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Warum veraltete Netzwerke zur wachsenden Belastung werden
Legacy-Netzwerke entwickeln sich zum Flaschenhals für Automatisierung und Performance. Wer den Anschluss an moderne Standards verpasst, verliert seinen Wettbewerbsvorteil.
Veraltete Netzwerke, also ältere Infrastrukturen, die auf überholter Hardware und Betriebssystemen basieren, weisen im Vergleich zu modernen Netzwerken zahlreiche Einschränkungen auf und bergen erhebliche geschäftliche Risiken.
Trotz dieser Risiken bestehen veraltete Netzwerke aus folgenden Gründen fort:
- Techniker stützen sich bei der Wartung der Netzwerke auf vorhandene Kenntnisse.
- Unternehmen verfügen nicht über das Budget für eine Netzwerkmodernisierung.
- Führungskräfte erkennen nicht, wie wichtig es ist, Mittel für neue Anschaffungen für das Netzwerk bereitzustellen.
Die Modernisierung eines veralteten Netzwerks zu vernachlässigen, ist jedoch ein schwerwiegender Fehler, den sich Unternehmen nicht leisten können. Die fortgesetzte Nutzung eines Legacy-Netzwerks führt zu Komplexität bei der Verwaltung, geschäftlichen Risiken und höheren Kosten.
In diesem Artikel werden die Risiken von Legacy-Netzwerken untersucht, die Vorteile einer Umstellung erörtert und bewährte Vorgehensweisen für den Einstieg vorgestellt.
Die Einschränkungen veralteter Netzwerke
Viele Unternehmen nutzen nach wie vor veraltete Netzwerke. Diese weisen jedoch Einschränkungen auf, die es ihnen unmöglich machen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Zu diesen Einschränkungen zählen unter anderem:
- Komplexe Geräteverwaltung: Veraltete Netzwerke verwenden Tools, die für Menschen lesbaren Text aus der Befehlszeilenschnittstelle auswerten. Da diesen Geräten APIs fehlen, ist es schwierig, sie in moderne Automatisierungsplattformen zu integrieren.
- Leistungsengpässe: Älteren Geräten fehlt die anwendungsspezifische, auf integrierten Schaltkreisen basierende Beschleunigung, die für erweiterte Netzwerkfunktionen erforderlich ist. Infolgedessen haben KI-Workloads in Hochleistungsumgebungen möglicherweise keinen Zugriff auf Kommunikation mit geringer Latenz. In Kombination mit einer geringen Bandbreite der Netzwerkkarten entsteht dadurch ein Engpass bei der Datenübertragung.
- Ältere Hardware: Oft stellen Hersteller die Bereitstellung von Software-Updates für alte Geräte ein. Diese Geräte verwenden ältere Standards für die WLAN-Verschlüsselung wie WPA2, da ihre Hardware WPA3 nicht unterstützt. Diesen älteren Standards fehlen neuere Funktionen, die moderne Netzwerke erfordern.
- Never-change-a-running-System-Mentalität: Oft überwiegt die Angst vor Ausfallzeiten bei der Migration die langfristigen Vorteile.
Geschäftliche Risiken durch Legacy-Netzwerke
Werden Legacy-Netzwerke heute genutzt, führen ihre Einschränkungen zu echten betrieblichen und geschäftlichen Risiken. Zu diesen Risiken gehören:
- Anfällig für Angriffe: Veraltete Verschlüsselung und nicht gepatchte Geräte können ein Netzwerk Angriffen aussetzen. Beispielsweise stellen WLAN-Geräte, die noch WPA2 verwenden, ein erhebliches Risiko dar, wenn WPA3 in neueren Modellen verfügbar ist.
- Umsatzverluste: Da Legacy-Netzwerke anfälliger für Angriffe sind, können diese zu Netzwerkausfällen und Dienstunterbrechungen führen.
- Betriebliche Ineffizienz durch Silos: Virtuelle Geräte in öffentlichen Clouds und physische Geräte vor Ort bilden zwei unterschiedliche Silos. Die manuelle Konfiguration jedes dieser Silos erhöht das Risiko menschlicher Fehler.
- Compliance-Verstöße: Mit dem Inkrafttreten strengerer Regularien wie NIS2 oder der DSGVO riskieren Unternehmen empfindliche Bußgelder, wenn ihre Infrastruktur nicht dem Stand der Technik entspricht.
