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Open Networking für innovative Rechenzentren

Open Networking bietet die in modernen Netzwerken geforderte Agilität, Skalierbarkeit, hohe Verfügbarkeit und einfaches Management, meint Pete Lumbis von Cumulus Networks.

Open Networking wird zum festen Bestandteil der IT-Architektur. Denn neben den Faktoren Agilität, Skalierbarkeit, einfaches Management sowie hohe Verfügbarkeit, reiht sich ein offenes Netzwerk als ideale Basis für die digitale Transformation nahtlos ein. Für Unternehmen ist heute erfolgsentscheidend und zugleich eine der größten Herausforderungen, die Netzwerkinfrastruktur jederzeit effizient an die steigenden Anforderungen anpassen zu können.

Im Bereich der Server profitieren Unternehmen schon seit vielen Jahren von einem offenen Ökosystem. Sie können die Server aus Komponenten von unterschiedlichen Anbietern zusammenbauen und haben freie Wahl beim Betriebssystem. In der Netzwerkwelt steht dieses Konzept, das sogenannte Open Networking als disaggregiertes Modell der Switch-Hardware und -Software, bei vielen bisher nur auf dem Wunschzettel.

Doch das ändert sich nun. Die Hersteller bieten Linux-basierte Betriebssysteme für offene Netzwerke an. Im Gegensatz zu herkömmlichen Betriebssystemen mit Plattformbindung schafft die Abkopplung des Betriebssystems von der Hardwareebene Raum für ein wachsendes Ökosystem aus Netzwerkgeräten, Software, nativen Anwendungen, Anwendungen von Drittanbietern und/oder kundenspezifischen Anwendungen zur Geschäftsoptimierung.

Ein individuelles Netzwerk

Interoperabilität, offene Standards und Open-Source-Software sind die Basis für Open Networking. Die umfangreiche Kontrolle und hohe Transparenz, die den Benutzer in Bezug auf Anpassung und Integration von Intelligenz unter anderem bei Linux bietet, machen das offene Netzwerk zum Treiber für Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit. Hinzu kommt insbesondere bei Linux-basierten Netzwerken die Möglichkeiten der Automatisierung und Orchestrierung.

Eins steht fest: Um die für Unternehmen erfolgskritischen Anwendungen und Applikationen bereitzustellen, ist ein stabiles und flexibles Netzwerk unerlässlich. Während Anwendungsarchitekturen und Entwicklungsmethoden agiler geworden sind, hat das Rechenzentrumsnetzwerk, auf dem diese Anwendungen meist immer noch laufen, mit diesem Prozess nicht Schritt gehalten.

Jedes Unternehmen heute ist sich im Klaren darüber, welche Bedeutung das Data Center in ihre Unternehmensstrategie vor allem im Hinblick auf ihre digitale Transformation hat. Die Frage ist nun, wie sollte ein Rechenzentrum idealerweise strukturiert sein? Was ist bei der Einrichtung zu beachten und wo lauern mögliche Fallstricke?

Eine der wichtigsten Komponenten einer erfolgreichen Transformation ist der Aufbau der Hardware, auf der das Netzwerk läuft. Wenn das Unternehmen wächst und die Anforderungen an Anwendungen steigen, ist eine Strategie erforderlich, welche die Kapazität des Netzwerks erhöht.

Daher ist die Skalierbarkeit ein ausschlaggebender Faktor. Einfach ausgedrückt: wenn ein Unternehmen die Ausgaben für das Netzwerk verdreifachen muss, um die Netzwerkkapazität und -leistung zu verdoppeln, dann ist das Netzwerk nicht sehr skalierbar. Das Unternehmen wird dann wahrscheinlich Probleme mit seinen Initiativen zur digitalen Transformation bekommen.

Switches beliebig switchen

Offene Netzwerke sind die Drehscheibe einer modernen IT-Architektur. Sie koordinieren die Durchsetzung von Richtlinien und ermöglicht die Automatisierung über die Grenzen der beteiligten offenen Netzwerkgeräte hinaus. Ein auslösendes Ereignis, das von einem offenen Netzwerk-Switch empfangen wird, kann nicht nur Änderungen an diesem Switch bewirken, sondern auch Änderungen an anderen Switches des selben Herstellers.

Dank Skripting und offenen Netzwerkstandards kann dieses auslösende Ereignis genutzt werden, um Änderungen in der Netzwerkkonfiguration, Topologie und Richtlinien auf Produkte anderer Anbieter zu übertragen.

