VMware gegen Cisco: Der Preiskampf am SDN-Markt hat begonnen

Cisco und VMware befinden sich am SDN-Markt in einem Wettkampf. Unternehmen können durch geschickte Preisverhandlungen davon finanziell profitieren.

Vor einem Jahr hatte ich die Möglichkeit, mit Cisco- und VMware über SDN (Software-defined Networking) zu sprechen. Dabei habe ich beiden Anbietern dieselben drei Fragen gestellt:

  • Wie unterscheidet sich Ihre Lösung von der Konkurrenz?
  • Arbeitet Ihre Lösung mit konkurrierenden Produkten zusammen?
  • Was ist die beste Lösung, um für die Zukunft optimal gerüstet sein?

Ich denke, sollten diese Fragen gleich bleiben, würde jeder Unterschied bei einer erneuten Befragung die Strategie des Anbieter widerspiegeln. Genau das ist bei Cisco und VMware passiert.

Noch vor einem Jahr folgten Angestellte von Cisco und VMware demselben Skript.  Sie sagten, dass sie sich durch bestimmte Funktionen unterscheiden würden. Ihre Aussagen sicherten sie mit einem „aber“ ab und erklärten, wie Kunden die Technologien in eine komplette Lösung integrieren und mit dem Produkten der Konkurrenz kombinieren können.

Wie sich die Dinge bei Cisco und VMware geändert haben

Spulen wir zum Frühjahr 2014 vor. Ich stellte wieder die gleichen Frage. Allerdings lassen sich die Antworten aus beiden Lagern wie folgt charakterisieren: „Oh, [die Konkurrenz] liegt falsch, eine Interoperabilität gibt es nicht und setzen Sie erst gar nicht auf deren Produkte.“

Ich möchte anmerken, dass ich diese Frage an mehrere Mitarbeiter beider Unternehmen gestellt habe. Ich habe Nexus- und vCenter-Mitarbeiter ebenso wie ACI-Evangelisten (Application Centric Infrastructure) und NSX-Marketing-Leute befragt. Natürlich gab es zuvor einige Eiferer in jedem Lager, die sagten, wie überlegen sie der Konkurrenz sind. Allerdings scheint es nun eine erhöhte Konzentration an Missgunst zu geben.

Warum sollte uns der Kampf zwischen Cisco und VMware interessieren?

Für uns als Administratoren ist es wichtig, die Änderungen in den Aussagen der Anbieter mit Bedacht zu analysieren. Die Spielregeln haben sich geändert, da die Angebote beider Firmen gewachsen sind und größere Teile der kompletten Infrastruktur beeinflussen.

Ich möchte klarstellen, dass beide Unternehmen Vorteile bei speziellen Netzwerk-Konfigurationen bieten. Allerdings ist das Credo beider Anbieter mittlerweile, dass man die beste Lösung für jegliche Netzwerke im Portfolio hat. Das ist aber falsch.

Sollte der Kampf anhalten, wird VMware die Schmerzen spüren

Auf lange Sicht wird SDN eine Schlacht an mehreren Fronten sein und von Plexxi bis Big Switch sind Angriffe aus vielen Richtungen zu erwarten. Sollten die Anbieter diesen duopolistischen Kampf weiterführen, um die Vormacht über das programmierbare Netzwerk zu erlangen, könnte VMware die größeren Verluste erleiden.

Bisher war Cisco ein wertvoller Partner für VMware. In einem Konkurrenzkampf mit VMware hat Cisco durch seine konfigurierbare Infrastruktur UCS (Unified Computing System) allerdings ein Ass im Ärmel. UCS unterstützt Microsoft Hyper-V und Citrix XenServer. Cisco kann SDN plus die Virtualisierungs-Optionen der Wahl zusammen mit UCS-Hardware verkaufen und das in einem hübschen Paket. Mit dieser Herangehensweise bekommen Sie möglicherweise nicht nur das Data Center unter Kontrolle. Durch Insieme lässt sich darüber hinaus die Firewall erweitern, so dass Sie ein WAN von mehreren Anbietern einsetzen können.

VMware hat damit einen einen klassischen Stack-Nachteil. Wenn sich die VMware-Mitarbeiter gegen Cisco aussprechen, könnten Sie sogar Kunden verschrecken. Aufgrund der Dominanz von Cisco in den Data-Center-Netzwerken, die das Ziel von VMware sind, benötigen die Verkäufer Feingefühl.

Natürlich wird es Unternehmen geben, die White Box Switche mit Broadcom-Hardware einsetzen. In solchen Umgebungen sollte NSX ordentliche Arbeit verrichten. Allerdings wird es schwierig, die Performance von Cisco ASICs mit SDN-Upgrades zu schlagen. Diese sind designend, um 40 Gbit (40G) und mehr zu unterstützen. Der Fokus auf Services steigt weiter, so dass immer schnellere Verbindungen nötig sind. Dieser Umstand begünstigt die Hardware von Cisco.

Wie Kunden von dem Machtkampf zwischen Cisco und VMware profitieren

Wir erfahren möglicherweise niemals, was die beiden konkurrierenden Parteien angetrieben hat, die SDN-Strategie des anderen Anbieters schlecht zu reden. Mein Gefühl sagt mir aber, dass man sich nun tatsächlich in der Phase des aktiven Verkaufs befindet. Unternehmen machen sich daran, reale SDN-Lösungen zu implementieren.

Sollte das der Fall sein, sind das gute Nachrichten für Netzwerk-Experten. Die Sales-Teams wollen die Lösungen natürlich verkaufen und Kunden können aufgrund der Konkurrenz den Preis verhandeln. SDN endlich im Einsatz zu sehen, ist am Ende großartig für uns alle.

Über den Autor: Patrick Hubbard ist Head Geek und Senior Marketing Manager bei SolarWinds. Er bringt 20 Jahre technische Erfahrung und Perspektiven von IT-Kunden mit. Seine Netzwerk-Management-Erfahrung hat er in Data Centern, Storage-Netzwerken, im Umgang mit VoIP und Virtualisierung gewonnen. Der Fokus von Hubbard lag dabei auf der Auslieferung von Applikationen und Services. Seine Arbeitgeber waren in den Bereichen High-Tech, Transport, Finanzdienstleistungen und Telekommunikation aktiv. Sie erreichen Patrick Hubbard unter Patrick.Hubbard@solarwinds.com.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2014 aktualisiert

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