Die Kosten der Untätigkeit
Alte Netzwerke können Unternehmen aufgrund ihrer überholten Infrastruktur verschiedene finanzielle und betriebliche Kosten verursachen. Dazu gehören unter anderem:
- Moderne Anwendungen, die durch alte Netzwerke eingeschränkt werden: Wenn ein Unternehmen versucht, Anwendungen durch den Einsatz von Kubernetes oder Open-Source-Softwaretools zu modernisieren, kann die Diskrepanz zwischen dem alten Netzwerk und den neuen Technologien Herausforderungen mit sich bringen. Beispiele hierfür sind die erzwungene Abhängigkeit von unterschiedlichen Load Balancern, das Fehlen von Zero-Trust-Sicherheit, eine unzureichende, nicht fein abgestimmte Verkehrssteuerung und eine eingeschränkte Observability auf Anwendungsebene.
- Unfähigkeit zur Automatisierung: Legacy-Netzwerke verfügen nur über begrenzte Automatisierungsmöglichkeiten. Das bedeutet, dass Netzwerkteams Aufgaben manuell erledigen müssen. Dadurch werden die Teams bei der Durchführung von Geräte-Upgrades oder der Fehlerbehebung langsamer.
- Hindernisse bei der Einführung von KI: Mit der Zeit führt die Unfähigkeit, eine leistungsfähigere Netzwerkinfrastruktur zu nutzen, zu einem strukturellen Nachteil. Unternehmen stagnieren, während ihre Konkurrenten ihre Dienste mithilfe von KI kontinuierlich verbessern.
- Wettbewerbsnachteil: Wenn Unternehmen nicht in der Lage sind, neue Netzwerktechnologien zu nutzen, verlieren sie so ihren Wettbewerbsvorsprung. Sie könnten bei der Veröffentlichung digitaler Produkte von ihren Konkurrenten überholt werden.
- Erschwerte Fachkräftesuche: Qualifizierte IT-Fachkräfte der neuen Generation bevorzugen moderne Umgebungen mit Infrastructure-as-Code (IaC). Veraltete Technik erschwert die Rekrutierung und Bindung dieser Talente.
- Schlechte Energieeffizienz: Moderne Netzwerkkomponenten bieten eine deutlich bessere Performance pro Watt. Legacy-Systeme erhöhen den CO2-Fußabdruck und die Energiekosten des Unternehmens unnötig.
Über veraltete Netzwerke hinaus
Um den Übergang von veralteten Netzwerkarchitekturen erfolgreich zu gestalten, sollten Unternehmen wichtige Best Practices befolgen. Zu den Empfehlungen gehören:
- Workloads bewerten und priorisieren: Identifizieren Sie Anwendungen mit hohem Durchsatz und geringer Latenz. So stellt das Netzwerkteam sicher, dass die Upgrades über ausreichende Kapazität und Leistung verfügen.
- Setzen Sie auf Automatisierung und Programmierbarkeit: Kaufen Sie Geräte, die APIs unterstützen, und bitten Sie die Admins, Python zu lernen, um sich mit Netzwerkautomatisierung und KI vertraut zu machen. Wenn ein Teil einer Workload in einer öffentlichen Cloud ausgeführt wird, nutzen Sie Orchestrierungsplattformen, um die Konfiguration in beiden Umgebungen zu automatisieren.
- Sorgen Sie für Sicherheit durch Design: Kaufen Sie Geräte mit moderner Verschlüsselung wie WPA3. Für die Sicherheit auf Anwendungsebene nutzen Sie die gegenseitige TLS-Verschlüsselung in Service-Meshes.
- Führen Sie den Übergang schrittweise durch: Ein stufenweiser Umstieg ermöglicht es dem Unternehmen, den Betrieb ohne Netzwerkunterbrechungen fortzusetzen.
- Nutzen Sie Monitoring und Observability: Verwenden Sie moderne Tools, um tiefgreifende Einblicke in den Datenverkehr zu erhalten. Denn nur, was man sieht, kann man auch sichern und optimieren.
Wenn Sie diese Empfehlungen befolgen, können Unternehmen veraltete Legacy-Netzwerke in moderne Netzwerkarchitekturen überführen.
This article was originally published by SearchNetworking.