Anstatt einen großen, leistungsstarken Switch zu kaufen, lassen sich mehrere kleinere Switches kombinieren, um die Ergebnisse und Leistung zu erzielen, die mit einem großen Switch erreicht werden können. Dies wird als Skalierung oder horizontale Skalierung bezeichnet. Durch diese Methode ist das Netzwerk nicht durch die Leistung einzelner Switches begrenzt. Stattdessen ermöglicht der modulare Aufbau, dass die Switches zusammenarbeiten, um die Auslastung zu verteilen.

Die Vorteile daraus sind vielseitig: Durch die Beseitigung der Single Point of Failure, die eine große Kapazitätsschaltung zugunsten mehrerer Switches darstellen kann, ist es einfacher, neue Einheiten ein- und auszutauschen. Die Auswirkungen eines einzelnen Switch-Fehlers werden so begrenzt. Wie zu erwarten ist, nutzen Cloud-Anbieter die Skalierung horizontal, um Leistung, Zuverlässigkeit und Agilität in großem Umfang zu erreichen. Wenn ein Unternehmen die digitale Transformation ernst nimmt, stellt die Skalierung die zuverlässigste, flexibelste und zukunftssicherste Methode dar, um sie erfolgreich umzusetzen.

Die Software zum Verwalten und Anschließen dieser Switches ist entscheidend. Jede Netzwerkmanagement-Software sollte ein offenes, flexibles System sein, das die Agilität des Rechenzentrums und des Unternehmens insgesamt erhöht. Dies bedeutet, dass mehrere Arten von Switches parallel verwendet werden können und dass Software von Drittanbietern, wie Automatisierungs-Tools, verwendet werden können, um die Anforderungen des Unternehmens zu erfüllen.

Automatisierung und Flexibilität als Mittel gegen Komplexität

Bei dem Aufbau eines offenen Netzwerks sollte darüber hinaus ein Fokus auf die  Automatisierungsfähigkeit gelegt werden. Denn Netzwerke heute sind komplex, die Automatisierung ist damit eine Voraussetzung für deren einwandfreien Betrieb.

Pete Lumbis, Cumulus Networks

„Ein offenes Netzwerk mit dem entsprechenden Netzwerkbetriebssystem bietet eine hohe Skalierbarkeit, Automatisierung sowie Anpassungsfähigkeit.“

Pete Lumbis, Cumulus Networks

Der Bedarf nach einer schnellen Anwendungsentwicklung hat die traditionelle Infrastruktur belastet. Mit einem offenen Netzwerk können Unternehmen nun Design und Betrieb vereinfachen, anstatt auf mehrere herstellerspezifische Geräte und Protokolle setzen zu müssen.

Gerade diese Flexibilität stellt letzten Endes den größten Vorteil des offenes Netzwerk dar: beim Kauf von Komponenten beispielsweise können Unternehmen frei wählen, anstatt auf nur ein kompatibles Teil zurückgreifen zu müssen. In einer offenen Softwarewelt ist zudem die Innovationsgeschwindigkeit immens und es gibt einen deutlichen Preisvorteil.

Zudem ist Open Networking sicherer, denn ein herstellerspezifischer Stack kann voller Sicherheitslücken sein, die unentdeckt bleiben, bis ein Hacker diese Lücke ausnutzt. Open Source dagegen ist offen, so dass Probleme einfacher erkannt werden können.

Fazit

Unternehmen sind auf der Suche nach einem schnellen, erschwinglichen Netzwerk. Unabhängig davon, ob sie den Begriff softwaredefiniertes Rechenzentrum (Software-defined Data Center, SDDC) verwenden oder nicht, liegt der Fokus auf einer flexiblen Infrastruktur, die als ein Pool zur Bereitstellung von IT-Services fungiert.

Ein offenes Netzwerk mit dem entsprechenden Netzwerkbetriebssystem bietet eine hohe Skalierbarkeit, Automatisierung sowie Anpassungsfähigkeit.

Über den Autor:
Pete Lumbis ist Technical Evangelist bei Cumulus Networks. Der Anbieter für den Aufbau offener, moderner und skalierbarer Netzwerke hat mit Cumulus Linux auch ein Debian-basiertes Betriebssystem für Open Networking im Angebot.

Die Autoren sind für den Inhalt und die Richtigkeit ihrer Beiträge selbst verantwortlich. Die dargelegten Meinungen geben die Ansichten der Autoren wieder.

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