Ende des Projekts werden diese Teams wieder aufgelöst. Doch ein erfolgreiches SAP-Projekt beschränkt sich nicht allein auf die Bereitstellung von Software. Es geht auch um Teamarbeit und Mentoring. Führende und erfahrene Teammitglieder fördern während eines Projekts die jüngeren SAP-Berater, damit sie später Projekte auf eigene Faust führen können.

Vertrautheit mit dem SAP Solution Manager: SAP bietet mit dem SAP Solution Manager eine integrierte Lösung zur Steuerung des gesamten Lebenszyklus einer Lösung – vom Business Blueprint über die Konfiguration bis hin zum Produktivbetrieb. Über die Tools, Methoden und vorkonfigurierten Inhalte können SAP-Berater die Implementierung einer SAP-Lösung beschleunigen.

Ein SAP-Berater besitzt im Idealfall all diese beschriebenen Eigenschaften. Zudem muss er sich permanent weiterbilden, um die hohen Anforderungen im SAP-Umfeld erfüllen zu können.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2015 aktualisiert

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