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Netzwerkmanagement: Zu viele Tools beeinträchtigen Design

Zweimal messen, einmal schneiden – dieses Prinzip gilt nicht für die Netzwerkverwaltung. Zeit also, die unterschiedlichen Tools für das Netzwerkmanagement zu koordinieren.

Eine einfache, alte Handwerkerregel lautet: Zweimal messen, einmal schneiden. Beim Networking verhält es sich allerdings etwas anders. Für unsere Branche und insbesondere die Netzwerkverwaltung lautet meine Empfehlung: Häufig messen, aber schneiden Sie nie.

Nehmen Sie ein typisches Netzwerk. Fragen Sie fünf verschiedene Administratoren und externe Berater nach den Tools, die sie verwenden, um die Netzwerk-Performance zu messen oder Probleme zu beheben, und Sie werden sechs – vielleicht sogar mehr – verschiedene Antworten bekommen, wie ihre Strategien zur Gestaltung des Netzwerkmanagements aussehen.

Warum? Weil die meisten Netzwerke unabhängig von ihrer Größe in Ad-hoc-Manier verwaltet werden. Wenn ein Tool benötigt wird, um etwas Bestimmtes zu messen, wird ein Tool erstellt, um genau dieser spezifischen Sache gerecht zu werden. Dann wird das Tool in eine Bibliothek mit anderen Tools für das Netzwerkmanagement-Design gesteckt, wo es jedem zur Verfügung steht. Aber höchstwahrscheinlich wird nur die Person, die das Tool geschrieben hat, es auch nutzen und pflegen. Das Ergebnis: eine Unzahl von Tools.

Irgendwann versucht der Netzwerkbetreiber, dieses bunte Sammelsurium an Tools zu vereinheitlichen. Doch dieser Aufwand lohnt sich fast nie, denn er würde Jahre beanspruchen. Und das gesamte Personal in der Netzwerktechnik steht unter Druck, etwas zu unternehmen – vorzugsweise vor dem Quartalsabschluss.

Deshalb glaube ich, dass die Zeit für neue Ansätze gekommen ist, wie die Verwaltung dessen, was wir Netzwerke nennen, aussehen soll. Ein guter Ausgangspunkt sind die Designmuster für das Netzwerkmanagement, die die Netzwerkgröße über die letzten 20 Jahre bestimmt haben. Zwei dieser Designmuster sehen Sie in Abbildung 1.

Abbildung 1: Unterschiedliche Designmuster für das Netzwerk greifen unterschiedliche Netzwerkprobleme auf.
Abbildung 1: Unterschiedliche Designmuster für das Netzwerk greifen unterschiedliche Netzwerkprobleme auf.

Auf der linken Seite der Grafik befindet sich ein typisches hierarchisches Design. Obwohl es hier als dreistufige Hierarchie dargestellt ist, lässt sich das gleiche Muster bei einer zweistufigen Hierarchie oder einem Layer-in-Layer-Design beobachten. Der rechte Bereich zeigt eine vereinfachte Darstellung von einigen der heutzutage genutzten Protokolle. Beachten Sie, dass keines dieser Designmuster für das Netzwerkmanagement das Werk nur einer Person oder Gruppe ist. Vielmehr entstanden diese Muster als Resultat vieler Jahre Arbeit von äußerst klugen Technikern, die nach einer Lösung für völlig unterschiedliche Probleme suchten – sogar für verschiedene Arten von Problemen.

Doch es gibt eine Gemeinsamkeit zwischen diesen Mustern: die gepunkteten grauen Linien geben einen Hinweis darauf. Beide Designmuster ahmen eine Form nach, die man als Wespentaille bezeichnet. Dies ist das Merkmal eines skalenfreien Netzwerks, eine Möglichkeit, mit der sich viele verschiedene Systeme so organisieren lassen, dass Kommunikationskosten und Effizienz optimiert werden.

Lassen Sie uns jetzt betrachten, wie heute eine viel zu hohe Zahl von Systemen für Netzwerk-Monitoring und Netzwerkmanagement aufgebaut sind. Stellen Sie sich vor, wie der Werkzeugsatz aussehen muss, wenn jedes Tool seinen eigenen Weg geht, um Dinge zu messen, zu speichern, darzustellen oder über sie zu berichten. Wo ist hier die Wespentaille? Wenn die Tools kein skalenfreies Design bilden, wie die zwei Designs in der Grafik oben, was sollte uns das über unsere Netzwerk-Monitoring-Systeme sagen?

Im zweiten Teil dieser Reihe erläutern wir genauer, welche Schritte Verantwortliche berücksichtigen sollten, wenn sie Lösungen zum Messen der Netzwerk-Performance und für die Netzwerkverwaltung evaluieren.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2019 aktualisiert

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