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Network Observability: KI erzwingt Tool-Modernisierung

Netzwerkmanager erwarten mehr von ihren Observability Tools und setzen auf agentische KI, um die nötige Flexibilität und den erforderlichen Überblick übers Netzwerk zu erhalten.

Viele IT-Organisationen wenden sich KI zu, da sie planen, die derzeit eingesetzten Tools zur Überwachung und Fehlerbehebung ihrer Netzwerke zu ersetzen.

Für die Ausgabe 2026 seines alle zwei Jahre erscheinenden Reports Network Management Megatrends befragte Enterprise Management Associates (EMA) 352 Netzwerkmanagement-Experten. Die Untersuchung ergab, dass 33 Prozent der IT-Organisationen ihre Tools für Network Observability in den nächsten zwei Jahren sehr wahrscheinlich ersetzen werden. Im Jahr 2024 waren nur 26 Prozent dieser Meinung. Weitere 40 Prozent gaben im Bericht von 2026 an, dass sie ein Tool mit einiger Wahrscheinlichkeit ersetzen würden.

NetOps-Experten ziehen KI in Betracht, wenn sie nach besseren Tools suchen

Auf den ersten Blick scheint der Grund für die zunehmende Tool-Fluktuation auf der Hand zu liegen. Nur 32 Prozent der Netzwerkexperten gaben gegenüber EMA an, mit ihren aktuellen Tools vollkommen zufrieden zu sein. Im Durchschnitt schätzten die Umfrageteilnehmer, dass bessere Tools 53 Prozent der aktuellen Netzwerkausfälle und Leistungsprobleme proaktiv verhindern würden.

EMA fragte die Befragten, was sie am meisten motivieren würde, ein Netzwerküberwachungstool zu ersetzen. 54 Prozent nannten KI-gestützte Erkenntnisse und Automatisierung. Bemerkenswert ist zudem, dass 55 Prozent der Befragten EMA mitteilten, KI-Funktionen seien eine Voraussetzung, wenn sie Netzwerkmanagement-Tools im Allgemeinen bewerten.

„Wir wollen auf jeden Fall eine Lösung, die proaktiv Probleme angeht”, erklärte ein Leiter für Netzwerk-Tools bei einer multinationalen Bank gegenüber EMA. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir im nächsten Geschäftsjahr den Anbieter wechseln, aber das ist etwas, was wir in Zukunft tun würden.“

Eine frühere EMA-Studie ergab, dass Netzwerkfachleute KI am liebsten in den folgenden Bereichen des täglichen Netzwerkbetriebs einsetzen würden:

  • Problemerkennung: 58 Prozent der Netzwerkteams wünschen sich, dass KI ihnen dabei hilft, Netzwerkprobleme proaktiv zu erkennen, bevor diese Auswirkungen auf das Geschäft haben. Dadurch können sie Ausfallzeiten und Dienstunterbrechungen reduzieren, was ein entscheidender Maßstab für den Erfolg von NetOps ist.
  • Alarmmanagement: 53 Prozent der Netzwerkteams sind der Ansicht, dass KI den Prozess der Konfiguration von Alarmrichtlinien und Schwellenwerten optimieren kann und gleichzeitig den Alarm-Lärm reduziert sowie Alarme mit umsetzbaren Informationen anreichert.
  • Problemlösung: 51 Prozent der Netzwerkteams sind der Meinung, dass neuere agentische Funktionen von Tool-Anbietern Probleme beheben und Lösungen identifizieren können. KI kann diese Behebung als Vorschlag präsentieren oder automatisch ohne menschliches Zutun handeln.

Weitere Gründe für den Tool-Wechsel

KI ist nicht der einzige Grund, warum Netzwerkteams nach neuen Tools suchen. So gaben etwa 54 Prozent der Befragten an, dass sie ihre Netzwerk-Observability-Software ersetzen würden, wenn sie eine bessere Ende-zu-Ende-Transparenz über Netzwerke, Anwendungen, Clouds und UX hinweg erhalten würden. Tatsächlich wünschten sich NetOps-Teams, die häufiger mit Cloud- und DevOps-Teams zusammenarbeiten, eher ein neues Tool.

Etwa 47 Prozent der Befragten wünschten sich, dass ihre Observability-Software moderne Architekturen wie Hybrid- und Multi-Cloud-Netzwerke sowie Secure Access Service Edge (SASE) besser unterstützt. EMA stellte außerdem fest, dass Befragte, die beabsichtigten, ihre Netzwerke über ihre lokalen und Cloud-Netzwerke hinweg zu vereinheitlichen, eher dazu neigten, ihre Tools zu ersetzen.

Schließlich stellte die EMA fest, dass der Fokus auf Automatisierung den Austausch von Tools begünstigt. So gaben 26 Prozent der Netzwerkmanager an, dass die Automatisierung des Day-2-Netzwerkbetriebs (routinemäßige, tägliche Verwaltungs-, Überwachungs- und Optimierungsaufgaben nach der ersten Einrichtung), beispielsweise in den Bereichen Ereignismanagement, Fehlerbehebung und Optimierung, für ihre Unternehmen hohe Priorität habe. Unter diesen Befragten neigten besonders viele dazu, ein Tool zur Netzwerküberwachung zu ersetzen. Viele von ihnen stellten fest, dass die Automatisierungsfunktionen etablierter Anbieter unzureichend sind.

Allerdings ist ein Wechsel der Monitoring Tools nicht unbedingt einfach. Zwar bieten Anbieter von Network-Observability-Lösungen heute eher Abonnements als unbefristete Lizenzen an, doch binden sich viele Unternehmen an drei- oder fünfjährige Abonnements, wodurch sie an diese Anbieter gebunden sind. Zudem sind viele Observability Tools stark angepasst und tief in andere IT-Systeme und Betriebsabläufe integriert, was sie schwer austauschbar macht. Dies gilt insbesondere für größere Unternehmen.

Ungeachtet dessen ist der Wille zur Veränderung vorhanden und wird sich letztendlich durchsetzen. Wenn ein etablierter Anbieter in dieser neuen Ära der agentischen KI keine Innovationen vorantreibt, werden sich Netzwerkbetriebsteams anderweitig nach einem Anbieter umsehen, der dies tut.

Die Autoren sind für den Inhalt und die Richtigkeit ihrer Beiträge selbst verantwortlich. Die dargelegten Meinungen geben die Ansichten der Autoren wieder. Dieser Artikel ist im Original in englischer Sprache auf Search Networking erschienen.

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