Microsoft

Was bei der Microsoft-Lizenzierung zu beachten ist

Microsoft bietet neben Produkten für Desktop-PCs und Office-Programmen auch zahlreiche Serveranwendungen an. Wir zeigen, was bei der Lizenzierung zu beachten ist.

Microsoft bietet verschiedene Lizenzmodelle an, die bei der Lizenzierung des entsprechenden Produktes berücksichtigt werden sollten. Zum Beispiel gibt es Rabatte und spezielle Programme, mit denen man bestimmte Produkte günstiger erhält. Dies hängt davon ab, wieviele Produkte lizenziert werden.

Derzeit gibt es bei Microsoft neun verschiedene Modelle zur Lizenzierung. Über Software Assurance und Volumenlizenzprogramme können Lizenzen teilweise deutlich günstiger erworben werden. OEM-Lizenzen ermöglichen ebenfalls den günstigen Erwerb von Lizenzen.

Setzen Unternehmen Software nicht lizenziert oder falsch lizenziert ein, riskieren sie bei Lizenzkontrollen Probleme und teure Nachzahlungen. Solche Kontrollen führt Microsoft bei Unternehmen durch, die Volumenlizenzverträge oder eine andere Art von Lizenzvertrag mit Microsoft abgeschlossen haben, bei denen Softwarelizenzen flexibel genutzt werden können.

Setzen Unternehmen Lizenzierungsvarianten mit Virtual Desktop Access ein, zum Beispiel Open License, Open Value, Select Plus und Enterprise Agreement, lassen sich auch lokale Installationen von Windows 10 verwenden. Parallel dürfen Anwender mit einer VDI-Lösung (virtuelle Desktop-Infrastruktur) oder Windows to Go arbeiten, ohne weitere Lizenzen kaufen zu müssen.

Programme lizenzieren

Desktop-Anwendungen werden in den meisten Fällen pro Gerät lizenziert, auf dem man sie installiert. Unternehmen, die auf Volumenlizenzierung setzen, können parallel ältere Versionen der Software, Programme auf Remotedesktop-Servern oder in VDI-Umgebungen verwenden.

Betriebssysteme lizenzieren

Bei Betriebssystemen wie Windows 10 muss pro Gerät eine Lizenz vorliegen. Windows darf nur auf diesem Gerät installiert sein. Beim Einsatz der Volumenlizenzierung muss für das Gerät bereits eine Betriebssystem-Lizenz vorhanden sein, die durch die Volumenlizenzierung aktualisiert werden darf (Upgrade-Lizenz).

Software Assurance ermöglicht den Einsatz von Windows 10 Enterprise und die zusätzliche Möglichkeit, die Lizenz auf bis zu vier weiteren, virtuellen Computern zu nutzen.

Serverbetriebssysteme

Bei Windows Server werden die physischen Prozessoren und Kerne bei der Lizenzierung berücksichtigt, genauso wie die Edition. Microsoft bietet Windows Server über zwei Kanäle an. Die Long-Term Servicing Channel (LTSC) stellen die Hauptversionen von Windows Server dar, zum Beispiel Windows Server 2016/2019. Diese erscheinen in regelmäßigen Abständen von zwei bis drei Jahren.

Mit dem Semi-Annual Channel (SAC) stellt Microsoft alle 6 Monate eine neue Serverversion zur Verfügung, wie zum Beispiel Windows Server 1909/2004. Mit dem Long-Term Servicing Channel erhalten Unternehmen fünf Jahre grundlegenden Support und fünf Jahre erweiterten Support. Außerdem lassen sich optional sechs Jahre Premium Assurance dazu buchen. Semi-Annual-Channel-Versionen werden als Volumenlizenz zur Verfügung gestellt, aber auch über Software Assurance.

Für die Editionen Standard und Datacenter benötigt man Clientzugrifflizenzen (Client Access License, CALs). Das gilt auch dann, wenn man mit virtuellen Servern arbeitet. In Hyper-V werden bei virtuellen Servern die logischen Prozessoren lizenziert, da diese das Pendant zu den physischen Prozessorkernen darstellen. Beide Editionen von Windows Server 2016/2019 decken pro Lizenz zwei Prozessorkerne des Hosts oder zwei logische CPUs ab. Setzen Unternehmen Server mit mehreren Prozessoren ein, ist pro Kern-Paar jeder CPU eine Lizenz notwendig, egal welche Edition im Einsatz ist.

Sie müssen für jeden Server mindestens acht Kerne pro CPU und mindestens zwei CPUs lizenzieren, also 16 CPU-Kerne. Setzen Sie einen Dual-Prozessor mit je acht Kernen ein, müssen Sie also 8 Lizenzen für diese 16 Kerne erwerben. Für jeden Kern mehr müssen Sie ein Core-Pack kaufen, damit alle Kerne lizenziert sind. In Windows Server 2016/2019 Standard darf man pro Lizenz zwei virtuelle Maschinen (VMs) installieren, Windows Server 2016/2019 Datacenter ist hier nicht limitiert. Hier müssen lediglich alle Prozessorkerne des Servers lizenziert werden.

Serveranwendungen lizenzieren

Serveranwendungen, wie zum Beispiel Exchange Server, werden mit einer Serverlizenz und dazugehörigen Clientzugriffslizenz lizenziert, ähnlich wie Windows Server. Die Clientzugriffslizenzen müssen mit der Version der Serverlizenz übereinstimmen.

Für jeden Server, auf dem Exchange 2019 installiert ist, muss man zum Beispiel eine Lizenz erwerben. Wie bereits in den Vorgängerversionen gibt es die beiden Editionen Standard (kleine und mittlere Unternehmen) sowie Enterprise (große Unternehmen).

Für alle Benutzer, die auf Exchange zugreifen, benötigt man außerdem eine Clientzugriffslizenz (CAL). Auch hier gibt es zwei Typen:

  • Standard-CAL: Mit dieser CAL werden die Grundfunktionen für den Zugriff der Anwender abgedeckt. Beispiele dafür sind der Zugriff auf E-Mail, die Aufgaben und die Kontakte.
  • Enterprise-CAL: Möchte man Enterprise-Funktionen nutzen, müssen die Anwender zusätzlich zur Standard-CAL noch eine Enterprise-CAL nutzen. Das gilt aber nur für Postfächer, die auch auf diese Funktionen zugreifen. Ein Beispiel dafür ist Archivierung. Enterprise-CALs bauen also immer auf Standard-CALs auf. Standard-CALs und Enterprise-CALs arbeiten beide mit den Editionen Standard und Enterprise von Exchange 2019 zusammen.

Neben den beiden Exchange-2019-Editionen gibt es somit auch Standard-CALs und Enterprise-CALs für die jeweiligen Clients. Dies bedeutet, dass man für die Enterprise Edition von Exchange 2019 nicht unbedingt auch Enterprise-CALs benötigt und umgekehrt. Enterprise-CALs schalten Funktionen innerhalb der beiden Editionen frei, die Anwender nutzen können, wie zum Beispiel einen verbesserten Spam-Schutz oder Archivierung.

Entwicklungs-Tools lizenzieren

Wer Entwicklungs-Tools und -Anwendungen nutzt, darf mit einer Lizenz die Software auf beliebigen Geräten installieren, die für die Entwicklung von Software genutzt werden. Auf die Geräte darf aber nur der Entwickler zugreifen, auf den die Lizenz ausgestellt ist. Die Geräte dürfen nur für die Entwicklung und zum Testen der entwickelten Anwendungen verwendet werden.

Cloud-Dienste und Microsoft Azure

Cloud-Dienste wie Microsoft Azure werden pro Benutzer lizenziert beziehungsweise abgerechnet. Hier bietet Microsoft teilweise Geräte-Abo-Lizenzen an. Zum Teil lassen sich auch Verträge abschließen, durch die alle Benutzer in einem Unternehmen auf den Cloud-Dienst zugreifen dürfen.

Managementlizenzen

Produkte, wie System Center werden über Managementlizenzen lizenziert. Hier gibt es Server-Managementlizenzen und Client-Managementlizenzen, die gesondert abgeschlossen werden müssen.

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